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Was liest du?

Tobi vom wunderschönen Blog Lesestunden ist auf der dringenden Suche nach Lesetipps und hat daher einen umfangreichen Fragebogen zusammengestellt, die alle Interessierten beantworten können. Bisher ist schon eine schöne Anzahl an Tipps zusammengekommen. Wer Lust hat mitzumachen, schreibt einen eigenen Blogbeitrag oder antwortet direkt in den Kommentaren bei Tobis Beitrag. Vielleicht kann ja der eine oder andere Leser dort noch ein paar interessante Tipps mitnehmen, ich bin schon wieder fündig geworden 😉

Und hier kommen die Fragen:

Ok, es geht ganz einfach los. Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

Eine schwierige Frage, vermutlich „Der Name der Rose“ von Umberto Eco

Okay: Welche fünf Bücher sind deine absoluten Lieblingsbücher?

Neben dem oben genannten:

  • Charles Dickens: Bleak House
  • Michael Ende: Die unendliche Geschichte
  • J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe
  • Stephen King: Es
  • Patricia Highsmith: Der talentierte Mr. Ripley

 

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Mein Jahr 2016 in Büchern

Meine Lieblingsbücher 2016 – 15 Lesetipps quer durch die Genres

In den letzten Wochen war es sehr ruhig auf meinem Blog, ich hoffe dass sich das in 2017 wieder ändert. Manchmal kommt einem einfach das Leben dazwischen, außerdem habe ich in letzer Zeit dann doch lieber mehr gelesen und versuche, die Rezensionen in nächster Zeit nachzuholen. Bevor ich mich aber mit den Themen für 2017 beschäftige, möchte ich gerne das Jahr 2016 Revue passieren lassen, das mich in Bezug auf Bücher und den Blog zu vielen Neuentdeckungen geführt hat. Bezüglich der Blogarbeit werde ich (hoffentlich) noch einen eigenen Artikel schreiben, zuerst werfe ich einen Blick zurück auf meine gelesenen Bücher und präsentiere meine persönlichen Highlights aus 2016. Da ich zu vielen Büchern noch keine Rezension geschrieben habe werde ich versuchen meine Leseeindrücke hier in ein paar kurzen Sätzen festzuhalten. Continue Reading

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5 + 1 kurze Fragen an die Buchhändlerin: Zum Buchpreis und dem Buchhandel

Der Deutsche Buchpreis wurde unter anderem ins Leben gerufen, um die Aufmerksamkeit der Leser auf neue deutschsprachige Literatur zu lenken. Mich interessiert, ob dieses Konzept bisher aufgegangen ist, daher habe ich Buchhändlerin Christina Esch, Inhaberin der Düsseldorfer Buchhandlung Lesezeit hierzu ein paar kurze Fragen gestellt:

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Spielt der Deutsche Buchpreis in ihrer Buchhandlung und bei ihrer Kundschaft eine Rolle?

Ja. Wir haben doch einige Kunden, die sich für den Deutschen Buchpreis interessieren. Speziell dann natürlich für den Preisträger.

Haben die Titel der Longlist in den vergangenen Jahren eine spürbare Umsatzausweitung für ihre Buchhandlung gebracht?

Die Titel der Longlist machen sich im Umsatz nicht großartig bemerkbar. Erst der Preisträger wird dann in einer höheren Stückzahl verkauft. Wobei es auch da auf den Gewinner-Titel ankommt. Im letzten Jahr war die Begeisterung der Kunden doch sehr verhalten, was warscheinlich auch mit dem Umfang des Titels zu tun hatte.

Kennen Sie einen oder mehrere Titel der aktuellen Longlist? Können Sie bestimmte Titel empfehlen bzw. warnen Sie vor bestimmten Titeln?

Mein Favorit für den diesjährigen Preis ist „Hool“ von Philipp Winkler. Eine, wie ich finde, sehr ungewöhnliche Nominierung.

Haben Sie ein bestimmtes Buch, das sie gerne auf der Longlist gesehen hätten?

Nein.

Welchem aktuellen Buch, unabhängig vom deutschen Buchpreis, würden Sie mehr Aufmerksamkeit wünschen?

Spontan fällt mir keines ein.

Abschließend eine Frage speziell zum Buchmarkt in Düsseldorf: Mit der Schließung des Stern-Verlags musste die literarische Szene in Düsseldorf dieses Jahr einen großen Verlust verkraften. Müssen die Düsseldorfer sich weiterhin Sorgen machen um den stationären Buchhandel oder ist dieser mittlerweile im Kampf gegen die Internethändler gut aufgestellt?

Ich kann nur für unsere Buchhandlung sprechen. Wir machen uns keine großen Sorgen im Moment. Unsere Kunden sind sich sehr wohl bewusst, was es bedeutet, wenn immer mehr Käufe im Internet getätigt werden. Und sehr oft bekommen wir auch gesagt, was Sie so an uns schätzen. Das freut uns natürlich sehr und spornt uns an immer weiter zu machen und unseren Service weiter zu verbessern. Durch die Internetkäufe schließen ja nicht nur die Buchhandlungen, auch viele andere Geschäfte sind davon betroffen. Das sieht man ganz deutlich in Teilen der Innenstadt. Das Stadtbild ist hauptsächlich von Ketten geprägt, die man in jeder andere Stadt auch findet. Und wie lange sich diese, vor allem Bekleidungsgeschäfte, in Konkurrenz zu Zalando und Co. noch halten können, wer weiß. Wie sehen dann unsere Städte in der Zukunft aus?  Das ist allerdings ein Thema über das Sie einen ganz eigen Beitrag schreiben könnten, so viel gäbe es dazu zu sagen.

Sehr geehrte Frau Esch, vielen Dank für das Gespräch!

Alle Titel der Longlist gibt es natürlich in der Lesezeit (auch online-Bestellung möglich) oder dem Buchhändler eures Vertrauens.

Weitere Buchhändlerstimmen zum Buchpreis hat Sophie Weigand vom Blog Literaturen eingefangen den Artikel gibt es hier.

Wie sind eure Erfahrungen zum Deutschen Buchpreis? Spielt dieser unter euren Freunden, Bekannten eine Rolle und falls ihr Buchhändler seid: Ist der Buchpreis in eure Buchhandlung ein Thema? Lasst mir gerne eure Kommentare da.

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Der Deutsche Buchpreis 2016 – Update #1

Long- und Shortlist und was sich sonst noch so getan hat im Netz

Seit 20.09.2016 stehen die sechs Titel der Shortlist fest. Sowohl über diese Bücher, als auch über die übrigen Titel der Longlist wurde im Netz ausführlich berichtet. Trotzdem möchte ich hier nochmal alle wesentlichen Informatione zusammentragen. Zunächst möchte ich euch einige Seiten vorstellen, die Beschreibungen, Rezensionen und Informationen rund um den Buchpreis bereitstellen. Da wäre natürlich zunächst der Inernetauftritt des Deutschen Buchpreises selber, der wirklich sehr gut gemacht Informationen zu allen 20 Titeln zusammenträgt. Dort sind Inhaltsbeschreibungen, Cover und sogar Hörproben zu den einzelnen Büchern zu finden. Dort wird man auch fündig, wenn man Fotos der Autoren sowie die Links zu den Verlagen sucht. Zu den Titeln der Shortlist ist jeweils ein Kommentar der Jury enthalten.

Was mir als Blogger völlig unverständlich ist, ist die Tatsache dass auf der Internetseite des Buchpreises kein Hinweis oder eine Verlinkung zu den begleitenden „offiziellen“ Buchpreisbloggern zu finden ist. Wer hier also nicht dem Facebook-Account des Buchpreises oder des jeweiligen Blogger folgt, hat kaum eine Chance diese Seiten zu finden. Schade, denn ich bin mir sicher, auch die offiziellen Blogger stecken viel Zeit und Liebe in dieses Projekt (die Links zu diesen Bloggern findet ihr auch in meinem ersten Bericht zum Buchpreis hier).  So liegt die Vermutung nahe, dass diese Blogger wieder hauptsächliche nur für Blogger schreiben.

Man sollte sich daher auch unbedingt die Seite des von Mara Giese ins Leben gerufenen Buchpreisblog merken.  Dieser ist ein vom Börsenverein und dem Deutschen Buchpreis unabhängiger Blog, der jetzt und künftig Rezensionen, Informationen und allerlei Hintergrundmaterial zum Deutschen Buchpreis (und eventuell auch weiteren Buchpreisen) zusammenträgt. Für dieses Projekt haben sich die Blogs von buzzaldrins.de (Mara Giese),  Zeichen und Zeiten (Constanze Matthes), Pinkfisch (Sarah Reul),  Zeilensprünge (Gerrit ter Horst und Tabitha van Hauten),  54books (Tilman Winterling) und Das graue Sofa (Claudia Pütz) zusammengetan. Bisher sind dort schon einige lesenswerte Artikel erschienen, also unbedingt vorbeischauen.

Die Buchbloggerin sammelt auf ihrem Blog alle Rezensionen von Bloggern zu den Titeln der Longlist, dort wird man also auch fündig.

Malte Bremer (literaturcafe.de) fasst die Leseeindrücke der zwanzig Leseproben sehr treffend in einer fünfteiligen Reihe auf literaturcafe.de zusammen.

Einen Überblick über Besprechungen in den verschiedenen Presseorgane findet man wie immer bei perlentaucher.de.

Und hier sind sie: die Titel der Shortlist

Die Inhaltsbeschreibungen stammen von den jeweiligen Verlagen

Thomas Melle: Die Welt im Rücken

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«Wenn Sie bipolar sind, hat Ihr Leben keine Kontinuität mehr. Die Krankheit hat Ihre Vergangenheit zerschossen, und in noch stärkerem Maße bedroht sie Ihre Zukunft. Mit jeder manischen Episode wird Ihr Leben, wie Sie es kannten, weiter verunmöglicht. Die Person, die Sie zu sein und kennen glaubten, besitzt kein festes Fundament mehr. Sie können sich Ihrer selbst nicht mehr sicher sein. Und Sie wissen nicht mehr, wer Sie waren. Was sonst vielleicht als Gedanke kurz aufleuchtet, um sofort verworfen zu werden, wird im manischen Kurzschluss zur Tat. Jeder Mensch birgt wohl einen Abgrund in sich, in welchen er bisweilen einen Blick gewährt; eine Manie aber ist eine ganze Tour durch diesen Abgrund, und was Sie jahrelang von sich wussten, wird innerhalb kürzester Zeit ungültig. Sie fangen nicht bei null an, nein, Sie rutschen ins Minus, und nichts mehr ist mit Ihnen auf verlässliche Weise verbunden.»
Thomas Melle leidet seit vielen Jahren an der manisch-depressiven Erkrankung, auch bipolare Störung genannt. Nun erzählt er davon, erzählt von persönlichen Dramen und langsamer Besserung – und gibt einen außergewöhnlichen Einblick in das, was in einem Erkrankten so vorgeht. Die fesselnde Chronik eines zerrissenen Lebens, ein autobiografisch radikales Werk von höchster literarischer Kraft.

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Bodo Kirchhoff: Widerfahrnis

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Reither, bis vor kurzem Verleger in einer Großstadt, nun in einem idyllischen Tal am Alpenrand, hat in der dortigen Bibliothek ein Buch ohne Titel entdeckt, auf dem Umschlag nur der Name der Autorin, und als ihn das noch beschäftigt, klingelt es abends bei ihm. Und bereits in derselben Nacht beginnt sein Widerfahrnis und führt ihn binnen drei Tagen bis nach Sizilien. Die, die ihn an die Hand nimmt, ist Leonie Palm, zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts; sie hat ihren Laden geschlossen, weil es der Zeit an Hutgesichtern fehlt, und er seinen Verlag dichtgemacht, weil es zunehmend mehr Schreibende als Lesende gibt. Aber noch stärker verbindet die beiden, dass sie nicht mehr auf die große Liebe vorbereitet zu sein scheinen. Als dann nach drei Tagen im Auto am Mittelmeer das Glück über sie hereinbricht, schließt sich ihnen ein Mädchen an, das kein Wort redet, nur da ist …

Kirchhoff erzählt in seiner großartigen Novelle von der Möglichkeit einer Liebe sowie die Parabel von einem doppelten Sturz: in die Liebe, ohne ausreichend lieben zu können, und in das Mitmenschliche, ohne ausreichend gut zu sein. »Aber wo wären wir ohne etwas Selbstüberschätzung«, sagt der Protagonist Reither, um sich Mut zu machen für den ersten Kuss mit Leonie Palm, »jeder wäre nur in seinem Gehäuse, ein Flüchtling vor dem Leben.«

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Philipp Winkler: Hool

Winkler-Hool-SUJeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet. HOOL ist die Geschichte von Heiko Kolbe und seinen Blutsbrüdern, den Hooligans. Philipp Winkler erzählt vom großen Herzen eines harten Jungen, von einem, der sich durchboxt, um das zu schützen, was ihm heilig ist: Seine Jungs, die besten Jahre, ihr Vermächtnis. Winkler hat einen Sound, der unter die Haut geht. Mit HOOL stellt er sich in eine große Literaturtradition: Denen eine Sprache zu geben, die keine haben.

Einen so knallharten, tieftraurigen und todkomischen Debütroman hat es seit Clemens Meyers „Als wir träumten“ in Deutschland nicht mehr gegeben. Thomas Klupp

Winkler schreibt bewegend, kraftvoll und mit feinem Gespür für die Welt der Außenseiter. Denn eigentlich ist Heiko Kolbe ein hoffnungsloser Romantiker und seine Gewalt ein stummer Schrei nach Liebe. Moritz Rinke

Woher kommt die Wut, was tust du, wenn dir nichts geblieben ist? Verzweifelt, knallhart und voller Herz. HOOL leuchtet aus allen Wunden.

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Herbstvorschau Teil 3 – Die Romane

Meine Highlights der Herbstvorschauen – Teil 3

Zugegeben, mit meiner Vorschau auf die Romane der kommenden Saison bin ich etwas spät dran, denn bei Büchern sind wir, ähnlich wie in der Modebranche, Ende August schon mitten in der Herbstsaison. Einige interessante Neuerscheinungen sind bereits veröffentlicht, trotzdem möchte ich hier noch gerne einen Blick auf die Romane werfen, die mir lesenswert erscheinen. In den nächsten Wochen und Monaten werden, nicht zuletzt durch die Besprechungen der Titel um den deutschen Buchpreis, noch einige Titel hinzukommen.

Beginnen möchte ich mit drei Titeln, die bereits schon vor der gestrigen Besprechung im literarischen Quartett extrem gehypt wurden. Der Verdacht liegt nahe, dass das Quartett sich von dem Ruf befreien wollte, dass ihre Besprechungen keine Bücher verkaufen, daher wurden zumindest drei Titel ausgewählt, die sich auch ohne das Quartett gut verkauft hätten. Mangelnde Aktualität kann  man ihnen also nicht vorwerfen.

Die Inhaltsangaben stammen von den jeweiligen Seiten der verlinkten Verlage.

Emma Cline: The Girls

Cline_25268_MR.inddZwei Millionen Dollar Vorschuss für ein Romandebut? Der Bieterstreit um die Rechte für diesen Roman sorgte bereits nach der Frankfurter Buchmesse 2014 für Medienrummel. Ob der Hype gerechtfertigt ist? Davon können sich die deutschen Leser jetzt selber überzeugen, denn seit 25.07.2016 ist auch die deutsche Übersetzung bei Hanser erhältlich.

„Kalifornien, 1969. Evie Boyd ist vierzehn und möchte unbedingt gesehen werden – aber weder die frisch geschiedenen Eltern noch ihre einzige Freundin beachten sie. Doch dann, an einem der endlosen Sommertage, begegnet sie ihnen: den „Girls“. Das Haar, lang und unfrisiert. Die ausgefransten Kleider. Ihr lautes, freies Lachen. Unter ihnen ist auch die ältere Suzanne, der Evie verfällt. Mit ihnen zieht sie zu Russell, einem Typ wie Charles Manson, dessen Ranch tief in den Hügeln liegt. Gerüchte von Sex, wilden Partys, Einzelne, die plötzlich ausreißen. Evie gibt sich der Vision grenzenloser Liebe hin und merkt nicht, wie der Moment naht, der ihr Leben mit Gewalt für immer zerstören könnte.“

Emma Cline: The Girls, Roman, Hanser Verlag, aus dem Englischen übersetzt von Nikolaus Stingel, 352 Seiten, gebunden, bereits erschienen, ISBN: 9783446252684, EUR 22,00, Link zur Verlagsseite  

 

Han Kang: Die Vegetarierin

Kang_Vegetarierin_160215.inddIn England bereits mit dem Man Booker Prize International ausgezeichnet und jetzt auch auf deutsch erhältlich. Vermutlich keine Lektüre, die den Geschmack aller Leser treffen wird. Murakami-Fans sollten wohl einen Blick riskieren.

„Ein seltsam verstörendes, hypnotisierendes Buch über eine Frau, die laut ihrem Ehemann an Durchschnittlichkeit kaum zu übertreffen ist – bis sie eines Tages beschließt, kein Fleisch mehr zu essen.

»Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie für nichts Besonderes. Bei unserer ersten Begegnung fand ich sie nicht einmal attraktiv. Mittelgroß, ein Topfschnitt, irgendwo zwischen kurz und lang, gelbliche unreine Haut, Schlupflider und dominante Wangenknochen. So fühlte ich mich weder von ihr angezogen noch abgestoßen und sah daher keinen Grund, sie nicht zu heiraten.«

Yeong-Hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-Hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. »Ich hatte einen Traum«, so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-Hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet.

Die Vegetarierin ist eine kafkaeske Geschichte in drei Akten über Scham und Begierde, Macht und Obsession sowie unsere zum Scheitern verurteilten Versuche, den Anderen zu verstehen, der ja doch, wie man selbst, Gefangener im eigenen Leib ist. Der Roman wurde mit dem Man Booker International Prize 2016 ausgezeichnet.“

Han Kang: Die Vegetarierin, Roman, aus dem Koreanischen übersetzt von Ki-Hyang Lee, Aufbau Verlag, gebunden, 190 Seiten, ISBN: 9783351036539, Eur 18,95, Link zur Verlagsseite Continue Reading

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Der Herbst wird (auch) klassisch

Meine Highlights der Herbstvorschauen – Teil 2: Klassiker

In den letzten Jahren habe ich mit (meist) großer Begeisterung die Klassiker der Weltliteratur für mich entdeckt. Bücher, die eine so faszinierende oder heute immer noch aktuelle Geschichte erzählen, dass sie auch heutige Leser noch begeistern können. Besonders freut mich, dass die Verlage in diesem kleinen, aber feinen Nischenmarkt wieder vermehrt zu einer besonders schönen Gestaltung und Ausstattung übergehen und dank toller Neuübersetzungen dem Publikum wieder schmackhaft machen. Die „Manesse Bibliothek der Weltliteratur“ ist hier schon eine Institution, in den letzten Jahren veröffentlichen aber auch andere Verlage tolle Klassikerausgaben. Besonders gut gefällt mir die Hanser Klassiker Reihe sowie die Klassiker des mare-Verlags . Hier meine Highlights der klassischen Neuausgaben (Inhalsbeschreibungen von den verlinkten Verlagsseiten):

Honoré de Balzac: Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken

Von Edelfedern Phrasendreschern und Schmierfinken von Honore de BalzacPflichtlektüre für alle Blogger und Kritiker? Schon in „Verlorene Illusionen“ hat Balzac einen bitterbösen Blick auf die schreibende Zunft geworfen. Hier rechnet er mit Journalisten und Kritikern ab. Vermutlich immer noch hochaktuell.

„Journalisten? Hohle Schwätzer und vorlaute Kläffer! Zeitungsmacher? Elende Opportunisten! Kritiker? Perfide Ignoranten! Für Balzac waren Presseleute so ziemlich das Letzte. In seinem Bestiarium der Pariser Journaille, hier erstmals ins Deutsche übersetzt, wagt der Autor einen satirischen Rundumschlag – respektlos, böse und herrlich einseitig.
Die Herren von der schreibenden Zunft haben in Balzacs Augen samt und sonders etwas maliziös Wankelmütiges, sind offen korrupt oder von eherner Prinzipienlosigkeit. Angelehnt an die zoologische Artenbestimmung knöpft er sich in seiner Typenlehre nun sämtliche Gestalten der Pressewelt vor: den Leitartikler, den Vulgarisator, das Faktotum, den Lobhudler, den Monothematiker, den Sektierer, den Mann fürs Grobe und was sonst alles über die Flure von Zeitungsredaktionen kreucht und fleucht. Die kritische Inventur des modernen Journalismus ist ein origineller Sidekick in der aktuellen Debatte um die Rolle der Medien. Ergänzt wird die heitere Philippika durch Balzacs Appell an Schriftsteller, ihr Urheberrecht zu verteidigen.“

Honoré de Balzac: Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken, aus dem Französischen von Rudolf von Bitter, Manesse Verlag, gebunden, 320 Seiten, Erscheinungstermin: 26.09.2016, ISBN: 978-3-7175-2382-6, EUR 19,95, Link zur Verlagsseite

Lew Tolstoi: Auferstehung

Nach „Krieg und Frieden“ und „Anna Karenina“ liegt dann auch der dritte große Roman von Lew Tolstoi in einer Neuübersetzung und hochwertiger Ausstattung bei Hanser vor.

„Wer „Auferstehung“ von Lew Tolstoi heute liest, könnte meinen, einen Roman über unsere Gegenwart in den Händen zu halten. Russland im 19. Jahrhundert: Vor vielen Jahren hat der Fürst Nechljudow die junge Maslowa verführt. Jetzt ist er Geschworener, sie aber sitzt als Prostituierte auf der Anklagebank. Und Nechljudow erkennt: Er allein trägt die Schuld an ihrem unendlichen Elend. Wie soll er mit diesem Wissen weiterleben? Im Tiefsten getroffen folgt Nechljudow der Maslowa nach Sibirien in die Verbannung. „Auferstehung“ ist eine leidenschaftliche moralische und politische Anklage, das erschütternde Vermächtnis des alten Tolstoi. Barbara Conrad, 2011 für „Krieg und Frieden“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet, hat „Auferstehung“ neu übersetzt, einen Roman, der bis heute noch viel zu unbekannt ist.“

Lew Tolstoi: Auferstehung, Roman, neu übersetzt aus dem Russischen von Barbara Conrad, Hanser Verlag, gebunden, 768 Seiten, Erscheinungstermin: 26.09.2016, ISBN: 9783446252851, EUR 38,00, Link zur Verlagsseite Continue Reading

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Der Deutsche Buchpreis 2016

Am 23.08.2016 ist es wieder soweit, die Longlist der Titel, die in das Rennen um den Deutschen Buchpreis 2016 gehen, wird veröffentlicht. Bevor ich unter die Buchblogger gegangen bin hat dieser Preis bisher für mich kaum eine Rolle gespielt. Dieses Jahr möchte ich mich jedoch etwas eingehender mit ihm beschäftigen und versuchen rauszufinden, ob die Bücher auch abseits des Fachpublikums funktionieren werden.

Das Wichtigste zum Buchpreis möchte ich hier gerne zusammenfassen.

Was ist der Deutsche Buchpreis?

Der Deutsche Buchpreis wurde vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels 2005 ins Leben gerufen und soll den besten deutschsprachigen Roman des Jahres auszeichnen. Der Autor des Siegertitels erhält 25.000 Euro, die anderen fünf Autoren der Shortlist jeweils 2.500 Euro.

Ziel war es unter anderem einen hochrangigen Literaturpreis für den deutschsprachigen Raum zu schaffen, ähnlich dem in England vielbeachteten Man Booker Prize, dort werden die ausgezeichneten Romane auch regelmäßig Publikumserfolge, was nach meinem Empfinden in Deutschland bisher nicht so recht gelungen ist.

Um den deutschen Buchpreis können sich Verlage aus Deutschland, Österreich und  der Schweiz mit jeweils maximal zwei Titeln bewerben, vorausgesetzt diese erscheinen zwischen Oktober des Vorjahres und bis September des Vergabejahres.

Die Jury

Um den Preis möglichst unabhängig und vielfältig zu machen wählt die Akademie Deutscher Buchpreis jährlich eine wechselnde Jury, die sich aus zwei Schriftstellern, vier Journalisten und einem literarischen Buchhändler zusammensetzt. Aus allen Einsendungen stellt die Jury eine 20 Titel umfassende Longlist zusammen, die im August veröffentlich wird. Hieraus werden sechs Finalisten ermittelt, die im September auf der Shortlist veröffentlicht werden. Die Bekanntgabe des Preisträgers erfolgt am Montag vor der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse.

2016

98 Verlage haben insgesamt 156 Romane eingereicht. Diese Jury wird über die Titel beraten:

Die Buchpreisjury 2016 (copyright Foto: Claus Setzer)

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Der Herbst wird bunt, klassisch und literarisch interessant

Meine Highlights der Herbstvorschauen – Teil 1: Schönes zum Gucken und Lesen

Der Deutsche Buchpreis und die Frankfurter Buchmesse stehen schon fast vor der Tür, es wird uns also auch in diesem Jahr an interessanten Neuentdeckungen bestimmt nicht mangeln. Zeitungen, Fernsehen und vor allem die vielen Blogger werden sich durch die Flut der neu erschienen Bücher kämpfen und bestimmt den ein oder anderen literarischen Schatz heben. Ich bin schon gespannt was das Jahr 2016 noch für uns bereithält. Aus den Verlagsvorschauen habe ich mir schon ein paar Highlights ausgesucht, vermutlich diesmal wieder ein paar Titel, die etwas abseits der üblichen Verdächtigen liegen.

Erfreulicherweise hält der Trend zum schön gestalteten Buch weiter an. Daher hier zu Beginn meine Favoriten der bibliophilen Schätze (Inhaltsbeschreibungen von den jeweiligen Verlagsseiten):

J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe (Illustrationen von Alan Lee)

Der Verlag Klett-Cotta hat wohl endlich ein Einsehen gehabt und für alle Herr-der-Ringe-Fans findet Weihnachten dieses Jahr schon im Oktober statt. Denn endlich kann man bald (ab 15.10.2016) wieder eine vernünftige Ausgabe dieses Kultromans erwerben. Die neue deutsche Übersetzung von Wolfgang Krege konnte Fans bisher nicht überzeugen, da dieser eine moderne Sprache verwendet, die für viele Leser absoulut nicht zu dem Roman passte. Die ursprüngliche Übersetzung von Margaret Carroux stellte für die meisten Leser die perfekte Übersetzung da, an dieser hatte der Sprachwissenschaftler Tolkien auch noch selbert mitgewirkt. Doch die Verwendung der alten Übersetzung ist nicht das eigentliche Highlight der Neuausgabe. Das ist vielmehr die prächtige Ausstattung mit 50 Illustrationen von Alan Lee. Dieser ist einer der bekanntesten Tolkien-Illustratoren und Peter Jackson hat sich für den Look seiner Verfilmung maßgeblich an seinen Vorlagen orientiert.

„Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.« Vor unvordenklichen Zeiten wurden die Ringe der Macht von den Elben geschaffen, und Sauron, der Dunkle Herrscher, schmiedete heimlich den Einen Ring und füllte ihn mit seiner Macht, auf dass er über alle anderen gebieten konnte. Aber der Eine Ring wurde ihm genommen und so sehr er ihn auch in ganz Mittelerde suchte, er blieb dennoch für ihn verloren. Viele Zeitalter später fällt der Ring in die Hände des Hobbits Bilbo Beutlin … und so beginnt das größte und gefährlichste Abenteuer der Fantasyliteratur.“

J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe, aus dem Englischen von Margaret Carroux, mit 50 Illustrationen von Alan Lee, Hobbit-Presse Klett-Cotta, Erscheinungsdatum: 15.10.2016, Gebunden, Leinenband mit Schutzumschlag und Goldprägung, Leinenschuber mit Goldprägung, Lesebändchen, zwei Karten, Anhänge, Register, ISBN: 978-3-608-96035-8; EUR 68,00 (bis 31.03.2017) EUR 88,00 (ab 01.04.2017) Link zur Verlagsseite

 

Lewis Carroll: Alice im Wunderland (Illustrationen von Benjamin Lacombe)

Alice im Wunderland LacombeDer Erscheinungstermin wurde glücklicherweise vorverlegt und daher ist diese kunstvolle Ausgabe aus dem Verlag Jacoby & Stuart bereits jetzt schon erhältlich. Mein Favorit unter den schön illustrierten Neuerscheinungen.

„Das Jubiläum zum 150-jährigen Erscheinen von Lewis Carrolls unsterblichem Kinderbuch ist vorbei, und dann noch eine Ausgabe von Alice im Wunderland? Ja! Benjamin Lacombe hat länger für seine Illustrationen gebraucht als vorgesehen, hat mehr und größere Bilder gezeichnet und gemalt als geplant, sich tiefer in den Stoff eingearbeitet als gedacht. In Alice hat er sein Thema gefunden, und wir wagen zu behaupten, dass er die schönste Alice-Ausgabe aller Zeiten geschaffen hat, einen Prachtband, der nicht nur seine zahlreichen Fans begeistern wird.“ Lewis Carroll: Alice im Wunderland, Illustrationen von Benjamin Lacombe, aus dem Englischen von Antonie Zimmermann, 266 Seiten, gebunden, Halbleinen, durchgehend farbig mit Goldprägung, Lesebänchen und ausfaltbaren Seiten, ISBN 978-3-946593-10-2, EUR 39,95 (Link zur Verlagsseite)

Der Start einer wunderschönen Buchreihe: Galiani-Berlin und Kat Menschik

Kat Menschik gehört zu den bekanntesten deutschen Illustratorinnen und zusammen mit dem Galiani-Verlag aus Berlin startet sie jetzt eine eigene Buchreihe: „Werke der Weltliteratur und andere Lieblingstexte, in Szene gesetzt von Kat Menschik“.  Den Anfang machen diese zwei Bände:

Franz Kafka: Ein Landarzt

Kafka Landarzt Menschik„Ein eisig kalter, schneeverwehter Winter; ein Landarzt »in großer Verlegenheit«. Ein Notfalleinsatz steht an, aber sein Kutschpferd verendet gerade in der Kälte. Vergeblich schickt der Landarzt Rosa, sein Dienstmädchen, ins Dorf, um ein neues Pferd zu leihen, doch keines ist zu haben. Plötzlich taucht ein rätselhafter Pferdeknecht mit zwei prächtigen kräftigen Tieren auf und spannt sie an. Statt aber auf dem Kutschbock Platz zu nehmen, stürzt er sich auf Rosa, klatscht in die Hände – und bevor der Landarzt seiner Dienerin zur Hilfe eilen kann, reißen die Pferde ihn in der Kutsche mit sich …

So der Anfang der Titelgeschichte von »Ein Landarzt. Kleine Erzählungen«, die 1919 bei Kurt Wolff erschienen sind. Den anderen Figuren des Bandes geht es nicht viel besser. Ob z. B. in »Auf der Galerie«, »Vor dem Gesetz«, im »Bericht für eine Akademie«, oder beim Odradek in »Sorge eines Hausvaters« – Kafkas Figuren werden getrieben von seltsamen Geschicken und sie tragen dunkle Geheimnisse in sich. Freilich geht es in diesen Geschichten alles andere als blutleer zu – Kat Menschik gibt mit ihren farbenprächtig schillernden Bildern eine grandiose Interpretation des ersten Erzählbandes von Franz Kafka.“  Franz Kafka: Ein Landarzt, Illustrationen von Kat Menschik, Galiani-Berlin,  Gebunden, 112 Seiten, Erscheinungsdatum: 13.10.2016, ISBN 978-3-86971-132-4, EUR 18,00, Link zur Verlagsseite Continue Reading