Browsing Category

Uncategorized

Uncategorized

Vorschau auf die neuen Bücher im Herbst 2017 – Teil 2

Weiter geht es mit Teil 2 meiner Herbstvorschau mit weiteren 15 Büchern, auf die ich mich freue: Teil 1 findet ihr unter diesem Link:

Lize Spit: Und es schmilzt

Klappentext:Ein Buch, das alles gibt und alles verlangt. Mit geschlossenen Augen hätte Eva damals den Weg zu Pims Bauernhof radeln können. Sie könnte es heute noch, obwohl sie viele Jahre nicht in Bovenmeer gewesen ist. Hier wurde sie zwischen Rapsfeldern und Pferdekoppeln erwachsen. Hier liegt auch die Wurzel all ihrer aufgestauten Traurigkeit. Dreizehn Jahre nach dem Sommer, an den sie nie wieder zu denken wagte, kehrt Eva zurück in ihr Dorf – mit einem großen Eisblock im Kofferraum. Erscheint am 24.08.2017, Verlag S. Fischer, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Das mit dem Preis des niederländischen Buchhandels für den besten Roman ausgezeichnete Buch erscheint bald auch in deutscher Übersetzung. Erste Stimmen von Bloggern klingen sehr begeistert, allerdings wirkt der Klappentext wenig aufschlussreich. Ich werde zunächst die Meinungen anderer Rezensenten abwarten.

 

Andreas Pflüger: Niemals

Klappentext: „Jenny Aaron ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten. Und sie ist blind. Man drängt sie zur Rückkehr in die geheime Sondereinheit, in der sie früher war. Es wäre wieder ein Leben aus purem Adrenalin. Doch will sie das? Da erfährt sie, dass ihr Todfeind ihr ein gigantisches Vermögen hinterlassen hat. Aaron muss nach Marrakesch. Dort wird sie mit ihrer größten Angst konfrontiert. Und die Hölle bricht los … Jenny Aaron will sich in der Einsamkeit Schwedens darüber klarwerden, wohin ihr Weg sie führen soll. Das Angebot, zu dem Berliner Spezialkommando zurückzukommen, dem sie als Sehende sechs Jahre lang angehörte, beschäftigt sie Tag und Nacht. Nie wollte sie etwas anderes. Doch Aaron zögert. Sie weiß, dass sie nicht mehr die Frau ist, die sie einmal war.
Als ihre Vergangenheit sie einholt, muss sie sämtliche Zweifel hinter sich lassen. In Marrakesch wartet der gefährlichste Mann der Welt auf sie. Jemand, von dem viele glauben, dass er nur ein Mythos sei. Aaron erfährt, was er ihr angetan hat. Um ihn zu töten, ist sie bereit, alles zu opfern, was ihr je etwas bedeutete.“ Erscheint am 09.10.2017, Suhrkamp Verlag, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: „Endgültig“, der erste Krimi um die blinde Ermittlerin Jenny Aaron, gehörte letztes Jahr zu meinen Krimi-Highlights. An den etwas stakkatohaften Stil muss man sich etwas gewöhnen. Dann kommt man aber in den Genuss eines spannenden Krimis mit einer außergewöhnlichen Ermittlerin. Fans des ersten Teils warten schon ungeduldig auf die Fortsetzung. Continue Reading

Uncategorized

Vorschau auf die neuen Bücher im Herbst 2017 – Teil 1

In den letzten Wochen habe ich ausgiebig in den Vorschauen einiger Buchverlage geblättert und habe wieder viele interessante Titel für mich entdeckt. Gerade bei den Romanen ist das Angebot wieder riesig, da werde ich wohl im Jahresverlauf auch noch viele weitere Bücher auf diversen Blogs für mich entdecken. Hier daher schon mal eine erste bunte Mischung von Titeln, die mich interessieren. Vielleicht ist ja für den ein oder anderen eine Anregung dabei. Ich füge Cover und Klappentexte der Verlage hier ein, weitergehende Informationen erhaltet ihr bei den jeweils verlinkten Verlagen.

Colson Whitehead: Underground Railroad

Klappentext: „Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.“ Erscheint am 21.08.2017, Hanser Verlag,  Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Einer der vielversprechendsten Titel des Hanser-Programms für den Herbst. Mittlerweile mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet und ganz frisch auch für den englischen Man Booker Prize nominiert. Ein Buch auf das ich mich sehr freue.

Lawrence Block (Hrsg.): Nighthawks – Stories nach den Gemälden von Edward Hopper

Klappentext: „Hopper ist Kult: 17 Stories von namhaften US-Autoren zu berühmten Gemälden des weltbekannten Malers Jedes Bild erzählt eine Geschichte. Für die Gemälde von Edward Hopper (1882 – 1967), einer Ikone der modernen amerikanischen Malerei, gilt das in besonderem Maße. Seine Porträts von Menschen, die auf rätselhafte Weise in ihre Einsamkeit versunken scheinen, lassen der Phantasie einen weiten Spielraum. Siebzehn renommierte US-Autoren haben sich inspirieren lassen, jede(r) von einem anderen Bild. Ihre Geschichten setzen dort an, wo das Gemälde als Momentaufnahme zwangsläufig aufhören muss, erzählen weiter, was verborgen in der Mimik, der Körpersprache der Figuren und in der festgehaltenen Szene zu erspüren ist. Entstanden ist eine vielschichtige, faszinierende Kollektion von Stories über die menschliche Existenz und ihre Abgründe. Realistisch, anrührend, beunruhigend – immer aber fesselnd und überraschend. Mit Geschichten von Stephen King, Michael Connelly, Lee Child, Jeffery Deaver, Joyce Carol Oates, Lawrence Block u.a.“ Erscheint am 02.11.2017, Verlag Droemer-Knaur, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Pünktlich zum fünfzigsten Todestag des Malers erscheint diese interessante Sammlung von Kurzgeschichten namhafter Autoren, dazu in einer vermutlich schönen Ausgabe, da auch 20 Abbildungen berühmter Werke des amerikanischen Malers enthalten sind. Viele von Hoppers Bildern erinnern mich an Szenen aus Romanen von Patricia Highsmith. Ich bin gespannt, was die anderen Autoren daraus gemacht haben. Continue Reading

Uncategorized

Der Deutsche Buchpreis – Rückblick und Ausblick

Am 15. August 2017 ist es wieder soweit, mit der Veröffentlichung der Longlist geht der Deutsche Buchpreis wieder in die heiße Phase des Auswahlverfahrens. Zeit, einen kurzen Blick zurückzuwerfen und uns die diesjährige Jury anzusehen.

Im letzten Jahr ging es mir hauptsächlich darum, herauszufinden, ob die Titel der Longlist auch für den „normalen“ Buchleser (also die Leser, die sich nicht von Berufs wegen mit neuer deutscher Literatur beschäftigen) interessant sind. Obwohl ich bisher nur vier Titel (sowie die Leseproben der übrigen Bücher) der Longlist gelesen habe, kann ich sagen: Ja, die Auswahl hat meines Erachtens für fast alle Leser interessante Titel zu bieten. Von der leicht zu lesenden Autobiographie (Joachim Meyerhoff) über die durchaus auch für jugendliche Leser geeignete Dystopie (Thomas von Steinaecker) bis zum literarischen Experiment (Michelle Steinbeck) reicht die Bandbreite der nominierten Bücher. Alle Infos zur Longlist des letzten Jahres habe ich in meinem Artikel zusammengefasst, weitergehende Informationen und Leseproben gibt es direkt auf der Seite des Deutschen Buchpreis.

Rückblick auf 2016

Continue Reading

Uncategorized

Was liest du?

Tobi vom wunderschönen Blog Lesestunden ist auf der dringenden Suche nach Lesetipps und hat daher einen umfangreichen Fragebogen zusammengestellt, die alle Interessierten beantworten können. Bisher ist schon eine schöne Anzahl an Tipps zusammengekommen. Wer Lust hat mitzumachen, schreibt einen eigenen Blogbeitrag oder antwortet direkt in den Kommentaren bei Tobis Beitrag. Vielleicht kann ja der eine oder andere Leser dort noch ein paar interessante Tipps mitnehmen, ich bin schon wieder fündig geworden 😉

Und hier kommen die Fragen:

Ok, es geht ganz einfach los. Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

Eine schwierige Frage, vermutlich „Der Name der Rose“ von Umberto Eco

Okay: Welche fünf Bücher sind deine absoluten Lieblingsbücher?

Neben dem oben genannten:

  • Charles Dickens: Bleak House
  • Michael Ende: Die unendliche Geschichte
  • J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe
  • Stephen King: Es
  • Patricia Highsmith: Der talentierte Mr. Ripley

 

Continue Reading

Uncategorized

Mein Jahr 2016 in Büchern

Meine Lieblingsbücher 2016 – 15 Lesetipps quer durch die Genres

In den letzten Wochen war es sehr ruhig auf meinem Blog, ich hoffe dass sich das in 2017 wieder ändert. Manchmal kommt einem einfach das Leben dazwischen, außerdem habe ich in letzer Zeit dann doch lieber mehr gelesen und versuche, die Rezensionen in nächster Zeit nachzuholen. Bevor ich mich aber mit den Themen für 2017 beschäftige, möchte ich gerne das Jahr 2016 Revue passieren lassen, das mich in Bezug auf Bücher und den Blog zu vielen Neuentdeckungen geführt hat. Bezüglich der Blogarbeit werde ich (hoffentlich) noch einen eigenen Artikel schreiben, zuerst werfe ich einen Blick zurück auf meine gelesenen Bücher und präsentiere meine persönlichen Highlights aus 2016. Da ich zu vielen Büchern noch keine Rezension geschrieben habe werde ich versuchen meine Leseeindrücke hier in ein paar kurzen Sätzen festzuhalten. Continue Reading

Uncategorized

5 + 1 kurze Fragen an die Buchhändlerin: Zum Buchpreis und dem Buchhandel

Der Deutsche Buchpreis wurde unter anderem ins Leben gerufen, um die Aufmerksamkeit der Leser auf neue deutschsprachige Literatur zu lenken. Mich interessiert, ob dieses Konzept bisher aufgegangen ist, daher habe ich Buchhändlerin Christina Esch, Inhaberin der Düsseldorfer Buchhandlung Lesezeit hierzu ein paar kurze Fragen gestellt:

lesezeit-banner-990x265-v01

Spielt der Deutsche Buchpreis in ihrer Buchhandlung und bei ihrer Kundschaft eine Rolle?

Ja. Wir haben doch einige Kunden, die sich für den Deutschen Buchpreis interessieren. Speziell dann natürlich für den Preisträger.

Haben die Titel der Longlist in den vergangenen Jahren eine spürbare Umsatzausweitung für ihre Buchhandlung gebracht?

Die Titel der Longlist machen sich im Umsatz nicht großartig bemerkbar. Erst der Preisträger wird dann in einer höheren Stückzahl verkauft. Wobei es auch da auf den Gewinner-Titel ankommt. Im letzten Jahr war die Begeisterung der Kunden doch sehr verhalten, was warscheinlich auch mit dem Umfang des Titels zu tun hatte.

Kennen Sie einen oder mehrere Titel der aktuellen Longlist? Können Sie bestimmte Titel empfehlen bzw. warnen Sie vor bestimmten Titeln?

Mein Favorit für den diesjährigen Preis ist „Hool“ von Philipp Winkler. Eine, wie ich finde, sehr ungewöhnliche Nominierung.

Haben Sie ein bestimmtes Buch, das sie gerne auf der Longlist gesehen hätten?

Nein.

Welchem aktuellen Buch, unabhängig vom deutschen Buchpreis, würden Sie mehr Aufmerksamkeit wünschen?

Spontan fällt mir keines ein.

Abschließend eine Frage speziell zum Buchmarkt in Düsseldorf: Mit der Schließung des Stern-Verlags musste die literarische Szene in Düsseldorf dieses Jahr einen großen Verlust verkraften. Müssen die Düsseldorfer sich weiterhin Sorgen machen um den stationären Buchhandel oder ist dieser mittlerweile im Kampf gegen die Internethändler gut aufgestellt?

Ich kann nur für unsere Buchhandlung sprechen. Wir machen uns keine großen Sorgen im Moment. Unsere Kunden sind sich sehr wohl bewusst, was es bedeutet, wenn immer mehr Käufe im Internet getätigt werden. Und sehr oft bekommen wir auch gesagt, was Sie so an uns schätzen. Das freut uns natürlich sehr und spornt uns an immer weiter zu machen und unseren Service weiter zu verbessern. Durch die Internetkäufe schließen ja nicht nur die Buchhandlungen, auch viele andere Geschäfte sind davon betroffen. Das sieht man ganz deutlich in Teilen der Innenstadt. Das Stadtbild ist hauptsächlich von Ketten geprägt, die man in jeder andere Stadt auch findet. Und wie lange sich diese, vor allem Bekleidungsgeschäfte, in Konkurrenz zu Zalando und Co. noch halten können, wer weiß. Wie sehen dann unsere Städte in der Zukunft aus?  Das ist allerdings ein Thema über das Sie einen ganz eigen Beitrag schreiben könnten, so viel gäbe es dazu zu sagen.

Sehr geehrte Frau Esch, vielen Dank für das Gespräch!

Alle Titel der Longlist gibt es natürlich in der Lesezeit (auch online-Bestellung möglich) oder dem Buchhändler eures Vertrauens.

Weitere Buchhändlerstimmen zum Buchpreis hat Sophie Weigand vom Blog Literaturen eingefangen den Artikel gibt es hier.

Wie sind eure Erfahrungen zum Deutschen Buchpreis? Spielt dieser unter euren Freunden, Bekannten eine Rolle und falls ihr Buchhändler seid: Ist der Buchpreis in eure Buchhandlung ein Thema? Lasst mir gerne eure Kommentare da.

Uncategorized

Der Deutsche Buchpreis 2016 – Update #1

Long- und Shortlist und was sich sonst noch so getan hat im Netz

Seit 20.09.2016 stehen die sechs Titel der Shortlist fest. Sowohl über diese Bücher, als auch über die übrigen Titel der Longlist wurde im Netz ausführlich berichtet. Trotzdem möchte ich hier nochmal alle wesentlichen Informatione zusammentragen. Zunächst möchte ich euch einige Seiten vorstellen, die Beschreibungen, Rezensionen und Informationen rund um den Buchpreis bereitstellen. Da wäre natürlich zunächst der Inernetauftritt des Deutschen Buchpreises selber, der wirklich sehr gut gemacht Informationen zu allen 20 Titeln zusammenträgt. Dort sind Inhaltsbeschreibungen, Cover und sogar Hörproben zu den einzelnen Büchern zu finden. Dort wird man auch fündig, wenn man Fotos der Autoren sowie die Links zu den Verlagen sucht. Zu den Titeln der Shortlist ist jeweils ein Kommentar der Jury enthalten.

Was mir als Blogger völlig unverständlich ist, ist die Tatsache dass auf der Internetseite des Buchpreises kein Hinweis oder eine Verlinkung zu den begleitenden „offiziellen“ Buchpreisbloggern zu finden ist. Wer hier also nicht dem Facebook-Account des Buchpreises oder des jeweiligen Blogger folgt, hat kaum eine Chance diese Seiten zu finden. Schade, denn ich bin mir sicher, auch die offiziellen Blogger stecken viel Zeit und Liebe in dieses Projekt (die Links zu diesen Bloggern findet ihr auch in meinem ersten Bericht zum Buchpreis hier).  So liegt die Vermutung nahe, dass diese Blogger wieder hauptsächliche nur für Blogger schreiben.

Man sollte sich daher auch unbedingt die Seite des von Mara Giese ins Leben gerufenen Buchpreisblog merken.  Dieser ist ein vom Börsenverein und dem Deutschen Buchpreis unabhängiger Blog, der jetzt und künftig Rezensionen, Informationen und allerlei Hintergrundmaterial zum Deutschen Buchpreis (und eventuell auch weiteren Buchpreisen) zusammenträgt. Für dieses Projekt haben sich die Blogs von buzzaldrins.de (Mara Giese),  Zeichen und Zeiten (Constanze Matthes), Pinkfisch (Sarah Reul),  Zeilensprünge (Gerrit ter Horst und Tabitha van Hauten),  54books (Tilman Winterling) und Das graue Sofa (Claudia Pütz) zusammengetan. Bisher sind dort schon einige lesenswerte Artikel erschienen, also unbedingt vorbeischauen.

Die Buchbloggerin sammelt auf ihrem Blog alle Rezensionen von Bloggern zu den Titeln der Longlist, dort wird man also auch fündig.

Malte Bremer (literaturcafe.de) fasst die Leseeindrücke der zwanzig Leseproben sehr treffend in einer fünfteiligen Reihe auf literaturcafe.de zusammen.

Einen Überblick über Besprechungen in den verschiedenen Presseorgane findet man wie immer bei perlentaucher.de.

Und hier sind sie: die Titel der Shortlist

Die Inhaltsbeschreibungen stammen von den jeweiligen Verlagen

Thomas Melle: Die Welt im Rücken

U1_978-3-87134-170-0.indd

«Wenn Sie bipolar sind, hat Ihr Leben keine Kontinuität mehr. Die Krankheit hat Ihre Vergangenheit zerschossen, und in noch stärkerem Maße bedroht sie Ihre Zukunft. Mit jeder manischen Episode wird Ihr Leben, wie Sie es kannten, weiter verunmöglicht. Die Person, die Sie zu sein und kennen glaubten, besitzt kein festes Fundament mehr. Sie können sich Ihrer selbst nicht mehr sicher sein. Und Sie wissen nicht mehr, wer Sie waren. Was sonst vielleicht als Gedanke kurz aufleuchtet, um sofort verworfen zu werden, wird im manischen Kurzschluss zur Tat. Jeder Mensch birgt wohl einen Abgrund in sich, in welchen er bisweilen einen Blick gewährt; eine Manie aber ist eine ganze Tour durch diesen Abgrund, und was Sie jahrelang von sich wussten, wird innerhalb kürzester Zeit ungültig. Sie fangen nicht bei null an, nein, Sie rutschen ins Minus, und nichts mehr ist mit Ihnen auf verlässliche Weise verbunden.»
Thomas Melle leidet seit vielen Jahren an der manisch-depressiven Erkrankung, auch bipolare Störung genannt. Nun erzählt er davon, erzählt von persönlichen Dramen und langsamer Besserung – und gibt einen außergewöhnlichen Einblick in das, was in einem Erkrankten so vorgeht. Die fesselnde Chronik eines zerrissenen Lebens, ein autobiografisch radikales Werk von höchster literarischer Kraft.

Link zur Verlagsseite

 

Bodo Kirchhoff: Widerfahrnis

bodo-kirchhoff-widerfahrnis

Reither, bis vor kurzem Verleger in einer Großstadt, nun in einem idyllischen Tal am Alpenrand, hat in der dortigen Bibliothek ein Buch ohne Titel entdeckt, auf dem Umschlag nur der Name der Autorin, und als ihn das noch beschäftigt, klingelt es abends bei ihm. Und bereits in derselben Nacht beginnt sein Widerfahrnis und führt ihn binnen drei Tagen bis nach Sizilien. Die, die ihn an die Hand nimmt, ist Leonie Palm, zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts; sie hat ihren Laden geschlossen, weil es der Zeit an Hutgesichtern fehlt, und er seinen Verlag dichtgemacht, weil es zunehmend mehr Schreibende als Lesende gibt. Aber noch stärker verbindet die beiden, dass sie nicht mehr auf die große Liebe vorbereitet zu sein scheinen. Als dann nach drei Tagen im Auto am Mittelmeer das Glück über sie hereinbricht, schließt sich ihnen ein Mädchen an, das kein Wort redet, nur da ist …

Kirchhoff erzählt in seiner großartigen Novelle von der Möglichkeit einer Liebe sowie die Parabel von einem doppelten Sturz: in die Liebe, ohne ausreichend lieben zu können, und in das Mitmenschliche, ohne ausreichend gut zu sein. »Aber wo wären wir ohne etwas Selbstüberschätzung«, sagt der Protagonist Reither, um sich Mut zu machen für den ersten Kuss mit Leonie Palm, »jeder wäre nur in seinem Gehäuse, ein Flüchtling vor dem Leben.«

Link zur Verlagsseite

 

Philipp Winkler: Hool

Winkler-Hool-SUJeder Mensch hat zwei Familien. Die, in die er hineingeboren wird, und die, für die er sich entscheidet. HOOL ist die Geschichte von Heiko Kolbe und seinen Blutsbrüdern, den Hooligans. Philipp Winkler erzählt vom großen Herzen eines harten Jungen, von einem, der sich durchboxt, um das zu schützen, was ihm heilig ist: Seine Jungs, die besten Jahre, ihr Vermächtnis. Winkler hat einen Sound, der unter die Haut geht. Mit HOOL stellt er sich in eine große Literaturtradition: Denen eine Sprache zu geben, die keine haben.

Einen so knallharten, tieftraurigen und todkomischen Debütroman hat es seit Clemens Meyers „Als wir träumten“ in Deutschland nicht mehr gegeben. Thomas Klupp

Winkler schreibt bewegend, kraftvoll und mit feinem Gespür für die Welt der Außenseiter. Denn eigentlich ist Heiko Kolbe ein hoffnungsloser Romantiker und seine Gewalt ein stummer Schrei nach Liebe. Moritz Rinke

Woher kommt die Wut, was tust du, wenn dir nichts geblieben ist? Verzweifelt, knallhart und voller Herz. HOOL leuchtet aus allen Wunden.

Link zur Verlagsseite

Continue Reading

Uncategorized

Herbstvorschau Teil 3 – Die Romane

Meine Highlights der Herbstvorschauen – Teil 3

Zugegeben, mit meiner Vorschau auf die Romane der kommenden Saison bin ich etwas spät dran, denn bei Büchern sind wir, ähnlich wie in der Modebranche, Ende August schon mitten in der Herbstsaison. Einige interessante Neuerscheinungen sind bereits veröffentlicht, trotzdem möchte ich hier noch gerne einen Blick auf die Romane werfen, die mir lesenswert erscheinen. In den nächsten Wochen und Monaten werden, nicht zuletzt durch die Besprechungen der Titel um den deutschen Buchpreis, noch einige Titel hinzukommen.

Beginnen möchte ich mit drei Titeln, die bereits schon vor der gestrigen Besprechung im literarischen Quartett extrem gehypt wurden. Der Verdacht liegt nahe, dass das Quartett sich von dem Ruf befreien wollte, dass ihre Besprechungen keine Bücher verkaufen, daher wurden zumindest drei Titel ausgewählt, die sich auch ohne das Quartett gut verkauft hätten. Mangelnde Aktualität kann  man ihnen also nicht vorwerfen.

Die Inhaltsangaben stammen von den jeweiligen Seiten der verlinkten Verlage.

Emma Cline: The Girls

Cline_25268_MR.inddZwei Millionen Dollar Vorschuss für ein Romandebut? Der Bieterstreit um die Rechte für diesen Roman sorgte bereits nach der Frankfurter Buchmesse 2014 für Medienrummel. Ob der Hype gerechtfertigt ist? Davon können sich die deutschen Leser jetzt selber überzeugen, denn seit 25.07.2016 ist auch die deutsche Übersetzung bei Hanser erhältlich.

„Kalifornien, 1969. Evie Boyd ist vierzehn und möchte unbedingt gesehen werden – aber weder die frisch geschiedenen Eltern noch ihre einzige Freundin beachten sie. Doch dann, an einem der endlosen Sommertage, begegnet sie ihnen: den „Girls“. Das Haar, lang und unfrisiert. Die ausgefransten Kleider. Ihr lautes, freies Lachen. Unter ihnen ist auch die ältere Suzanne, der Evie verfällt. Mit ihnen zieht sie zu Russell, einem Typ wie Charles Manson, dessen Ranch tief in den Hügeln liegt. Gerüchte von Sex, wilden Partys, Einzelne, die plötzlich ausreißen. Evie gibt sich der Vision grenzenloser Liebe hin und merkt nicht, wie der Moment naht, der ihr Leben mit Gewalt für immer zerstören könnte.“

Emma Cline: The Girls, Roman, Hanser Verlag, aus dem Englischen übersetzt von Nikolaus Stingel, 352 Seiten, gebunden, bereits erschienen, ISBN: 9783446252684, EUR 22,00, Link zur Verlagsseite  

 

Han Kang: Die Vegetarierin

Kang_Vegetarierin_160215.inddIn England bereits mit dem Man Booker Prize International ausgezeichnet und jetzt auch auf deutsch erhältlich. Vermutlich keine Lektüre, die den Geschmack aller Leser treffen wird. Murakami-Fans sollten wohl einen Blick riskieren.

„Ein seltsam verstörendes, hypnotisierendes Buch über eine Frau, die laut ihrem Ehemann an Durchschnittlichkeit kaum zu übertreffen ist – bis sie eines Tages beschließt, kein Fleisch mehr zu essen.

»Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie für nichts Besonderes. Bei unserer ersten Begegnung fand ich sie nicht einmal attraktiv. Mittelgroß, ein Topfschnitt, irgendwo zwischen kurz und lang, gelbliche unreine Haut, Schlupflider und dominante Wangenknochen. So fühlte ich mich weder von ihr angezogen noch abgestoßen und sah daher keinen Grund, sie nicht zu heiraten.«

Yeong-Hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-Hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. »Ich hatte einen Traum«, so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-Hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet.

Die Vegetarierin ist eine kafkaeske Geschichte in drei Akten über Scham und Begierde, Macht und Obsession sowie unsere zum Scheitern verurteilten Versuche, den Anderen zu verstehen, der ja doch, wie man selbst, Gefangener im eigenen Leib ist. Der Roman wurde mit dem Man Booker International Prize 2016 ausgezeichnet.“

Han Kang: Die Vegetarierin, Roman, aus dem Koreanischen übersetzt von Ki-Hyang Lee, Aufbau Verlag, gebunden, 190 Seiten, ISBN: 9783351036539, Eur 18,95, Link zur Verlagsseite Continue Reading