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Oktober 2015

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Entdeckt: Die Interview-Zeitschrift Galore

Diese Zeitschrift verdient eine Chance

Print hat es schwer heutzutage, das spüren ganz besonders die Zeitungen und Zeitschriften. Umso erstaunlicher, dass die bereits vor einigen Jahren eingestellte Zeitschrift Galore seit Dezember 2014 wieder erhältlich ist.
Auf der Frankfurter Buchmesse wurden reichlich Freiexemplare der Sonderausgabe verteilt und ich muss sagen: eine Zeitschrift, die wirklich eine Chance verdient hat.
Schwerpunkt sind in jedem Heft die ausführlichen Interviews mit Personen aus Kultur und Gesellschaft. Das aktuelle Heft bietet für Literaturinteressierte Interviews u.a. mit Kazuo Ishiguro (Schriftsteller), Übersetzer Frank Günther, Schriftstellerin Zeruya Shalev und dem Buchmessechef Jürgen Boos. Auch die anderen Interviews sind sehr interessant zu lesen.
Ergänzt wird das ganze um einen Kulturteil, in dem aktuelle Bücher, Filme und Musik vorgestellt werden. Das ganze ist im handlichen Pocket-Format in jeder Zeitschriftenhandlung erhältlich (Digital-Angebote über die Homepage der Zeitung).

Weitere Informationen auf der Homepage der Zeitung.

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Wunsch der Woche Nr. 1

Mein Wunsch der Woche

Von Nicole von zeit-für-neue-genres habe ich den Hinweis auf diese schöne Aktion von Juliana von Book Experiences bekommen. Wir stellen in unserem Blog jeweils das Buch vor, welches aktuell ganz oben auf unserer Wunschliste steht. Näheres über die Aktion könnt ihr hier erfahren.

Mein Wunschbuch der Woche ist: 

 

Graphic Novel + Originaltext


Allgemeine Informationen:

Titel: Traumnovelle
Autor: Arthur Schnitzler
Illustrator: Jakob Hinrichs
erschienen bei: Büchergilde Gutenberg (Abbildung oben)
auch erhältlich im Buchhandel (Abbildung unten)

ISBN/EAN: 9783864060144

Seitenzahl: 160

Produktform: Hardcover/Gebunden

Sprache: Deutsch

Inhaltsbeschreibung der Büchergilde Gutenberg: 
Schnitzlers Traumnovelle erzählt von den sonderbaren und
erotisch aufgeladenen Geschehnissen, die dem Arzt Fridolin und seiner
Frau Albertine widerfahren. Phantastisch und traumhaft beschreibt er die
Entdeckung ihrer bisher verborgenen Begierden und ihres wahren Selbst.
Jakob Hinrichs interpretiert die Novelle erstmals als Graphic Novel.
Dabei löst er die Zeitgebundenheit der Geschichte gekonnt auf, so dass
die Grenzen zwischen Traumwelt und Realität verschwimmen. Seine Bilder
fangen die bizarre und aufgewühlte Stimmung von Schnitzlers Novelle
wunderbar ein.
Fridolin streift nachts ziellos durch die Straßen Wiens und erfährt
zufällig von einem geheimen Maskenball. Er besorgt sich ein Mönchskostüm
und begibt sich dorthin. Eine maskierte Frau warnt ihn schon bald nach
seiner Ankunft und mahnt ihn, schnell zu verschwinden. Doch Fridolin ist
entschlossen zu bleiben, fasziniert von dem wilden und bizarren
nächtlichen Treiben … Er gerät in einen Strudel aus Erotik, Gefahr,
Phantasie und Illusion. Auch seine Frau entdeckt in sich geheime
Leidenschaften, die sich die beiden schließlich eingestehen.
Phantastisch und traumhaft beschreibt Schnitzler die Entdeckung ihrer
bisher verborgenen Begierden, die aus ihrem Unterbewusstsein
hervortreten, und ihres wahren Selbst. Die Kraft des Unbewussten bannte
zuletzt Stanley Kubrick in Eyes wide shut auf die Leinwand. Er versetzte die Handlung ins heutige New York und unterstrich die Zeitlosigkeit der Novelle.
Jakob Hinrichs löst die Geschichte ebenfalls aus ihrer
Entstehungszeit: es gibt Referenzen zur Gegenwart, zur Science-Fiction,
aber auch zum Beginn des letzten Jahrhunderts. Hinrichs Graphic Novel
ist von schrägen und seltsamen Charakteren bevölkert, lediglich Fridolin
und Albertine sind Menschen. Seine Bilder, in denen die Grenzen von
Traum und Realität verschwimmen, fangen die surreale Stimmung der beiden
Protagonisten gekonnt ein. Hinrichs weicht dabei vom Originaltext ab
und lässt seine Bilder wirken. Mit seiner Graphic Novel gelingt ihm eine
Interpretation, die in einem Spannungsverhältnis zum Original steht und
es trotzdem vollständig erzählt. Schnitzlers Originaltext befindet sich
am Ende des Bandes.

Warum ich es mir wünsche: 

Ich liebe Klassiker und ich liebe schön gestaltete Bücher. Beides scheint mir hier perfekt vereint. Jetzt muss ich nur noch einen Weg finden um an die Büchergilde-Ausgabe zu kommen.
Das Cover der frei erhältlichen Ausgabe gefällt mir nicht ganz so gut.

Rezension

Rezension zu „Glas“ von Stephen King

Eine Liebesgeschichte in einem Western in einer Roadstory in
einer Fantasy-Welt in ….?

Bitte beachten:  bei dem Buch handelt es sich um Band vier der ursprünglich aus sieben Bänden bestehenden
Saga um den dunklen Turm. Wer die ersten Bände noch nicht gelesen hat, dies aber noch tun möchte, sollte hier nicht
weiterlesen.
Wer nach dem rasanten Ende von Band 3 „tot“  auf eine zügige Fortsetzung der Reise Richtung
dunkler Turm hofft, wird hier enttäuscht sein. Das Buch besteht im Wesentlich
aus einer Rückblende in Rolands Vergangenheit, in der wir unter anderem
erfahren wo er den dunklen Turm zum ersten Mal gesehen hat und was aus seiner
ersten und einzigen Liebe wurde.
Zu Beginn des Romans wird zunächst der Cliffhanger aus dem
vorherigen Band aufgelöst. Nachdem die Gefährten dem diabolischen Monorail Blaine
entkommen konnten, stellen sie fest, dass Zeit und Raum der Ankunftsstelle
nicht mehr dem ihrer Abfahrt entsprechen.

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Rezension

Henry James – Die Drehung der Schraube

Auf den zweiten Blick genial

Die Eindrücke, die dieses Buch hinterlässt, brauchen etwas Zeit um verarbeitet zu werden. Daher jetzt nach einigen Tagen meine Rezension zu diesem Klassiker. Diese 1898 erstmals erschiene „Geistergeschichte“ beginnt wie viele klassische Gruselgeschichten in einem englischen Landhaus, in der ein nicht näher genannter Erzähler einer versammelten Gesellschaft die eigentliche Geschichte vorliest.

Es handelt sich hierbei um die Aufzeichnungen  einer Gouvernante, die mit der Betreuung von zwei elternlosen Kindern, Miles und Flora, auf einem Landsitz namens Bly beauftragt wird. Die beiden Kinder erscheinen sehr liebenswürdig und intelligent, einzig ein nicht näher erläuterter Schulverweis von Miles gibt erste Rätsel auf.

Nach einiger Zeit beobachtet die Erzieherin Geistererscheinungen auf dem Grundstück des Landsitzes. In den Gestalten glaubt sie ihre Vorgängerin und einen früheren Diener des Haushaltes zu erkennen, die beide unter nicht näher geklärten Umständen ums Leben kamen. Sie erfährt, dass die Kinder und die beiden Angestellten sich wohl sehr nahe standen. In der Überzeugung, dass auch die Kinder die Geister sehen und in dem Wunsch, die Kinder vor diesen zu schützen, tut sie fortan alles, um die Kinder keinen Moment aus den Augen zu lassen.

Viel mehr darf man zu der Handlung hier nicht erzählen, ohne zu viel vom Inhalt zu verraten. Der Leser wird jedoch im Unklaren gelassen, ob die Erscheinungen real sind, oder was die genauen Gründe hierfür sind. Wie wir auch in unserer Leserunde gemerkt haben, führt dies dazu, dass der Leser das Beschriebene ständig versucht unter neuen Blickwinkeln zu „analysieren“, um hinter die Wahrheit zu kommen. Auch wenn das Ende nicht alle Leser zufriedenstellen dürfte, so hat es mir dennoch sehr gut gefallen, denn wie James hier mit den Gedanken und Erwartungen der Leser spielt, ist schon genial gemacht.

In dem Nachwort der Manesse-Ausgabe kann man lesen, dass dies auch genauso von ihm beabsichtigt war.  Gerade durch das Weglassen bestimmter Teile der Erzählung formen sich bei jedem Leser eigene Gedanken zur Handlung und Interpretationsmöglichkeiten. Man kann das Buch also durchaus auf zwei Ebenen lesen: Als klassische Gruselgeschichte, die ungeheuer spannend ist und als literarisches Experiment, in dem der Leser zum Mitgestalter der Geschichte wird.

Ich empfehle hier (allerdings erst nach Lektüre) den sehr gut gemachten wikipedia-Artikel über das Buch, dem  man auch entnehmen kann, dass dieses als eines der am stärksten rezipierten Bücher von Henry James gilt. Literaturwissenschaftler praktisch aller Schulen haben sich mit diesem Werk beschäftigt. Mittlerweile soll es über hundert verschiedene Interpretationen dieser Geschichte geben. Für mich eine große Leseempfehlung und  klare 5 Sterne für dieses Buch.

Von diesem Roman sind zahlreiche verschiedene deutsche Ausgaben erhältlich. Wem, wie mir, auch die Gestaltung und Haptik wichtig ist, dem sei die wunderschöne Ausgabe aus der Manesse-Bibliothek der Weltliteratur wärmstens ans Herz gelegt. Wie immer in dieser Reihe wird dort nur sehr hochwertiges Papier bedruckt, welches anschließend fadengeheftet und in feines Leinen gebunden wird.  Damit hat man nicht nur beim Lesen einen „Handschmeichler“, das macht sich auch gut in jedem Bücherregal.

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On the road

Frankfurter Buchmesse 2015 – Ein Bericht

Mein erster Messebesuch: Traum oder Alptraum?

Seit Jahren schon möchte ich die Buchmesse in Frankfurt besuchen, aber irgendwie kam immer etwas dazwischen. Dieses Jahr sollte es endlich so weit sein. Wird es das erhoffte Bücherparadies sein oder ist es ein Alptraum, in dem man von Menschen und Büchern schier „erschlagen“ wird?
Hier mein Bericht:

Los ging es pünktlich um kurz nach 06.00 Uhr mogens mit dem Bus der Mayerschen-Buchhandlung ab Düsseldorf Hauptbahnhof. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Dormagen um die nächsten Messebesucher mitzunehmen ging es auf die Autbahn Richtung Frankfurt. Relativ pünktlich kamen wir in Frankfurt an, das Navi des Busfahrers zeigte (völlig überraschend) aber einen Stau auf der Messezufahrt an, woraufhin kurzerhand eine „Abkürzung“ mitten durch die Frankfurter Innenstadt genommen wurde. Auf diese Weise habe ich auch mal die Zentrale meines Arbeitgebers im Frankfurter Bankenviertel gesehen. Eine halbe Stunde später waren wir dann endlich auf dem Messegelände.

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Aktionen

Stephen-King-Projekt 2016

„Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm.“ (Erster Satz des ersten Bandes „Schwarz“)

Lange hat es gedauert, aber jetzt scheint tatsächlich die Verfilmung der Reihe um den dunklen Turm von Stephen King in die Produktion zu gehen. 2017 soll der erste Film in die Kinos kommen.

Update 05/2016: Mittlerweile gibt es erste Details zu der Verfilmung. Einzelheiten gibt es auf der offiziellen Internetseite www.darktowermovies.com und auf der Seite der IMDB.

Die Reihe hatte ich bei Ersterscheinung schon begonnen, da die Abstände zwischen den Veröffentlichungen aber immer größer wurden, wollte ich dann abwarten bis die Reihe komplett sein würde. Dies sollte dann aber noch bis 2004 dauern. Nachdem King das Projekt abgeschlossen hatte, wurde außerdem eine neue, durchgesehene Ausgabe der ersten Bände veröffentlicht.

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Krimi

Blood on Snow-Der Auftrag von Jo Nesbø

Olav Johansen hat kein besonderes Talent. Er kann keinen Fluchtwagen fahren. Auch
für Raubüberfälle, Drogengeschäfte und Prostitution scheint er nicht geeignet.

Dafür kann er gut Leute „expedieren“. Der Auftragskiller bezeichnet sich schlicht als „Expedient“,
lässt sich bei seinen Jobs durch nichts aus der Ruhe bringen und wird nicht durch ein schlechtes Gewissen geplagt, da die Opfer es meist „irgendwie
verdient haben“.

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Zur Neuauflage des literarischen Quartetts im ZDF

Und wieder heißt es: „…Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“

Seit dem 02. Oktober 2015 versucht sich das ZDF mit neuer
Besetzung an der Wiederbelebung des  legendären literarischen Quartetts.
Aber können Volker Weidermann, Christine Westermann und Maxim Biller sowie jeweils
ein Gastkritiker (in der ersten Sendung die Autorin Juli Zeh) die hohen
Erwartungen erfüllen?

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