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Top Ten Thursday

Meine Top 10 der TV-Serien TTT #14

collage2Diese Woche geht es in meiner Top-Ten-Liste mal nicht um Bücher. Aber neuerdings wird ja immer wieder behauptet, dass Serien die neuen Romane sind und wenn man einen Blick auf meine Liste wirft, scheint dieser Vergleich nicht zu weit hergeholt. Im Gegensatz zu den älteren Fernsehserien, bei denen in jeder Folge eine abgeschlossene Geschichte erzählt wird, erzählen die neueren Fernsehserien in mehreren Episoden meistens eine zusammenhängende Geschichte in dessen Zentrum der oder die Protagonisten und deren Entwicklung steht, oftmals ergänzt um zahlreiche Nebencharaktere und -handlungen. Also so, wie wir es auch von guten Romanen erwarten. Welche Möglichkeiten in dieser Form des Geschichtenerzählens steckt, machen – natürlich – wieder die Amerikaner vor.  Viele der kreativen Köpfe in der amerikanischen Filmindustrie arbeiten inzwischen lieber für das Fernsehen, da dort die gestalterischen Freiheiten einfach viel größer als bei einem Kinofilm sind.

Alle Einzelheiten zur TTT-Aktion (TopTenThursday) findet ihr auf dem Blog von Steffi.

Meine Top-Ten präsentiere ich heute mal in Form von Trailern zu den Serien , leider habe ich nicht zu allen vernünftige deutsche Clips gefunden, ich hoffe, ihr verzeit mir das. Hier also zehn geniale Romane zum Anschauen (o.k., bei Tatortreiniger handelt es sich wohl eher um Kurzgeschichten):

Twin Peaks

Vorreiter für die neue Art der Fernsehserie waren David Lynch und Mark Frost, die sich mit der 1990 und 1991 erstmals ausgestrahlten Fernsehserie getraut haben, mit der üblichen Serientradition zu brechen. Sie mischen die verschiedenen Genres der Krimi-, Mystery- und Horrorserien, fügen noch eine Portion Seifenoper hinzu und kreieren daraus etwas völlig Neues.

Zur Handlung: Hauptthema ist die Aufklärung des Mordes an der Schülerin Laura Palmer durch den FBI-Agenten Dale Cooper. Seine Ermittlungen führen ihn in die dunklen Abgründe des idyllischen Ortes Twin Peaks. Der Zuschauer erhält einen tiefen Einblick in das Beziehungsgeflecht aller mit Laura Palmer in Verbindung stehenden Personen. Im späteren Verlauf der Serie kommen nach und nach immer mehr surreale Elemente hinzu. Die Serie besteht nur aus zwei Staffeln sowie einem später gedrehten Film, der den letzten Tag von Laura Palmer erzählt.

In einer der ersten Folgen der Serie trifft Cooper in einer Traumsequenz auf Laura Palmer, die ihm prophezeit „I’ll see you again in 25 years.“ Und tatsächlich wird es 2017 ein Wiedersehen geben, denn dann soll die dritte Staffel auch hier bei uns zu sehen sein. Man darf gespannt sein. Hier der Trailer zu der zuletzt veröffentlichten Blu-Ray-Box, die das gesamte bisherige Serienmaterial sowie den Film „Fire walk with me“ enthält.

Stranger Things

Amerikanische Kritiker schrieben hierzu „die Serie, die Steven Spielberg und Stephen King niemals gemacht haben“. Und tatsächlich wirkt sie auf wundervolle Art aus der Zeit gefallen. Die Handlung der Serie spielt in den 1980er-Jahren und man wird unweigerlich an die Filme Poltergeis und E.T. sowie Stephen Kings‘ „Es“ erinnert. Im Mittelpunkt stehen vier unzertrennliche Freunde, die alle auf die selbe Schule gehen. Als eines Tages einer von ihnen unter mysteriösen Umständen verschwindet, beginnen sie auf eigene Faust zu ermitteln. Eine geheime Forschungseinrichtung der Regierung sowie ein Mädchem mit scheinbar übernatürlichen Fähigkeiten sind die weiteren Zutaten, die Stephen-King-Fans bekannt vorkommen dürften. Die Stars dieser aus nur acht Folgen bestehenden Miniserie sind eindeutig die tollen jugendlichen Darsteller, aber auch Winona Ryder liefert als Mutter des verschwundenen Jungen, die sich nicht mit dessen Tod abfinden will, ein brillantes Comeback. Die Serie ist derzeit nur auf Netflix zu sehen, aber alleine diese Serie lohnt den Preis eines Monatsbeitrags.

Breaking Bad

Für mich ein absolutes Fernseh-Highlight. Breaking Bad macht alles richtig: Bis in die Nebenrollen erstklassig besetzte Schauspieler, eine überzeugende Storyline sowie eine künstlerische Umsetzung (gefilmt wurde auf üblicherweise nur bei Kinoproduktionen eingesetztem 35mm-Film) die keine Wünsche offen lässt. Erzählt wird die Geschichte des genialen Chemikers Walter White, der zum fünfzigsten Geburtstag eine Diagnose erhält, die sein Leben auf den Kopf stellen wird: Lungenkrebs im Endstadium. Seine Hauptsorge gilt jedoch nicht ihm selber sondern seiner Frau und seinem behinderten Sohn. Woher sollen nach seinem Tod die finanziellen Mittel für deren Zukunft kommen? Nachdem er seinen Schwager Hank, der Drogenfahnder ist, bei einer Razzia begleitet, trifft er auf seinen ehemaligen Schüler Jesse Pinkman, der noch gerade vor Eintreffen der Polizei das Crystal-Meth-Labor verlassen konnte. Der Anblick des sichergestellten Geldes bringt White auf eine Idee zur Zusammenarbeit mit Pinkman „You know the business – and I know the chemistry.“ Er will zusammen mit Pinkman gerade so viel Chrystal Meth verkaufen, dass er seiner Familie eine sorgenfreie Zukunft garantieren kann. Ab dann verfolgt der Zuschauer fasziniert den Aufstieg Walter Whites zum heimlichen Drogenbaron und über fünf Staffeln eine komplett gegensätzliche Entwicklung von Walter White und Jesse Pinkman. Die Serie nimmt sich erfreulicherweise viel Zeit zur Charakterisierung der einzelnen Personen und steigert die Spannung kontinuierlich bis zum Finale in der letzten Folge. Ein Meisterwerk.

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Krimi, On the road

Lesung mit Donna Leon – Ein Bericht

„Er ist zu gut um wahr zu sein.“ (Donna Leon über Guido Brunetti)

Die Diakonie-Buchhandlung in Düsseldorf-Kaiserswerth feiert in diesem Jahr ihr 125jähriges Bestehen und hat sich zur Feier dieses Jubliäums einen besonderen literarischen Gast nach Kaiserswerth eingeladen.

Die amerikanische Autorin Donna Leon las am 22.10.2016 aus ihrem kürzlich erschienen fünfundzwanzigsten Roman um den venezianischen Kommissar Guido Brunetti „Ewige Jugend“. Unterstützt wurde sie dabei von der Schauspielerin Annett Renneberg, die in den deutschen Verfilmungen der Romane die Signorina Elettra spielt. Aufgrund der großen Nachfrage wurde die Veranstaltung in die Mutterhauskirche der Diakonie verlegt, die einen festlichen Rahmen für die Veranstaltung bot. Annett Renneberg moderierte den Abend und las im Wechsel mit Donna Leon verschiedene Passagen des neuesten Romans. Zwischendurch war reichlich Zeit für Fragen und Anekdoten rund um die Bücher von Donna Leon.

In 35 Sprachen übersetzt – außer italienisch

Ihre Romane sind seit vielen Jahren Welterfolge und regelmäßig auf den Bestsellerlisten zu finden. Für manche Leser ist es daher unverständlich, dass sie ihre Romane nicht auch ins Italienische übersetzen lässt. Doch Donna Leon ist ihre relative Anonymität als langjährige Einwohnerin Venedigs wichtiger als ein eventuell etwas höheres Einkommen. Mit ihren Büchern hat sie nach eigenen Worten ohnehin schon genug verdient, so dass sie jetzt einen Großteil ihres Einkommens dazu verwendet Künstler ihrer wahren Leidenschaft zu unterstützen: der klassischen Musik, insbesondere der Barockoper. Viele ihrer venezianischen Nachbarn wissen nicht, wer sie ist und damit ist sie sehr glücklich, ihr reicht es wenn die Einwohner Venedig sie als „the pleasant foreign woman who speaks good italian“ kennen. Das hilft ihr auch ihre Bodenständigkeit zu bewahren, denn wie plötzlicher Erfolg den Menschen verändern kann, hat sie in ihrer Zeit als Mäzenin junger Künstler schon miterlebt.

„I saw people getting famous and it changed them – some of them not to the best.”

Leider wird ihre Liebe zu Venedig in den letzten Jahren immer mehr von den schier unendlich erscheinenden Touristenströmen getrübt. 30 Millionen Touristen treffen auf 50.000 Einwohner, das hält keine Stadt auf Dauer aus. („I get crazy, when there are so many people. It’s like living in perpetual christmas-shopping.”). Daher verbringt Donna Leon nur noch einige Monate, vorzugweise in der kälteren Jahreszeit, in ihrer Lieblingsstadt und den Rest des Jahres in ihrem Zweitwohnsitz in der Schweiz.

Dass ihre Romane durchaus Parallelen mit der Barockoper aufweisen ist ihr erst kürzlich klar geworden. Denn die barocken Opern sind meistens unterteilt in Konversationen und Rezitative, die die Handlung voranbringen, unterbrochen von Arien, in denen Gefühle transportiert werden und die für den Handlungsverlauf nicht entscheidend sind. Tatsächlich haben wohl viele bekannte Sänger der damaligen Zeit die gleichen Arien in unterschiedlichen Stücken gesungen, da es aufgrund der Vielzahl an Engagements gar nicht möglich war alle Texte zu kennen. Als Beispiel liest sie eine Passage aus dem neuen Roman vor, in der eine nächtliche Szene bei den Brunettis beschrieben wird. Guido Brunetti findet seine Frau schlafend im Bett vor und es wird der Raum und die umherliegenden Gegenstände beschrieben sowie Brunettis Gedanken. Eine Szene, die für die Handlung des Romans nicht wichtig ist, jedoch eine Menge an Gefühlen transportiert. Diese Szene, so Donna Leon, könnte in jedem ihrer Romane auftauchen, da diese Szenen untereinander austauschbar, aber zur Charakterisierung der Protagonisten sehr wichtig sind.

Nach dem ausführlichen Lesungsteil hatten die Zuschauer noch die Möglichkeit Fragen zu stellen. Einige möchte ich gerne hier wiedergeben:

Diese obligatorische Frage durfte natürlich nicht fehlen: „Woher nehmen sie ihre Ideen?“

Die meisten ihrer Ideen kommen ihr zufällig, einige schnappt sie bei Unterhaltungen in Cafés auf, manchmal birgt auch eine kurze Zeitungsmeldung die Idee für einen Roman. Der Schreibprozess selber hört sich aus ihrem Munde gar nicht so kompliziert an. In den ersten zwei Kapiteln haben die Protagonisten noch eine Vielzahl von Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, mit Fortschreiten der Handlung werden die Variablen aber immer weniger, so dass sich der weitere Stoff fast von selbst ergibt.

„Denken Sie auch in Alltagssituationen an Brunetti oder wie er sich verhalten würde?“

Nein, sie beschäftige sich mit ihren Romanfiguren ausschließlich  dann, wenn sie an ihrem Schreibtisch sitzt und an einem Roman arbeitet.donna-leon-klein-300

„Do you like the movies?“ „Next question!“ antwortet sie nur lächelnd mit einem Blick auf Annett Renneberg, sie ist wohl zu höflich für ehrliche Worte. Vermutlich geht es ihr wie mir: der italienische Flair der Romane kommt in den Verfilmungen nicht wirklich rüber – irgendwie wirken diese einfach zu „deutsch“ und erinnern zu stark an die klassischen deutschen Fernsehkrimis wie „Derrick“ oder „Der Alte“.

„Was sagt sie zum Literaturnobelpreis für Bob Dylan?“

Donna Leon schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. „I don’t understand that. I can’t listen to a voice that is that ugly.” Annett Renneberg spart sich eine Übersetzung und sagt nur: “Donna Leon ist jetzt nicht so der Bob-Dylan-Fan.“

Alles in allem ein sehr kurzweiliger und informativer Abend mit einer äußerst sympathischen, bodenständigen Schriftstellerin. Dass die von ihr fomulierte Einstellung vieler Amerikaner („we are all the same – except Donald Trump!“) nicht nur leere Worte sind, merkt man, sobald man sie anspricht. Meinen Dank für’s gemeinsame Foto beantwortet sie mit einem schlichten „Thanks for asking.“

Wer die Chance hat Donna Leon live zu erleben sollte die Gelegenheit nutzen.

Weitere Informationen zu Donna Leon und ihren Büchern findet ihr natürlich auf der Seite des diogenes-Velags.

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Top Ten Thursday

Bücher zum Thema Weltkrieg – Eine Leseliste – TTT #13

Diese Woche geht es bei der Aktion von Steffis Bücherbloggeria um das meines Erachtens sehr wichtige Thema „10 Bücher, die zur Zeit der Weltkriege spielen“, daher bin ich gerne wieder mit dabei. Gerade wenn es um solche Themen geht, zeigt sich wie wichtig es ist Erinnerungen an historische Ereignisse auch in Form von Literatur für die Nachwelt zu erhalten. Dies ist umso bedeutsamer, da es bald keine überlebenden Zeitzeugen eines Weltkrieges mehr geben wird. Die Infos zum TTT – Top Ten Thursday – findet ihr auf dem Blog von Steffi.

Hier meine ganz persönliche Empfehlungsliste:

Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues

Mit dem Urteil „ein Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte“ bin ich sehr zurückhaltend, bei diesem Fall würde ich jedoch gerne eine Ausnahme machen. Remarque schildert in einer sehr schönen Sprache anhand des Schicksals des Soldaten Paul Bäumer und seiner Gefährten die Schrecken des ersten Weltkrieges und macht fast körperlich spürbar, was es bedeutet, an vorderster Front in einem Krieg zu kämpfen. Ein Buch, das (wieder) zur Pflichtlektüre an allen Schulen gehören sollte.

„Mit diesem Roman begründete Erich Maria Remarque seinen Weltruhm und schuf ein zeitlos gültiges Bild der Schrecken des modernen Krieges. Zum hundertsten Jahrestag des Kriegsbeginns 1914 erscheint eine besonders ausgestattete, mit einem Nachwort zur Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte versehene Sonderausgabe.
Die Geschichte des neunzehnjährigen Paul Bäumer, der als ahnungsloser Kriegsfreiwilliger von der Schulbank an die Front kommt, ist inzwischen Allgemeingut. Auch bei der erneuten Lektüre ist der Eindruck jedoch wieder erschütternd: Wie Bäumer statt der erhofften Kriegsbegeisterung und eines kurzen Abenteuers die ganze Brutalität des Gemetzels und das sinnlose Sterben seiner Kameraden erlebt, ist anrührend und empörend.
Durch diese Abrechnung mit dem Krieg erlangte Erich Maria Remarque 1929 schlagartig Weltruhm – auch dank einer ausgeklügelten Publikations- und Marketingstrategie, über die das Nachwort von Thomas F. Schneider, Leiter des Remarque-Friedenszentrums der Universität Osnabrück, Auskunft gibt. Remarque schuf einen Klassiker der Weltliteratur mit ungebrochener Wirkung bis in unsere Gegenwart.“ (Klappentext des Kiwi-Verlags)

Auch sehenswert: Die Besprechung der Neuausgabe im Literaturclub des srf.

Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues, Verlag Kiepenheuer & Witsch, 368 Seiten, gebunden (auch als Taschenbuch verfügbar), ISBN 9783462045819, 15,00 Euro

Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten

Dieses Mammutwerk sorgte bei seinem Erscheinen für Aufsehen und kontroverse Diskussionen. In Frankreich, wo das Buch zuerst erschien, war es ein Riesenerfolg und wurde sowohl mit dem Prix Concourt als auch mit dem Romanpreis der Académie française ausgezeichnet. Auf 1400 Seiten erzählt Littell aus der Ich-Perspektive die Erinnerungen des fiktiven SS-Offiziers Dr. Maximilian Aue an seine Erlebnisse während des zweiten Weltkrieges. Der Autor hat einen enormen Rechercheaufwand betrieben und lässt seine Hauptperson mit zahlreichen historisch belegten Persönlichkeiten wie Adolf Eichmann und Heinrich Himmler zusammentreffen und führt im Verlauf des Romans zu bekannten Schauplätzen des zweiten Weltkrieges und des Holocausts. Dr. Aues Erlebnisse an Orten wie Babyn Jar, Stalingrad und Auschwitz sind für den Leser einerseits stellenweise schwer zu ertragen, vermitteln aber andererseit ein unglaublich realistisches Gefühl für diese dunklen Stunden der deutschen Geschichte. Was mich etwas an dem Roman gestört hat ist, dass die Hauptperson sich und sein Tun niemals in Frage stellt, eine Reflexion seiner Taten fehlt völlig.

Besonders beeindruckt zeigte sich der Schriftsteller und Buchenwald-Überlebende Jorge Semprún: „Ich war wie erschlagen von diesem unglaublichen Buch. Es ist das Ereignis unserer Jahrhunderthälfte. Ich sehe nicht, welches andere Buch in den nächsten Jahrzehnten an seine Wirkung heranreichen könnte.“

„Dieses Buch ist Stoff für die nächsten fünfzig Jahre. Wir hätten eine etwas bessere Welt, wenn jeder es lesen würde.« Claus Peymann, in Lesen! ZDF

Im Februar 2008 erschien im Berlin Verlag der Roman, den Jorge Semprun als »das Ereignis unserer Jahrhunderthälfte « bezeichnet: Die Wohlgesinnten von Jonathan Littell. Über Monate hielt er die deutsche Literaturkritik in Atem. Mit den fiktiven Lebenserinnerungen des SS-Obersturmführers Maximilian Aue, Jahrgang 1913, Sohn eines deutschen Vaters und einer französischen Mutter, zeichnet Jonathan Littell ein erschreckend detailgenaues Bild des Zweiten Weltkriegs und der Verfolgung und Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten aus Sicht eines Täters. »Das ist ein Roman, und das ist ein Autor, vor denen man sich verneigen muss«, schrieb Andreas Isenschmid in der NZZ am Sonntag.“ (von der Seite des Piper-Verlags)

Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten, Roman, aus dem Französischen übersetzt von Hainer Kober , 1392 Seiten, Taschenbuch, Berlin Verlag, ISBN 9783833306280, 18,00 Euro

Lothar-Günther Buchheim: Das Boot

Im Gegensatz zu Jonathan Littell war Lothar-Günther Buchheim ein Augenzeuge des Weltkrieges und seine Erzählungen lassen einen die Schrecken des U-Boot-Krieges während des zweiten Weltkrieges unmittelbar miterleben. In diesem Fall kann ich auch sehr die Verfilmung von Wolfgang Petersen empfehlen, rate aber dringend zu der mehrteiligen Fernsehfassung. In der Serie aus dem Jahre 1981 spielten fast alle seinerzeit bekannten männlichen Schauspieler des deutschen Kinos mit (Jürgen Prochnow, Klaus Wennemann, Otto Sander, Martin Semmelrogge, Herbert Grönemeyer, Heinz Hoenig und Jan Fedder um nur einige zu nennen). Zu den ohnehin schon beängstigenden Kriegserlebnissen kommt im Roman wie im Film noch die klaustrophobische Enge des U-Boots hinzu.

„Jedes Wort dieses Buches ist wahr. Lothar-Günther Buchheim war im Zweiten Weltkrieg Marinekriegsberichterstatter. Als ein Mann, der sich zur Zeugenschaft aufgerufen fühlt, weil er extreme Situationen erlebte und überlebte, geht es ihm um die genaue Wiedergabe der Ereignisse, um die Beschwörung der Wochen und Monate quälender Gefangenschaft in der Enge des Bootes, um die Stunden der Angst und die dramatischen Augenblicke des Kampfes.“ (von der Seite des Piper-Verlags)

Lothar Günther-Buchheim: Das Boot, Roman, 608 Seiten, Taschenbuch, Piper Verlag, ISBN 9783492244657, Euro 12,99 Continue Reading

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On the road

Vor der Buchmesse ist nach der Buchmesse – ein kurzer Rückblick auf Leipzig 2016

Nächste Woche ist es wieder soweit: Die größte Buchmesse der Welt lockt wieder alle Lesebegeisterten nach Frankfurt. Dieses Jahr werde ich nicht selber vor Ort sein und freue mich daher auf die Berichterstattung in den Medien und auf zahlreiche Blogbeiträge der unterschiedlichsten Buchblogger.

Die bevostehende Messe möchte ich gerne zum Anlass nehmen, einen Blick zurückzuwerfen auf meinen ersten Besuch der Leipziger Buchmesse in diesem Jahr, die vom 17. bis 20. März 2016 stattfand. Zum Besuch der Messe hatte ich mich relativ kurzfristig entschieden und daher natürlich kein Hotelzimmer in Leipzig mehr bekommen können. Für das nächste Jahr muss die Planung also deutlich früher beginnen. Im nahe gelegenen Halle war die Hotelsituation etwas entspannter und über die Autobahn ist die Messe von dort auch sehr gut zu erreichen. Als Bloggerneuling habe ich mich ganz besonders gefreut, dass ich noch eine Karte für die „Bloggersessions“ am Sonntag erstehen konnte. Das angekündigte Programm („Das Fachprogramm für Blogger und Neueinsteiger sowie Verlage und Autoren“ – so der Text von der Seite der Buchmesse) hörte sich vielversprechend an. Wie sich später herausstellte, bin ich hier wohl mit falschen Erwartungen in die Veranstaltung gegangen. Doch dazu später mehr.

Angereist bin ich am Donnerstag und hatte dort aufgrund der Anreise nicht mehr den ganzen Tag zur Verfügung. Daher habe ich mir erst mal einen groben Überblick verschafft welche Stände sich in welchen Hallen befinden. Lieblingsverlage hatte ich schnell entdeckt.

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Wolfsmond von Stephen King
Rezension

Stephen King – Wolfsmond

Dies ist der fünfte Band aus Stephen Kings ursprünglich aus sieben Teilen bestehenden Zyklus um den dunklen Turm. Der Revolvermann Roland und sein „Ka-Tet“ (Schicksalsgemeinschaft), bestehend aus Eddie, Susannah, Jake und dem Billy-Bumbler „Oy“ ziehen auf dem Pfad des Balkens weiter in Richtung des dunklen Turms. Auf ihrem Weg treffen sie auf die Einwohner von Calla Bryn Sturgis, welche die Revolvermänner um Hilfe bitten.

„Inzwischen war in der Versammlungshalle ein Flüstern aufgekommen. Es flog von Mund zu Mund durch die Bankreihen, eine Brise aus Hoffnung und Angst. Revolvermänner, Revolvermänner im Westen, aus Mittwelt gekommen. Und es stimmte, Gott helfe ihnen. Arthur Elds letzte tödliche Nachkommen, die sich entlang dem Pfad des Balkens auf Calla Bryn Sturgis zubewegten. Ka wie ein Wind.“

In der Calla werden schon immer überdurchschnittlich viele Zwillinge geboren. Einmal in jeder Generation wird das Dorf von sogenannten „Wölfen“, Reitern auf grauen Pferden mit Wolfsmasken, überfallen, die jeweils eines der Zwillingskinder mitnehmen. Diese werden nach einiger Zeit wieder in das Dorf zurückgeschickt, sind jedoch fast sämtlicher geistigen Fähigkeiten beraubt. Zum Zeitpunkt der Ankunft von Roland und seinen Freunden erfahren die Dorfbewohner, dass der nächste Überfall der Wölfe im nächsten Monat stattfinden wird. Ein Großteil des Romans schildert auf dieser Handlungsebene wie sich Roland und seine Freunde mit den Bewohnern von Calla Bryn Sturgis vertraut machen sowie die Vorbereitungen auf den Kampf gegen die Wölfe. Continue Reading

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5 + 1 kurze Fragen an die Buchhändlerin: Zum Buchpreis und dem Buchhandel

Der Deutsche Buchpreis wurde unter anderem ins Leben gerufen, um die Aufmerksamkeit der Leser auf neue deutschsprachige Literatur zu lenken. Mich interessiert, ob dieses Konzept bisher aufgegangen ist, daher habe ich Buchhändlerin Christina Esch, Inhaberin der Düsseldorfer Buchhandlung Lesezeit hierzu ein paar kurze Fragen gestellt:

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Spielt der Deutsche Buchpreis in ihrer Buchhandlung und bei ihrer Kundschaft eine Rolle?

Ja. Wir haben doch einige Kunden, die sich für den Deutschen Buchpreis interessieren. Speziell dann natürlich für den Preisträger.

Haben die Titel der Longlist in den vergangenen Jahren eine spürbare Umsatzausweitung für ihre Buchhandlung gebracht?

Die Titel der Longlist machen sich im Umsatz nicht großartig bemerkbar. Erst der Preisträger wird dann in einer höheren Stückzahl verkauft. Wobei es auch da auf den Gewinner-Titel ankommt. Im letzten Jahr war die Begeisterung der Kunden doch sehr verhalten, was warscheinlich auch mit dem Umfang des Titels zu tun hatte.

Kennen Sie einen oder mehrere Titel der aktuellen Longlist? Können Sie bestimmte Titel empfehlen bzw. warnen Sie vor bestimmten Titeln?

Mein Favorit für den diesjährigen Preis ist „Hool“ von Philipp Winkler. Eine, wie ich finde, sehr ungewöhnliche Nominierung.

Haben Sie ein bestimmtes Buch, das sie gerne auf der Longlist gesehen hätten?

Nein.

Welchem aktuellen Buch, unabhängig vom deutschen Buchpreis, würden Sie mehr Aufmerksamkeit wünschen?

Spontan fällt mir keines ein.

Abschließend eine Frage speziell zum Buchmarkt in Düsseldorf: Mit der Schließung des Stern-Verlags musste die literarische Szene in Düsseldorf dieses Jahr einen großen Verlust verkraften. Müssen die Düsseldorfer sich weiterhin Sorgen machen um den stationären Buchhandel oder ist dieser mittlerweile im Kampf gegen die Internethändler gut aufgestellt?

Ich kann nur für unsere Buchhandlung sprechen. Wir machen uns keine großen Sorgen im Moment. Unsere Kunden sind sich sehr wohl bewusst, was es bedeutet, wenn immer mehr Käufe im Internet getätigt werden. Und sehr oft bekommen wir auch gesagt, was Sie so an uns schätzen. Das freut uns natürlich sehr und spornt uns an immer weiter zu machen und unseren Service weiter zu verbessern. Durch die Internetkäufe schließen ja nicht nur die Buchhandlungen, auch viele andere Geschäfte sind davon betroffen. Das sieht man ganz deutlich in Teilen der Innenstadt. Das Stadtbild ist hauptsächlich von Ketten geprägt, die man in jeder andere Stadt auch findet. Und wie lange sich diese, vor allem Bekleidungsgeschäfte, in Konkurrenz zu Zalando und Co. noch halten können, wer weiß. Wie sehen dann unsere Städte in der Zukunft aus?  Das ist allerdings ein Thema über das Sie einen ganz eigen Beitrag schreiben könnten, so viel gäbe es dazu zu sagen.

Sehr geehrte Frau Esch, vielen Dank für das Gespräch!

Alle Titel der Longlist gibt es natürlich in der Lesezeit (auch online-Bestellung möglich) oder dem Buchhändler eures Vertrauens.

Weitere Buchhändlerstimmen zum Buchpreis hat Sophie Weigand vom Blog Literaturen eingefangen den Artikel gibt es hier.

Wie sind eure Erfahrungen zum Deutschen Buchpreis? Spielt dieser unter euren Freunden, Bekannten eine Rolle und falls ihr Buchhändler seid: Ist der Buchpreis in eure Buchhandlung ein Thema? Lasst mir gerne eure Kommentare da.