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40 Jahre „Tales of Mystery and Imagination – Edgar Allan Poe“ von Alan Parsons Project

„…And so I captured this fancy

where all that we see or seem

is but a dream within a dream“

Eine Musikempfehlung auf meinem Buchblog? Keine Sorge, das wird die Ausnahme bleiben, aber dieses brillante Stück Musikgeschichte hat natürlich auch sehr viele Berührungspunkte mit der Literatur von Edgar Allan Poe und ist damit hoffentlich auch für viele Leser von Interesse.

Das hochgelobte Debutalbum von Alan Parsons Project feiert dieses Jahr bereits sein vierzigjähriges  Jubiläum. Das möchte ich gerne zum Anlass nehmen, euch eines meiner am häufigsten gehörten Alben vorzustellen.

Alan Parsons Tales

Tracklist:

  • A Dream Within A Dream
  • The Raven
  • The Tell-Tale Heart
  • The Cask Of Amontillado
  • (The System Of) Doctor Tarr and Professof Feather
  • The Fall Of The House Of Usher: Prelude
  • The Fall Of The House Of Usher: Arrival
  • The Fall Of The House Of Usher: Intermezzo
  • The Fall Of The House Of Usher: Pavane
  • The Fall Of The House Of Usher: Fall
  • To One In Paradise

Der Musiker und Produzent Alan Parsons arbeitete zunächst nur als Toningenieur und erlangte erste Bekanntheit durch seine Mitarbeit an den Beatles-Alben Abbey Road und Let it be.  Seinen großen Durchbruch hatte er als verantwortlicher Toningenieur des Pink Floyd-Albums Dark Side Of The Moon. Parallel zu seiner Tätigkeit in den Tonstudios arbeitete Parsons später an verschiedenen Bandprojekten und als Produzent. Mit dem Musiker und Komponisten Eric Woolfson arbeitete Parsons bereits seit 1974 an einer Idee für ein Konzeptalbum, das sich ausschließlich mit den Texten des Schriftstellers Edgar Allan Poe beschäftigen sollte.

Es dauerte jedoch noch zwei Jahre, bis sie ihr Vorhaben in die Tat umsetzen konnten und das Album dann 1976 erstmals veröffentlicht wurde. Für die Produktion holte sich Parsons zahlreiche Musiker und Sänger ins Studio, mit denen er damals zusammengearbeitet hatte, unter anderm auch John Miles, für den er kurz vorher seinen größten Erfolg Music produziert hatte.

Die fast durchgängig rockigen Musikstücke wurden von Parsons und Woolfson mit großen sinfonischen Arrangements verbunden. Einzig das fünfteilige The Fall Of The House Of Usher ist ein reines Instrumentalstück.

Die LP-Version wurde zu einem großen Erfolg, der noch zahlreiche weitere Konzeptalben folgen sollten, die zwar auch kommerziell erfolgreich waren, bei Fans und Kritikern allerdings nie den Status des Debutalbums erreichen konnten. In Deutschland dürfte Parsons den meisten aus der Titelmelodie des Politmagazins Monitor bekannt sein, wofür seit vielen Jahren das Stück Lucifer aus dem Album Eve verwendet wird, in letzten Jahren allerdings nur eine Coverversion.

1987 erschien die erste CD-Version des Albums, für die Parsons einige Veränderungen vornahm. Aus den ursprünglich nur für Promotionzwecke eingesetzten, und von Orson Welles gesprochenen, Poe-Zitaten wurden Ausschnitte in die CD-Version übernommen. Parsons-Puristen kritisierten das, die düstere Stimmung der Poe-Geschichten wird jedoch von Welles perfekt transportiert.

Im Rahmen der Neuauflage sämtlicher Alben von Alan Parsons Project erschien 2007 auch eine nochmals tontechnisch überarbeitete 2-CD-Version, auf der jetzt sowohl die LP-Version von 1976, als auch die CD-Version von 1987, ergänzt um einige Zusatztracks, enthalten sind.

Allen, diese dieses geniale Stück Musikgeschichte noch nicht kennen, sei diese Version wärmstens ans Herz gelegt. Hardcore-Fans können auch zur ebenfalls erhältlichen Parsons-Komplettbox mit allen Alben in überarbeiteter Version greifen.

Für mich die perfekte Umsetzung von Literatur in Musik, die auch nach vierzig Jahren nichts von ihrer Kraft eingebüßt hat und Textzeilen für die Ewigkeit enthält:  (aus The Cask Of Amontillado)

„You who are rich and whose troubles are few

May come around to see my point of view

What price the Crown of a King on his throne

When you’re chained in the dark all alone“

Falls ihr noch das passende Buch zur Musik sucht: Diese wunderschöne Poe-Ausgabe aus dem Hause Jacoby & Stuart, genial illustriert von Benjamin Lacombe,  kann ich ebenfalls sehr empfehlen und eignet sich auch als Geschenk für alle Freunde bibliophiler Kostbarkeiten.

PoeUnheimlicheGeschichten

Edgar Allan Poe: Unheimliche Geschichten

Verlag: Jacoby & Stuart

Übersetzt von Arno Schmidt und Hans Wollschläger, Illustrationen vn Benjamin Lacombe

ISBN 978-3-942787-09-3

gebundenes Halbleinen, durchgehend farbig illustriert mit geprägtem Einband

Kennt ihr dieses oder andere Parsons-Alben? Lasst mir gerne eure Kommentare hier.

Liebe Grüße

Thomas

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2 Comments

  • Reply Gerd Duerner 19. Mai 2016 at 18:08

    Das Konzeptalbum hatte ich immer mal im Auge, kenne jetz aber nur das instrumentale „House of Usher“ welches fürchte ich mich nicht so überzeugen konnte, die Neuauflage klingt allerdings Spannend, ich schätze da werde ich dann doch nochmal reinhören.

    • Reply Thomas 19. Mai 2016 at 19:43

      Hallo Gerd, dank Internet kann man ja jetzt problemlos reinhören, ich empfehle mal „The Raven“ oder „Cask of Amontillado“ .
      Liebe Grüße
      Thomas

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