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August 2017

Rezension

Grégoire Hervier – Vintage

„Ich konnte mir den Künstler in seinem Studio vorstellen, wie er in der Stille der Nacht einem Phantom der Oper gleich der markerschütternden Verlorenheit seiner Seele Ausdruck verlieh. Und zwar in einer Musik, die sich jener Gitarre verdankte, die ich seit Monaten suchte.“ (Seite 319)

Mit „Vintage“ nimmt uns der französiche Autor Grégoire Hervier mit auf eine Reise in die Geschichte der Rockmusik und zu deren Ursprüngen. Eine äußerst unterhaltsame Mischung aus Kriminalroman, Abenteuergeschichte und Roadstory.

Inhalt

Bei dem Helden des Romans, Thomas Dupré, fünfundzwanzig Jahre alt und Rockgitarrist, lässt der musikalische Erfolg auf sich warten. Bis sich das ändert, verdient er seinen Lebensunterhalt mit unregelmäßig erscheinenden Artikeln in diversen Musikzeitschriften oder er hilft im Geschäft eines Freundes aus, der mit alten Vintage-Gitarren handelt und diese restauriert. Eines Tages erhält er das Angebot eine äußerst seltene Gitarre (eine Les Paul Goldtop von 1954) persönlich zu einem Kunden nach Schottland zu bringen. Da die Reiskosten vom Käufer bezahlt werden willigt er kurzerhand ein und steht einige Tage später schon vor dem Domizil des Käufers, welches auch ein geschichtsträchtiger Ort für Rock-Fans ist: Boleskine House, in den schottischen Highlands unweit von Loch Ness gelegen, war für einige Zeit das Zuhause von Rock-Legende Jimmy Page, der das Anwesen zur Anfangszeit von Led Zeppelin erworben hatte. Der aristokratische Besitzer des Anwesens ist begeistert von seiner Neuerwerbung und zeigt Dupré seine umfangreiche Sammlung historischer Rockgitarren und eröffnet ihm ein Geheimnis: Angeblich wurde die wertvollste Gitarre seiner Sammlung gestohlen – ein Original der legendären Gibson Moderne, von der viele Fachleute glauben, dass es diese Gitarre nie gegeben hat und deren Existenz lediglich eine Legende ist. Continue Reading

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Vorschau auf die neuen Bücher im Herbst 2017 – Teil 2

Weiter geht es mit Teil 2 meiner Herbstvorschau mit weiteren 15 Büchern, auf die ich mich freue: Teil 1 findet ihr unter diesem Link:

Lize Spit: Und es schmilzt

Klappentext:Ein Buch, das alles gibt und alles verlangt. Mit geschlossenen Augen hätte Eva damals den Weg zu Pims Bauernhof radeln können. Sie könnte es heute noch, obwohl sie viele Jahre nicht in Bovenmeer gewesen ist. Hier wurde sie zwischen Rapsfeldern und Pferdekoppeln erwachsen. Hier liegt auch die Wurzel all ihrer aufgestauten Traurigkeit. Dreizehn Jahre nach dem Sommer, an den sie nie wieder zu denken wagte, kehrt Eva zurück in ihr Dorf – mit einem großen Eisblock im Kofferraum. Erscheint am 24.08.2017, Verlag S. Fischer, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Das mit dem Preis des niederländischen Buchhandels für den besten Roman ausgezeichnete Buch erscheint bald auch in deutscher Übersetzung. Erste Stimmen von Bloggern klingen sehr begeistert, allerdings wirkt der Klappentext wenig aufschlussreich. Ich werde zunächst die Meinungen anderer Rezensenten abwarten.

 

Andreas Pflüger: Niemals

Klappentext: „Jenny Aaron ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten. Und sie ist blind. Man drängt sie zur Rückkehr in die geheime Sondereinheit, in der sie früher war. Es wäre wieder ein Leben aus purem Adrenalin. Doch will sie das? Da erfährt sie, dass ihr Todfeind ihr ein gigantisches Vermögen hinterlassen hat. Aaron muss nach Marrakesch. Dort wird sie mit ihrer größten Angst konfrontiert. Und die Hölle bricht los … Jenny Aaron will sich in der Einsamkeit Schwedens darüber klarwerden, wohin ihr Weg sie führen soll. Das Angebot, zu dem Berliner Spezialkommando zurückzukommen, dem sie als Sehende sechs Jahre lang angehörte, beschäftigt sie Tag und Nacht. Nie wollte sie etwas anderes. Doch Aaron zögert. Sie weiß, dass sie nicht mehr die Frau ist, die sie einmal war.
Als ihre Vergangenheit sie einholt, muss sie sämtliche Zweifel hinter sich lassen. In Marrakesch wartet der gefährlichste Mann der Welt auf sie. Jemand, von dem viele glauben, dass er nur ein Mythos sei. Aaron erfährt, was er ihr angetan hat. Um ihn zu töten, ist sie bereit, alles zu opfern, was ihr je etwas bedeutete.“ Erscheint am 09.10.2017, Suhrkamp Verlag, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: „Endgültig“, der erste Krimi um die blinde Ermittlerin Jenny Aaron, gehörte letztes Jahr zu meinen Krimi-Highlights. An den etwas stakkatohaften Stil muss man sich etwas gewöhnen. Dann kommt man aber in den Genuss eines spannenden Krimis mit einer außergewöhnlichen Ermittlerin. Fans des ersten Teils warten schon ungeduldig auf die Fortsetzung. Continue Reading

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Vorschau auf die neuen Bücher im Herbst 2017 – Teil 1

In den letzten Wochen habe ich ausgiebig in den Vorschauen einiger Buchverlage geblättert und habe wieder viele interessante Titel für mich entdeckt. Gerade bei den Romanen ist das Angebot wieder riesig, da werde ich wohl im Jahresverlauf auch noch viele weitere Bücher auf diversen Blogs für mich entdecken. Hier daher schon mal eine erste bunte Mischung von Titeln, die mich interessieren. Vielleicht ist ja für den ein oder anderen eine Anregung dabei. Ich füge Cover und Klappentexte der Verlage hier ein, weitergehende Informationen erhaltet ihr bei den jeweils verlinkten Verlagen.

Colson Whitehead: Underground Railroad

Klappentext: „Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.“ Erscheint am 21.08.2017, Hanser Verlag,  Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Einer der vielversprechendsten Titel des Hanser-Programms für den Herbst. Mittlerweile mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet und ganz frisch auch für den englischen Man Booker Prize nominiert. Ein Buch auf das ich mich sehr freue.

Lawrence Block (Hrsg.): Nighthawks – Stories nach den Gemälden von Edward Hopper

Klappentext: „Hopper ist Kult: 17 Stories von namhaften US-Autoren zu berühmten Gemälden des weltbekannten Malers Jedes Bild erzählt eine Geschichte. Für die Gemälde von Edward Hopper (1882 – 1967), einer Ikone der modernen amerikanischen Malerei, gilt das in besonderem Maße. Seine Porträts von Menschen, die auf rätselhafte Weise in ihre Einsamkeit versunken scheinen, lassen der Phantasie einen weiten Spielraum. Siebzehn renommierte US-Autoren haben sich inspirieren lassen, jede(r) von einem anderen Bild. Ihre Geschichten setzen dort an, wo das Gemälde als Momentaufnahme zwangsläufig aufhören muss, erzählen weiter, was verborgen in der Mimik, der Körpersprache der Figuren und in der festgehaltenen Szene zu erspüren ist. Entstanden ist eine vielschichtige, faszinierende Kollektion von Stories über die menschliche Existenz und ihre Abgründe. Realistisch, anrührend, beunruhigend – immer aber fesselnd und überraschend. Mit Geschichten von Stephen King, Michael Connelly, Lee Child, Jeffery Deaver, Joyce Carol Oates, Lawrence Block u.a.“ Erscheint am 02.11.2017, Verlag Droemer-Knaur, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Pünktlich zum fünfzigsten Todestag des Malers erscheint diese interessante Sammlung von Kurzgeschichten namhafter Autoren, dazu in einer vermutlich schönen Ausgabe, da auch 20 Abbildungen berühmter Werke des amerikanischen Malers enthalten sind. Viele von Hoppers Bildern erinnern mich an Szenen aus Romanen von Patricia Highsmith. Ich bin gespannt, was die anderen Autoren daraus gemacht haben. Continue Reading