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On the road

On the road, Rezension

Torsten Woywod – In 60 Buchhandlungen durch Europa (Buch und Lesung)

„Buchhandlungen machen jede Stadt ein bisschen schöner und jeden Tag ein bisschen besser.“ (Seite 6)

„Don’t dream it. Do it!“ ist ein vielbenutztes Bonmot, doch die wenigsten Menschen leben nach dieser Maxime. Ganz anders hat es Torsten Woywod, leidenschaftlicher Buchhändler aus Aachen, gemacht. Schon lange träumte er davon, einmal eine Reise zu den schönsten Buchhandlungen in Europa zu unternehmen. Als dann einige Reiseführer-Verlage von seinem Traum hörten und drei davon ihn mit einem Interrailticket unterstützten hat er nicht lange überlegt und ist nach einer sehr kurzen Vorbereitungszeit aufgebrochen um in 28 Tagen 12 Länder und 62 Buchhandlungen zu besuchen. Von dieser Reise berichtet sein Buch „In 60 Buchhandlungen durch Europa“. Continue Reading

On the road

Leipziger Buchmesse 2017 – Ein Bericht – Teil 3

Schöne Bücher, Liebeserklärungen an die Literatur und die Bloggerkonferenz – das Messe-Wochenende

Auch der Samstag und Sonntag waren vollgepackt mit interessanten Veranstaltungen rund um das Buch. Der Samstag ist traditionell der Messetag mit dem größten Besucherandrang. Man braucht also etwas Geduld um zu den jeweiligen Hallen zu kommen. Einige Autoren stehen für Gespräche und Signaturen an den Verlagsständen bereit (wie hier Benedict Wells am Diogenes-Stand) oder geben interessante Interviews wie beispielsweise Feridun Zaimoglu, hier im Gespräch mit Wolfgang Tischer von literaturcafe.de über seinen neuen Luther-Roman „Evangelio“ (Verlag Kiepenheuer & Witsch). Continue Reading

On the road

Leipziger Buchmesse 2017 – Ein Bericht – Teil 2

„So many books, so little time.“ Dieser Satz könnte eigentlich als Motto für die gesamte Messe gelten, es ist praktisch unmöglich alle interessanten Veranstaltungen zu besuchen. Am Freitag stand unter anderem das Bloggertreffen bei Diogenes auf dem Programm. Die Verlagsmitarbeiter stellten das Herbstprogramm vor und kündigten „den ein oder anderen Überraschungsgast“ an. Aufgeregte Frage einer Teilnehmerin: „Kommt der Benedict?“. Diogenes-Autor Benedict Wells kann sich also nicht nur an dem grandiosen Erfolg seines Romans „Vom Ende der Einsamkeit“ freuen (den ich aufgrund des Hypes immer noch nicht gelesen habe), sondern kann auch sicher sein, dass ihm die Herzen aller Leserinnen und Buchhändlerinnen zu Füßen liegen. Dieser kam dann aber nicht, dafür aber die Diogenes-Autoren Martin Suter und Chris Kraus, die ihre aktuellen Romane vorstellten und für kurze Fragen zur Verfügung standen. Continue Reading

On the road

Leipziger Buchmesse 2017 – Ein Bericht – Teil 1

Dieses Jahr habe ich mir die vollen vier Tage Buchmesse als Programm vorgenommen. Hier kommt Teil 1 meines Berichts.

Im Vorfeld der Messe habe ich mich intensiv mit dem Veranstaltungsprogramm „Leipzig liest“, das auf der Messe und an ganz vielen Lesungsorten in der Stadt stattfindet, beschäftigt. Bei weit über 3000 Veranstaltungen eine sehr zeitintensive Aufgabe, allerdings wird durch die hohe Anzahl an Veranstaltungen für fast jeden Buchgeschmack etwas geboten. Continue Reading

On the road, Rezension

T.C. Boyle – Die Terranauten (Buch und Lesung)

Zwei Jahre. Vier Männer, vier Frauen. Nichts rein, nichts raus. 

Das ist das Motto unter dem das auf einem realen Vorbild basierende wissenschaftliche Experiment steht, um das es in dem neuesten Roman von T.C. Boyle geht.

Im Roman heißt das Unternehmen „Ecosphere 2“ in Anlehnung an das tatsächliche Vorbild „Biosphere 2“ und es soll dazu dienen herauszufinden, ob es möglich ist, ein von der Außenwelt unabhängiges, sich selbst erhaltendes Ökosystem zu schaffen. Man wollte hier Handlungsmöglichkeiten untersuchen, um auf etwaige globale Katastrophen reagieren zu können. Auch die NASA hatte Interesse an dem Projekt, da sie sich hieraus Erkenntnisse zu einer eventuellen Besiedelung fremder Planeten versprach. Continue Reading

Krimi, On the road

Lesung mit Donna Leon – Ein Bericht

„Er ist zu gut um wahr zu sein.“ (Donna Leon über Guido Brunetti)

Die Diakonie-Buchhandlung in Düsseldorf-Kaiserswerth feiert in diesem Jahr ihr 125jähriges Bestehen und hat sich zur Feier dieses Jubliäums einen besonderen literarischen Gast nach Kaiserswerth eingeladen.

Die amerikanische Autorin Donna Leon las am 22.10.2016 aus ihrem kürzlich erschienen fünfundzwanzigsten Roman um den venezianischen Kommissar Guido Brunetti „Ewige Jugend“. Unterstützt wurde sie dabei von der Schauspielerin Annett Renneberg, die in den deutschen Verfilmungen der Romane die Signorina Elettra spielt. Aufgrund der großen Nachfrage wurde die Veranstaltung in die Mutterhauskirche der Diakonie verlegt, die einen festlichen Rahmen für die Veranstaltung bot. Annett Renneberg moderierte den Abend und las im Wechsel mit Donna Leon verschiedene Passagen des neuesten Romans. Zwischendurch war reichlich Zeit für Fragen und Anekdoten rund um die Bücher von Donna Leon.

In 35 Sprachen übersetzt – außer italienisch

Ihre Romane sind seit vielen Jahren Welterfolge und regelmäßig auf den Bestsellerlisten zu finden. Für manche Leser ist es daher unverständlich, dass sie ihre Romane nicht auch ins Italienische übersetzen lässt. Doch Donna Leon ist ihre relative Anonymität als langjährige Einwohnerin Venedigs wichtiger als ein eventuell etwas höheres Einkommen. Mit ihren Büchern hat sie nach eigenen Worten ohnehin schon genug verdient, so dass sie jetzt einen Großteil ihres Einkommens dazu verwendet Künstler ihrer wahren Leidenschaft zu unterstützen: der klassischen Musik, insbesondere der Barockoper. Viele ihrer venezianischen Nachbarn wissen nicht, wer sie ist und damit ist sie sehr glücklich, ihr reicht es wenn die Einwohner Venedig sie als „the pleasant foreign woman who speaks good italian“ kennen. Das hilft ihr auch ihre Bodenständigkeit zu bewahren, denn wie plötzlicher Erfolg den Menschen verändern kann, hat sie in ihrer Zeit als Mäzenin junger Künstler schon miterlebt.

„I saw people getting famous and it changed them – some of them not to the best.”

Leider wird ihre Liebe zu Venedig in den letzten Jahren immer mehr von den schier unendlich erscheinenden Touristenströmen getrübt. 30 Millionen Touristen treffen auf 50.000 Einwohner, das hält keine Stadt auf Dauer aus. („I get crazy, when there are so many people. It’s like living in perpetual christmas-shopping.”). Daher verbringt Donna Leon nur noch einige Monate, vorzugweise in der kälteren Jahreszeit, in ihrer Lieblingsstadt und den Rest des Jahres in ihrem Zweitwohnsitz in der Schweiz.

Dass ihre Romane durchaus Parallelen mit der Barockoper aufweisen ist ihr erst kürzlich klar geworden. Denn die barocken Opern sind meistens unterteilt in Konversationen und Rezitative, die die Handlung voranbringen, unterbrochen von Arien, in denen Gefühle transportiert werden und die für den Handlungsverlauf nicht entscheidend sind. Tatsächlich haben wohl viele bekannte Sänger der damaligen Zeit die gleichen Arien in unterschiedlichen Stücken gesungen, da es aufgrund der Vielzahl an Engagements gar nicht möglich war alle Texte zu kennen. Als Beispiel liest sie eine Passage aus dem neuen Roman vor, in der eine nächtliche Szene bei den Brunettis beschrieben wird. Guido Brunetti findet seine Frau schlafend im Bett vor und es wird der Raum und die umherliegenden Gegenstände beschrieben sowie Brunettis Gedanken. Eine Szene, die für die Handlung des Romans nicht wichtig ist, jedoch eine Menge an Gefühlen transportiert. Diese Szene, so Donna Leon, könnte in jedem ihrer Romane auftauchen, da diese Szenen untereinander austauschbar, aber zur Charakterisierung der Protagonisten sehr wichtig sind.

Nach dem ausführlichen Lesungsteil hatten die Zuschauer noch die Möglichkeit Fragen zu stellen. Einige möchte ich gerne hier wiedergeben:

Diese obligatorische Frage durfte natürlich nicht fehlen: „Woher nehmen sie ihre Ideen?“

Die meisten ihrer Ideen kommen ihr zufällig, einige schnappt sie bei Unterhaltungen in Cafés auf, manchmal birgt auch eine kurze Zeitungsmeldung die Idee für einen Roman. Der Schreibprozess selber hört sich aus ihrem Munde gar nicht so kompliziert an. In den ersten zwei Kapiteln haben die Protagonisten noch eine Vielzahl von Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, mit Fortschreiten der Handlung werden die Variablen aber immer weniger, so dass sich der weitere Stoff fast von selbst ergibt.

„Denken Sie auch in Alltagssituationen an Brunetti oder wie er sich verhalten würde?“

Nein, sie beschäftige sich mit ihren Romanfiguren ausschließlich  dann, wenn sie an ihrem Schreibtisch sitzt und an einem Roman arbeitet.donna-leon-klein-300

„Do you like the movies?“ „Next question!“ antwortet sie nur lächelnd mit einem Blick auf Annett Renneberg, sie ist wohl zu höflich für ehrliche Worte. Vermutlich geht es ihr wie mir: der italienische Flair der Romane kommt in den Verfilmungen nicht wirklich rüber – irgendwie wirken diese einfach zu „deutsch“ und erinnern zu stark an die klassischen deutschen Fernsehkrimis wie „Derrick“ oder „Der Alte“.

„Was sagt sie zum Literaturnobelpreis für Bob Dylan?“

Donna Leon schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. „I don’t understand that. I can’t listen to a voice that is that ugly.” Annett Renneberg spart sich eine Übersetzung und sagt nur: “Donna Leon ist jetzt nicht so der Bob-Dylan-Fan.“

Alles in allem ein sehr kurzweiliger und informativer Abend mit einer äußerst sympathischen, bodenständigen Schriftstellerin. Dass die von ihr fomulierte Einstellung vieler Amerikaner („we are all the same – except Donald Trump!“) nicht nur leere Worte sind, merkt man, sobald man sie anspricht. Meinen Dank für’s gemeinsame Foto beantwortet sie mit einem schlichten „Thanks for asking.“

Wer die Chance hat Donna Leon live zu erleben sollte die Gelegenheit nutzen.

Weitere Informationen zu Donna Leon und ihren Büchern findet ihr natürlich auf der Seite des diogenes-Velags.

Einen weiteren lesenwerten Artikel über Donna Leon sowie eine kurze Vorstellung der drei zuletzt erschienen Romane findet ihr auch auf dem Blog der Buchlotsin.

On the road

Vor der Buchmesse ist nach der Buchmesse – ein kurzer Rückblick auf Leipzig 2016

Nächste Woche ist es wieder soweit: Die größte Buchmesse der Welt lockt wieder alle Lesebegeisterten nach Frankfurt. Dieses Jahr werde ich nicht selber vor Ort sein und freue mich daher auf die Berichterstattung in den Medien und auf zahlreiche Blogbeiträge der unterschiedlichsten Buchblogger.

Die bevostehende Messe möchte ich gerne zum Anlass nehmen, einen Blick zurückzuwerfen auf meinen ersten Besuch der Leipziger Buchmesse in diesem Jahr, die vom 17. bis 20. März 2016 stattfand. Zum Besuch der Messe hatte ich mich relativ kurzfristig entschieden und daher natürlich kein Hotelzimmer in Leipzig mehr bekommen können. Für das nächste Jahr muss die Planung also deutlich früher beginnen. Im nahe gelegenen Halle war die Hotelsituation etwas entspannter und über die Autobahn ist die Messe von dort auch sehr gut zu erreichen. Als Bloggerneuling habe ich mich ganz besonders gefreut, dass ich noch eine Karte für die „Bloggersessions“ am Sonntag erstehen konnte. Das angekündigte Programm („Das Fachprogramm für Blogger und Neueinsteiger sowie Verlage und Autoren“ – so der Text von der Seite der Buchmesse) hörte sich vielversprechend an. Wie sich später herausstellte, bin ich hier wohl mit falschen Erwartungen in die Veranstaltung gegangen. Doch dazu später mehr.

Angereist bin ich am Donnerstag und hatte dort aufgrund der Anreise nicht mehr den ganzen Tag zur Verfügung. Daher habe ich mir erst mal einen groben Überblick verschafft welche Stände sich in welchen Hallen befinden. Lieblingsverlage hatte ich schnell entdeckt.

20160318_165502 Continue Reading

On the road

Die erste LitBlogConvention in Köln

Am Samstag, den 4. Juni 2016 fand in Köln die erste LitBlogConvention #LBC16 statt. Die fünf Kölner Verlage DuMont Buchverlag, DuMont Kalenderverlag, Egmont LYX/ INK, Kiepenheuer & Witsch und Bastei Lübbe haben das erste Event dieser Art im Kölner Verlagshaus des Bastei-Lübbe-Verlags in Köln organisiert.

„Was das ist? Die LitBlog Convention ist die erste Bloggerkonferenz in Köln, bei der es sich einen ganzen Tag lang ausschließlich um Literatur, die Verlagswelt, Autoren und das Bloggen dreht.“ (Von der Veranstaltungsseite)

Ob die Organisatoren die hohen Erwartungen der zahlreichen Blogger erfüllen konnten erfahrt ihr in meinem Bericht: Continue Reading