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Der Herbst wird (auch) klassisch

Meine Highlights der Herbstvorschauen – Teil 2: Klassiker

In den letzten Jahren habe ich mit (meist) großer Begeisterung die Klassiker der Weltliteratur für mich entdeckt. Bücher, die eine so faszinierende oder heute immer noch aktuelle Geschichte erzählen, dass sie auch heutige Leser noch begeistern können. Besonders freut mich, dass die Verlage in diesem kleinen, aber feinen Nischenmarkt wieder vermehrt zu einer besonders schönen Gestaltung und Ausstattung übergehen und dank toller Neuübersetzungen dem Publikum wieder schmackhaft machen. Die „Manesse Bibliothek der Weltliteratur“ ist hier schon eine Institution, in den letzten Jahren veröffentlichen aber auch andere Verlage tolle Klassikerausgaben. Besonders gut gefällt mir die Hanser Klassiker Reihe sowie die Klassiker des mare-Verlags . Hier meine Highlights der klassischen Neuausgaben (Inhalsbeschreibungen von den verlinkten Verlagsseiten):

Honoré de Balzac: Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken

Von Edelfedern Phrasendreschern und Schmierfinken von Honore de BalzacPflichtlektüre für alle Blogger und Kritiker? Schon in „Verlorene Illusionen“ hat Balzac einen bitterbösen Blick auf die schreibende Zunft geworfen. Hier rechnet er mit Journalisten und Kritikern ab. Vermutlich immer noch hochaktuell.

„Journalisten? Hohle Schwätzer und vorlaute Kläffer! Zeitungsmacher? Elende Opportunisten! Kritiker? Perfide Ignoranten! Für Balzac waren Presseleute so ziemlich das Letzte. In seinem Bestiarium der Pariser Journaille, hier erstmals ins Deutsche übersetzt, wagt der Autor einen satirischen Rundumschlag – respektlos, böse und herrlich einseitig.
Die Herren von der schreibenden Zunft haben in Balzacs Augen samt und sonders etwas maliziös Wankelmütiges, sind offen korrupt oder von eherner Prinzipienlosigkeit. Angelehnt an die zoologische Artenbestimmung knöpft er sich in seiner Typenlehre nun sämtliche Gestalten der Pressewelt vor: den Leitartikler, den Vulgarisator, das Faktotum, den Lobhudler, den Monothematiker, den Sektierer, den Mann fürs Grobe und was sonst alles über die Flure von Zeitungsredaktionen kreucht und fleucht. Die kritische Inventur des modernen Journalismus ist ein origineller Sidekick in der aktuellen Debatte um die Rolle der Medien. Ergänzt wird die heitere Philippika durch Balzacs Appell an Schriftsteller, ihr Urheberrecht zu verteidigen.“

Honoré de Balzac: Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken, aus dem Französischen von Rudolf von Bitter, Manesse Verlag, gebunden, 320 Seiten, Erscheinungstermin: 26.09.2016, ISBN: 978-3-7175-2382-6, EUR 19,95, Link zur Verlagsseite

Lew Tolstoi: Auferstehung

Nach „Krieg und Frieden“ und „Anna Karenina“ liegt dann auch der dritte große Roman von Lew Tolstoi in einer Neuübersetzung und hochwertiger Ausstattung bei Hanser vor.

„Wer „Auferstehung“ von Lew Tolstoi heute liest, könnte meinen, einen Roman über unsere Gegenwart in den Händen zu halten. Russland im 19. Jahrhundert: Vor vielen Jahren hat der Fürst Nechljudow die junge Maslowa verführt. Jetzt ist er Geschworener, sie aber sitzt als Prostituierte auf der Anklagebank. Und Nechljudow erkennt: Er allein trägt die Schuld an ihrem unendlichen Elend. Wie soll er mit diesem Wissen weiterleben? Im Tiefsten getroffen folgt Nechljudow der Maslowa nach Sibirien in die Verbannung. „Auferstehung“ ist eine leidenschaftliche moralische und politische Anklage, das erschütternde Vermächtnis des alten Tolstoi. Barbara Conrad, 2011 für „Krieg und Frieden“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet, hat „Auferstehung“ neu übersetzt, einen Roman, der bis heute noch viel zu unbekannt ist.“

Lew Tolstoi: Auferstehung, Roman, neu übersetzt aus dem Russischen von Barbara Conrad, Hanser Verlag, gebunden, 768 Seiten, Erscheinungstermin: 26.09.2016, ISBN: 9783446252851, EUR 38,00, Link zur Verlagsseite

Fjodor M. Dostojewskij: Der Spieler oder Roulettenburg

Dotojewskij Der Spieler„Verbrechen und Strafe“ (vielen auch als „Schuld und Sühne“ bekannt) war eines meiner Klassiker-Highlights, daher bin ich gespannt wie mir „Der Spieler“ gefallen wird.

„Dostojewskijs rasantester Roman – in einer virtuosen Neuübersetzung.Um ein Haar hätte es diesen Roman nicht gegeben. Damit er am Ende doch erscheinen konnte, verzichtete Dostojewskij nicht nur auf seinen ursprünglichen Titel – Roulettenburg –, er erfüllte auch das Ultimatum des Verlegers und schrieb den Roman in nicht mehr als 26 Tagen. Er brauchte das Geld, denn er war so spielsüchtig wie sein Held Aleksej Iwanowitsch, und er war nicht weniger verstrickt in eine unglückliche Affäre. Eben dieser authentische Hintergrund ist es, welcher der Geschichte um einen fiktiven deutschen Kurort namens Roulettenburg bei all ihrer Rasanz eine unentrinnbare Gravitation verleiht. Unwiderstehlich, unvergesslich.“

Fjodor M. Dostojewskij: Der Spieler oder Roulettenburg, Roman, neu übersetzt aus dem Russischen von Alexander Nitzberg, dtv Verlag, gebunden, 240 Seiten, Erscheinungstermin: 14.10.206, ISBN: 9783423280976, EUR 20,00, Link zur Verlagsseite

George Sand: Ein Winter auf Mallorca

George Sand WinterEin Klassiker nicht nur für Mallorca-Fans.

„Die Kunst zu reisen ist fast die Wissenschaft des Lebens. Im Oktober des Jahres 1838 bricht die gefeierte Schriftstellerin George Sand nach Mallorca auf, begleitet von Frédéric Chopin und ihren beiden Kindern. Zwar hofft sie auf die Gesundung ihres Geliebten und die ihres Sohnes, aber die Reise ist auch eine Flucht, um dem Klatsch und Tratsch der Pariser Gesellschaft zu entkommen. Der anfängliche Enthusiasmus weicht bald einer großen Ernüchterung, denn es gibt weder eine Willkommenskultur noch das erwartete milde Klima. Nach nur einem Winter kehrt die kleine Familie wieder nach Frankreich zurück. 1842 erscheint George Sands literarischer Bericht als Buch und wird zum vielgelesenen Klassiker. Auch heute sollte sich kein Mallorca-Fan, kein Reisefreund, diesen zauberhaft-befremdlichen Blick zurück in die Insel-Vergangenheit entgehen lassen.“

George Sand: Ein Winter auf Mallorca, aus dem Französichen neu übersetzt und kommentiert von Hermann Lindner, dtv Verlag, gebunden: 304 Seiten, Erscheinungstermin: 11.11.2016, ISBN: 9783423280990, EUR 18,00, Link zur Verlagsseite

 

H.G. Wells: Die Zeitmaschine

596-95030-0_Wells_Zeitmaschine_bux_U1_fin.inddRunde Geburts- oder Todestage berühmter Schriftsteller sind für die Verlage immer ein willkommener Anlass zur Veröffentlichung neu übersetzter Romane dieser Autoren. Im Falle von H.G. Wells, dessen Todestag sich am 13.08.2016 zum siebzigsten Mal jährt, führt das dazu, dass fast zeitgleich jeweils zwei Neuübersetzungen von „Die Zeitmaschine“ und „Krieg der Welten“ veröffentlicht werden.

„Ende des 19. Jahrhunderts unternimmt der »Zeitreisende« – ein nicht namentlich genannter Erfinder – einen Ausflug in das Jahr 802.701, wo er zwei verschiedene Menschenrassen antrifft: die scheinbar sorgenfrei und glücklich an der Erdoberfläche lebenden Eloi und die unterirdischen Morlocks. Erst mit der Zeit findet er heraus, dass zwischen den Eloi und den Morlocks ein Anhängigkeitsverhältnis besteht, das seine schlimmsten Befürchtungen übertrifft!
Nach einem Abstecher in die ferne Zukunft, wo über der stillstehenden Erde ein riesiger roter Feuerball lodert, kehrt er in die Gegenwart zurück. Da ihm jedoch niemand Glauben schenken will, begibt er sich erneut auf die Reise …
Diese Ausgabe enthält neben einem Nachwort des Wells-Experten Elmar Schenkel die gestrichenen Passagen ›Die Rückkehr des Zeitreisenden«; drei Vorworte der Ausgaben der Jahre 1924, 1931 und 1934; den Vorläufer: ›Die Chrononauten‹ aus dem Jahr 1888 sowie die Essays aus dem Jahr 1893 ›Der Mann aus dem Jahr 1.000.000. Eine wissenschaftliche Vorausschau‹ und›Das Aussterben des Menschen. Einige spekulative Gedanken‹ von 1894.“

H.G. Wells: Die Zeitmaschine, Roman, aus dem Englischen neu übersetzt von Hans-Ulrich Möhring, mit einem Nachwort von Elmar Schenkel, Fischer Verlag, gebunden, 304 Seiten, Erscheinungstermin 26.01.2017, ISBN: 9783596950300, EUR 19,99, Link zur Verlagsseite

Wells Zeitmaschineebenfalls erhätlich:

H.G. Wells: Die Zeitmaschine, Roman, aus dem Englischen neu übersetzt und kommentiert von Lutz-W. Wolff, dtv Verlag, Taschenbuch, 176 Seiten, Erscheinungstermin: 13.01.2017, ISBN: 9783423145466 , EUR 9,90, Link zur Verlagsseite

In beiden Verlagen erscheint zeitgleich auch eine Neuübersetzung von „Krieg der Welten“

 

 

 

 

 

Soweit zum klassischen Teil des Herbstprogramms. Lest ihr auch ab und zu Klassiker? Habt ihr vielleicht noch andere Entdeckungen im Herbstprogramm gemacht? Lasst mir gerne eure Kommentare da.

Meine Highlights der schön illustrierten Neuerscheinungen findet ihr hier.

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4 Comments

  • Reply Nicole Wagner 16. August 2016 at 21:38

    Hallo Thomas,

    jetzt machst du mir wieder einen Klassiker schmackhaft. „Die Zeitmaschine“ habe ich schon so lange auf meiner WTR-Liste. Das Buch würde ja wirklich gut in den Herbst passen. „Krieg der Welten“ wäre natürlich auch nicht schlecht. Die beiden werde ich mir gleich mal merken.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    • Reply Thomas 16. August 2016 at 22:22

      Hallo Nicole,
      die Zeitmaschine werde ich mir definitiv auch zulegen. Mal schauen, welche Ausgabe es wird.
      Liebe Grüße
      Thomas

  • Reply Kathrin 23. September 2016 at 13:05

    Die Zeitmaschine steht schon lange auf meiner Wunschliste. Das ist der perfekte Zeitpunkt mir diesen Klassiker zuzulegen. Besonders die Neuauflage aus dem dtv-Verlag gefällt mir.

  • Reply Thomas 23. September 2016 at 18:10

    Hallo Kathrin,
    ich habe mich noch nicht für eine bestimmte Ausgabe entschieden. Berichte mal, wie dir deine Ausgabe gefällt, falls du sie dir zulegen solltest.
    Viele Grüße
    Thomas

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