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Herbstvorschau Teil 3 – Die Romane

Meine Highlights der Herbstvorschauen – Teil 3

Zugegeben, mit meiner Vorschau auf die Romane der kommenden Saison bin ich etwas spät dran, denn bei Büchern sind wir, ähnlich wie in der Modebranche, Ende August schon mitten in der Herbstsaison. Einige interessante Neuerscheinungen sind bereits veröffentlicht, trotzdem möchte ich hier noch gerne einen Blick auf die Romane werfen, die mir lesenswert erscheinen. In den nächsten Wochen und Monaten werden, nicht zuletzt durch die Besprechungen der Titel um den deutschen Buchpreis, noch einige Titel hinzukommen.

Beginnen möchte ich mit drei Titeln, die bereits schon vor der gestrigen Besprechung im literarischen Quartett extrem gehypt wurden. Der Verdacht liegt nahe, dass das Quartett sich von dem Ruf befreien wollte, dass ihre Besprechungen keine Bücher verkaufen, daher wurden zumindest drei Titel ausgewählt, die sich auch ohne das Quartett gut verkauft hätten. Mangelnde Aktualität kann  man ihnen also nicht vorwerfen.

Die Inhaltsangaben stammen von den jeweiligen Seiten der verlinkten Verlage.

Emma Cline: The Girls

Cline_25268_MR.inddZwei Millionen Dollar Vorschuss für ein Romandebut? Der Bieterstreit um die Rechte für diesen Roman sorgte bereits nach der Frankfurter Buchmesse 2014 für Medienrummel. Ob der Hype gerechtfertigt ist? Davon können sich die deutschen Leser jetzt selber überzeugen, denn seit 25.07.2016 ist auch die deutsche Übersetzung bei Hanser erhältlich.

„Kalifornien, 1969. Evie Boyd ist vierzehn und möchte unbedingt gesehen werden – aber weder die frisch geschiedenen Eltern noch ihre einzige Freundin beachten sie. Doch dann, an einem der endlosen Sommertage, begegnet sie ihnen: den „Girls“. Das Haar, lang und unfrisiert. Die ausgefransten Kleider. Ihr lautes, freies Lachen. Unter ihnen ist auch die ältere Suzanne, der Evie verfällt. Mit ihnen zieht sie zu Russell, einem Typ wie Charles Manson, dessen Ranch tief in den Hügeln liegt. Gerüchte von Sex, wilden Partys, Einzelne, die plötzlich ausreißen. Evie gibt sich der Vision grenzenloser Liebe hin und merkt nicht, wie der Moment naht, der ihr Leben mit Gewalt für immer zerstören könnte.“

Emma Cline: The Girls, Roman, Hanser Verlag, aus dem Englischen übersetzt von Nikolaus Stingel, 352 Seiten, gebunden, bereits erschienen, ISBN: 9783446252684, EUR 22,00, Link zur Verlagsseite  

 

Han Kang: Die Vegetarierin

Kang_Vegetarierin_160215.inddIn England bereits mit dem Man Booker Prize International ausgezeichnet und jetzt auch auf deutsch erhältlich. Vermutlich keine Lektüre, die den Geschmack aller Leser treffen wird. Murakami-Fans sollten wohl einen Blick riskieren.

„Ein seltsam verstörendes, hypnotisierendes Buch über eine Frau, die laut ihrem Ehemann an Durchschnittlichkeit kaum zu übertreffen ist – bis sie eines Tages beschließt, kein Fleisch mehr zu essen.

»Bevor meine Frau zur Vegetarierin wurde, hielt ich sie für nichts Besonderes. Bei unserer ersten Begegnung fand ich sie nicht einmal attraktiv. Mittelgroß, ein Topfschnitt, irgendwo zwischen kurz und lang, gelbliche unreine Haut, Schlupflider und dominante Wangenknochen. So fühlte ich mich weder von ihr angezogen noch abgestoßen und sah daher keinen Grund, sie nicht zu heiraten.«

Yeong-Hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-Hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. »Ich hatte einen Traum«, so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-Hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet.

Die Vegetarierin ist eine kafkaeske Geschichte in drei Akten über Scham und Begierde, Macht und Obsession sowie unsere zum Scheitern verurteilten Versuche, den Anderen zu verstehen, der ja doch, wie man selbst, Gefangener im eigenen Leib ist. Der Roman wurde mit dem Man Booker International Prize 2016 ausgezeichnet.“

Han Kang: Die Vegetarierin, Roman, aus dem Koreanischen übersetzt von Ki-Hyang Lee, Aufbau Verlag, gebunden, 190 Seiten, ISBN: 9783351036539, Eur 18,95, Link zur Verlagsseite

Elena Ferrante: Meine geniale Freundin

Meine geniale FreundinEine Autorin, deren Identität niemand kennt und begeisterte Besprechungen von amerikanischen Kritikern, in Deutschland verlegt im ehrwürdigen Suhrkamp-Verlag – auch bei Elena Ferrante scheinen die Marketingmechanismen der Buchbranche perfekt zu funktionieren. Erste Besprechungen in Deutschland, sogar einhellige Ablehnung im literarischen Quartett, relativieren den Hype um dieses Buch. Ich werde weiter gespannt die Diskussionen verfolgen und dann entscheiden, ob ich mir selber ein Urteil bilden muss. Der Titel wird aber sicherlich auf den Bestsellerlisten landen.

„Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen. Im Neapel der fünfziger Jahre wachsen sie auf, in einem armen, überbordenden, volkstümlichen Viertel, derbes Fluchen auf den Straßen, Familien, die sich seit Generationen befehden, das Silvesterfeuerwerk artet in eine Schießerei aus. Hier gehen sie in die Schule, die unangepasste, draufgängerische Schustertochter Lila und die schüchterne, beflissene Elena, Tochter eines Pförtners, beide darum wetteifernd, besser zu sein als die andere. Bis Lilas Vater seine noch junge Tochter zwingt, dauerhaft in der Schusterei mitzuarbeiten, und Elena mit dem bohrenden Verdacht zurückbleibt, eine Gelegenheit zu nutzen, die eigentlich ihrer Freundin zugestanden hätte.

Ihre Wege trennen sich, die eine geht fort und studiert und wird Schriftstellerin, die andere wird Neapel nie verlassen, und trotzdem bleiben Elena und Lila sich nahe, sie begleiten einander durch erste Liebesaffären, Ehen, die Erfahrung von Mutterschaft, durch Jahre der Arbeit und Episoden politischer Bewusstwerdung, zwei eigensinnige, unnachgiebige Frauen, die sich nicht zuletzt gegen die Zumutungen einer brutalen, von Männern beherrschten Welt behaupten müssen.Sie bleiben einander nahe, aber es ist stets eine zwiespältige Nähe: aus Befremden und Zuneigung, aus Rivalität und Innigkeit, aus Missgunst und etwas, das größer und stiller ist als Lieben. Liegt hier das Geheimnis von Lilas Verschwinden?“

Elena Ferrante: Meine geniale Freundin, Suhrkamp Verlag, Roman, aus dem Italienischen übersetzt von Karin Kriefer, 422 Seiten, gebunden, ISBN: 978-3-518-42553-4, Eur 22,00, Link zur Verlagsseite

John Williams: Augustus

AugustusDie Wiederentdeckung dieses Autors vor einigen Jahren und der Überraschungserfolg seines Romans „Stoner“ kam für viele überraschend. Auch für mich ist es eines meiner Lieblinsbücher. Nach dem ebenfalls erfolgreichen Roman „Butchers Crossing“ erscheint jetzt mit „Augustus“ das eigentliche Hauptwerk von John Williams. Ich bin gespannt auf erste Meinungen.

„Was es heißt, ein Mensch zu sein … Das Hauptwerk von John Williams endlich auf Deutsch! Octavius ist neunzehn, sensibel, wissbegierig, und er will Schriftsteller und Gelehrter werden. Doch als Großneffe und Adoptivsohn Julius Cäsars fällt ihm nach dessen Ermordung ein gewaltiges politisches Erbe zu: Ihm, der von schwächlicher Konstitution aber enormer Willenskraft ist, wird es durch Glück, List, Intelligenz und Entschlossenheit gelingen, das riesige Römische Reich in eine Epoche des Wohlstands und Friedens zu führen. Williams schildert das Wirken und Leben dieses außergewöhnlichen Mannes, des späteren Kaiser Augustus‘, in dramatischen Szenen, so plastisch, so mitreißend, als würden die Geschehnisse sich in unseren Tagen ereignen.

Überwiegend fiktive Briefe und Notizen, Erinnerungen und Senatsprotokolle lassen die Person eines Herrschers lebendig werden, dem das Schicksal Macht und Reichtum in vorher ungekanntem Ausmaß zuspielte. Aber er, der sich zum Gott erheben ließ, sieht am Ende, von Frau und Tochter entfremdet, dem Tod so ungeschützt entgegen, wie jeder Mensch – als das »arme Geschöpf, das er nun einmal ist.« Auch dieser historisch-biographische Roman fügt sich in das schmale aber außerordentliche Werk des posthum durch ›Stoner‹ weltberühmt gewordenen Autors, in dessen Mittelpunkt die tiefgreifende Frage steht, was es heißt, ein Mensch zu sein.“

John Williams: Augustus, Roman, aus dem Amerikanischen übersetzt von Bernhard Robben, dtv Verlag, 480 Seiten, gebunden, Erscheinungstermin: 23.09.2016, ISBN: 9783423280891, EUR 24,00, Link zur Verlagsseite

Ian McEwan: Nussschale

Nussschale

Der britische Schriftsteller liefert mit schöner Regelmäßigkeit tolle Bücher ab, auf sein neuestes Werk bin ich gespannt.

„Eine klassische Konstellation: der Vater, die Mutter und der Liebhaber. Und das Kind, vor dessen Augen sich das Drama entfaltet. Aber so, wie Ian McEwan sie erzählt, hat man diese elementare Geschichte noch nie gehört. Verblüffend, verstörend, fesselnd, philosophisch – eine literarische Tour de force von einem der größten Erzähler englischer Sprache.“

Ian McEwan: Nussschale, Roman, Diogenes Verlag, aus dem Englischen übersetzt von Bernhard Robben, 288 Seiten, gebunden, Erscheinungstermin: 26.10.2016, ISBN: 978-3-257-06982-2, EUR 22,00, Link zur Verlagsseite 

 

 

 

Christian Kracht: Die Toten

Die TotenDiesen Roman hatten viele schon auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis erwartet. Auch wenn er sich dort nicht wiederfindet, wird es bestimmt wieder eine vielbesprochene Neuerscheinung.

„Die Wiedergeburt der gothic novel aus dem Geist des Kinos. Christian Krachts neuer Roman »Die Toten« führt uns mitten hinein in die gleißenden, fiebrigen Jahre der Weimarer Republik, als die Kultur der Moderne, besonders die Filmkultur, eine frühe Blüte erlebte. Hier, in Berlin, »dem Spleen einer unsicheren, verkrampften, labilen Nation«, versucht ein Schweizer Filmregisseur, angestachelt von einem gewissen Siegfried Kracauer und einer gewissen Lotte Eisner, den UFA-Tycoon Hugenberg zur Finanzierung eines Film zu überreden, genauer gesagt: eines Gruselfilms, genauer gesagt: in Japan. Das überschneidet sich mit ebensolchen Plänen im dortigen Kaiserreich, mit denen man dem entstehenden Hollywood-Imperium Paroli bieten will.

Ein Roman in betörend-magischer Sprache, der das Geheimnis des Films als Kunstwerk der Moderne feiert, seine großen Meister von Murnau bis Lang, die Sehnsucht großer Künstler nach Transzendenz und Erlösung und die Erinnerung als Quelle unseres Ichs. Ein Roman über die Geister, die ständig unter uns sind, ob wir es wollen oder nicht.

Christian Kracht: Die Toten, Roman, Verlag Kiepenheuer & Witsch, 224 Seiten, gebunden, Erscheinungstermin: 08.09.2016, ISBN: 978-3-462-04554-3, EUR 20,00, Link zur Verlagsseite

Jane Gardam: Letzte Freunde

HB Gardam Letzte Freunde FInal_MR.inddFast einhellige Begeisterung löste der erste Band der „Old Filth“-Trilogie „Ein untadeliger Mann“ aus. Die in England sehr populäre Schriftstellerin war bis dahin in Deutschland weitgehend unbekannt. Man darf gespannt sein, wie der Autorin der Abschlussband ihrer Trilogie gelungen ist.

„Nach den Bestsellern „Ein untadeliger Mann“ und „Eine treue Frau“: Band drei der herrlich britischen Trilogie von Jane Gardam.

Es ist Abscheu auf den ersten Blick, der Edward Feathers und Terry Veneering, die glänzendsten Juristen des British Empire, ein Leben lang verbindet. Als ebenbürtige Gegner in zahllosen Prozessen hassen sie einander schon, bevor sie sich beide in dieselbe Frau verlieben. Und es wird ein Leben lang dauern, bis sie bemerken, dass sie ebenso gut Freunde sein könnten. Was hat Feathers’ Frau Betty so angezogen an Veneering, dem Mann mit dem weißblonden Haar, der selbst mit der schönsten Frau Hongkongs verheiratet ist? Worum beneiden die erbitterten Feinde sich mit solcher Intensität? Mit weiser Gelassenheit erzählt Jane Gardam, eine der bekanntesten Schriftstellerinnen in England, von der Fähigkeit zur Liebe und einer späten Freundschaft.“

Jane Gardam: Letzte Freunde, Roman, aus dem Englischen übersetzt von Isabel Bogdan, Hanser Verlag, 240 Seiten, gebunden, Erscheinungstermin 10.10.2016, ISBN: 9783446252905, Link zur Verlagsseite

 

Delphine de Vigan: Nach einer wahren Geschichte

Nach einer wahren geschichteObwohl sie zu den bekanntesten französichen Autorinnen gehört, habe ich bisher noch kein Buch von ihr gelesen.  Die Inhaltsbeschreibung ihres neuen Romans hört sich allerdings sehr vielversprechend an. Roman Polanski startet im Oktober mit den Dreharbeiten zur Verfilmung.

„Zwei Frauen lernen sich auf einer Party kennen. Die zurückhaltende Delphine, die sich mit fremden Menschen meist sehr schwer tut, ist sofort fasziniert von der klugen und eleganten L., die als Ghostwriter arbeitet. Aus gelegentlichen
Treffen werden regelmäßige, man erzählt einander das eigene Leben, spricht über Familie und Freunde, vor allem über Freundinnen. Und natürlich über Bücher und Filme, die man liebt und bewundert. Delphine ist glücklich über die Gemeinsamkeiten und fühlt sich verstanden wie schon lange nicht mehr. Ganz entgegen ihrer Gewohnheit gibt sie in einem Gespräch über das Schreiben die Idee für ihr nächstes Buch preis. L. reagiert enttäuscht: Wie nur könne Delphine ihre Zeit auf eine erfundene Geschichte verschwenden? Eine Autorin ihres Formats müsse sich der Wahrheit verschreiben. Delphine ist entsetzt. L.s leidenschaftlich vorgetragene Forderung löst eine tiefe Verunsicherung in ihr aus. Bald kann sie weder Papier noch Stift in die Hand nehmen. L. scheint völlig unglücklich über das zu sein, was sie in der Freundin ausgelöst hat. Selbstlos übernimmt sie die Beantwortung von E-Mails, das Absagen von Lesungen und Interviews, das Vertrösten des Verlags, der auf einen neuen Roman wartet. Und all das in Delphines Namen. Keiner weiß davon, keiner kennt L., und so ist Delphine allein, als sie feststellt, dass L. ihr immer ähnlicher wird …“

Delphine de Vigan: Nach einer wahren Geschichte, Roman, aus dem Französichen übersetzt von Doris Heinemann, DuMont Buchverlag, 350 Seiten, gebunden, bereits erschienen, ISBN: 9783832198305, EUR 23,00, Link zur Verlagsseite

Jan Brandt: Stadt ohne Engel

Brandt Stadt ohne EngelBereits die Veranstaltung auf der LitBlogConvention mit dem Autor hat mich neugierig auf dieses Buch gemacht. Ich bin gespannt auf die Erlebnisse und Begegnungen eines deutschen Autors in Los Angeles.

„Los Angeles ist die Stadt der erfüllten und unerfüllten Sehnsüchte. Keine Stadt auf der Welt ist medial so allgegenwärtig wie diese, keine Stadt produziert so viele Mythen und Legenden – und keine kann so hart, brutal und zerstörerisch sein.
Jan Brandt bringt diesen schillernden Metropolenkosmos auf unerhörte Weise zum Sprechen. Er erzählt von Menschen, denen er auf Streifzügen begegnet ist: von Starköchen und Schriftstellerinnen über Filmemacher bis zu Hauswächtern und Gangsta-Rappern. Es sind Geschichten von Glücksrittern, die versuchen, trotz aller Widerstände den Amerikanischen Traum zu leben.
›Stadt ohne Engel‹ versammelt literarische Reportagen, Kritiken und Essays. Persönliche Begegnungen und Beobachtungen verbinden sich mit Zeitungsartikeln, Twitter-Meldungen und Facebook-Nachrichten zu einem kollektiven urbanen Rauschen. Es ist ein Buch über Fremdheit und Annäherung, denn natürlich ist Jan Brandt immer zweierlei zugleich: Tourist und Journalist, Autor und Spion – ein deutscher Gast, der außer-halb steht und dem es dennoch gelingt, mitten hineinzukommen: in das Innenleben der vielleicht wahnsinnigsten Stadt der Welt.“

Jan Brandt: Stadt ohne Engel – Wahre Geschichten aus Los Angeles,  DuMont Buchverlag,  304 Seiten, gebunden, Erscheinungstermin: 21.09.2016, ISBN: 9783832198312, Link zur Verlagsseite

Stephen King: Mind Control

Viele warten gespannt auf den Abschluss der Bill-Hodges-Trilogie, ich auch.

„In Zimmer 217 ist etwas aufgewacht. Etwas Böses. Brady Hartsfield, verantwortlich für das Mercedes-Killer-Massaker mit vielen Toten liegt seit fünf Jahren in einer Klinik für Neurotraumatologie im Wachkoma. Seinen Ärzten zufolge wird er sich nie erholen. Doch hinter all dem Sabbern und In-die-Gegend-Starren ist Brady bei Bewusstsein – und er besitzt tödliche neue Kräfte, mit denen er unvorstellbares Unheil anrichten kann, ohne sein Krankenzimmer je zu verlassen. Ex-Detective Bill Hodges, den wir aus Mr. Mercedes und Finderlohn kennen, kann die Selbstmordepidemie in der Stadt schließlich mit Brady in Verbindung bringen, aber da ist es schon zu spät.“

Stephen King: Mind Control, Roman, aus dem Amerikanischen übersetzt von Bernhard Kleinschmidt, Heyne Verlag, 528 Seiten,  gebunden, Erscheinungstermin: 12.09.2016, ISBN: 9783453270862, Eur 22,99, Link zur Verlagsseite

 

 

Jonathan Safran Foer: Hier bin ich

HIer bin ich„Alles ist erleuchtet“ war der Durchbruch für diesen Autor und auch wenn die schrägen Geschichten nicht jedermanns Geschmack treffen werden, ist ein neues Buch von ihm doch wieder ein Ereignis.

„Wie können wir all die Rollen, die wir zu spielen haben, glaubhaft unter einen Hut bekommen? Wie gleichzeitig Sohn, Vater und Ehemann sein? Oder Mutter, Ehefrau und Geliebte? Erwachsener und Kind? Oder gar Amerikaner und Jude? Wie können wir wir selbst sein, wenn unser Leben doch so eng mit allen anderen verbunden ist? Diese Fragen stehen im Zentrum von Jonathan Safran Foers erstem Roman seit elf Jahren.

»Hier bin ich« erzählt von vier turbulenten Wochen im Leben einer Familie in tiefer Krise. Julia und Jacob haben sich auseinandergelebt, doch wie könnten sie sich trennen, ohne dass ihre drei Söhne darunter leiden oder gar sie selbst? Immer wieder diskutieren sie alle Szenarien durch, kümmern sich aufopferungsvoll um den inkontinenten Hund und die bevorstehende Bar Mitzwa des ältesten Sohns. Gerade als die israelische Verwandtschaft zur Familienfeier in Washington, D.C. eintrifft, ereignet sich ein katastrophales Erdbeben im Nahen Osten, das die Invasion Israels zur Folge hat. Die Fragen »Was ist Heimat? Was bedeutet Zuhause?« stellen sich noch einmal ganz neu, auch für Jacob.

Jonathan Safran Foer schreibt sich mit seinem dritten Roman endgültig in den Olymp der amerikanischen Literatur“

Jonathan Safran Foer: Hier bin ich, Roman, aus dem Amerikansichen übersetzt von Henning Ahrens, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Seitenzahl nicht bekannt, Erscheinungstermin: 10.11.2016, ISBN: 978-3-462-04877-3, Eur 26,00, Link zur Verlagsseite

Connie Palmen: Du sagt es

Palmen Du sagst es„Sylvia Plath und Ted Hughes sind das berühmteste Liebespaar der modernen Literatur. In ›Du sagst es‹ verleiht Connie Palmen dem 1998 verstorbenen Ted Hughes eine Stimme. Sie lässt ihn auf seine leidenschaftliche Ehe zurückblicken, die am 11. Februar 1963 mit dem Suizid seiner Frau endet, und auf sein Leben, das von da an von diesem Freitod beherrscht war. In den meisten Biographien, die über Sylvia Plath erscheinen, wird sie zur Märtyrerin stilisiert und er als Verräter und Mörder abgestempelt, von Wildfremden beschimpft und von Menschen angeklagt, die er für Freunde hielt. Mit Zurückhaltung und Scharfsinn beschreibt Palmen seine Gedanken, Ängste und Beschwörungen und die tieftragische Beziehung zu der Frau, die sein Leben bestimmen sollte.“

Connie Palmen: Du sagst es, Roman, aus dem Niederländischen übersetzt von Hanni Ehlers, Diogenes Verlag, 288 Seiten, gebunden, bereits erschienen, ISBN:  978-3-257-06974-7, Eur 22,00, Link zur Verlagsseite

 

 

 

Das waren meine ganz persönlichen Highlights aus den Herbstvorschauen. Bestimmt habe ich einige interessante Titel übersehen und auch die Longlist des Buchpreises hält bestimmt noch ein paar interessante Titel bereit. Irgendwie traurig, dass man jetzt schon weiß, dass man alle Titel vermutlich nicht schaffen wird zu lesen.

Waren für euch ein paar gute Tipss dabei? Habt ihr selber bestimmte Bücher, auf die ihr euch freut? Lasst mir gerne eure Kommentare da.

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8 Comments

  • Reply Letusreadsomebooks 28. August 2016 at 19:44

    „Die Vegetarierin“ und „Augustus“ sind sehr zu empfehlen.
    Jonathan Safran Foer habe ich erst gestern im Original in der Buchhandlung entdeckt – schön, dass er so schnell übersetzt wurde. Das klingt nämlich wirklich auch sehr interessant. 🙂

  • Reply Thomas 28. August 2016 at 20:08

    Die Vegetarierin ist schon fest eingeplant auf der Leseliste. Bei „Augustus“ war ich mir bisher noch unsicher, werde es jetzt aber auch auf meine Geburtstags-/Weihnachstwunschliste setzen. Bei Safran Foer werde ich erst noch abwarten und erstmal „Extrem laut und unglaublich nah“ lesen, das liegt nämlich schon ewig auf dem SuB.
    Liebe Grüße
    Thomas

  • Reply Silvia 1. September 2016 at 16:24

    Ich fühle mich gerade belesen: drei deiner Auswahl habe ich schon verschlungen. Die anderen muss ich haben! Augustus hatte ich noch gar nicht auf der Speiseliste. Allerdings haben mir von Ferrante jetzt schon einige abgeraten. Die Girls habe ich schon auf dem eRreader. Und Jan Brandt ist eigentlich Ehrensache nach der interessanten Vorstellung auf der LitBlog-Convention, danke das du mir dieses Buch über LA wieder in Erinnerung gerufen hast.

    • Reply Thomas 1. September 2016 at 18:58

      Hallo Silvia,
      ja, habe schon mit großem Interesse u.a. eure Besprechung auf dem Blog zu Delphine de Vigane gelesen. Die Besprechung im Literaturclub des srf am Dienstag hat meinen Wunsch nochmals verstärkt. Ich bin gespannt. Ferrante ist für mich erstmal kein must-read, ich werde vermutlich das Taschenbuch abwarten und schauen, ob ich es dann noch lesen möchte.
      Liebe Grüße
      Thomas

  • Reply Franzi Schönbach 17. September 2016 at 19:29

    Huhu Thomas,

    da hast du wirklich wunder volle Bücher zusammen gestellt. Einige davon habe ich mir auch schon rausgesucht und öchte sie unbedingt kaufen und lesen. Aber dank dir ist die Liste jetzt noch mal gewachsen um Mind Control, Die Toten und Augustus – Stoner fand ich ja ein sehr sehr gelungenes Buch! glg Franzi

    • Reply Thomas 18. September 2016 at 17:39

      Hallo Franzi,
      bei Stephen King hänge ich noch hinterher, muss ganz bald erst mal Finderlohn lesen und bei Augustus bin ich auf erste Rezensionen gespannt, da das Buch ja ein ganz anderes Thema als Stoner hat.
      Liebe Grüße
      Thomas

  • Reply Madame Lustig 18. September 2016 at 15:18

    Hallo lieber Thomas,
    ich liebäugle ja sehr mit „The Girls“. Ich finde, das Buch klingt wahnsinnig interessant und auch die Leserstimmen, die ich bisher so mitbekommen habe, klangen im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Aber der Preis .. ja, der schreckt mich tatsächlich ein wenig ab. Ich finde 22 € schon eine Menge Geld und werde wohl warten, bis ich es bei einer meiner Medimops oder rebuy Bestellungen etwas günstiger ergattern kann.

    Ganz ganz liebe Grüße und hab noch ein schönes Wochenende
    Maike

    • Reply Thomas 18. September 2016 at 17:45

      Bonnjour Madame 😉
      tja, mir geht das mit diesen Hype-Büchern ja auch oft so, dass gerade diese dann erst mal in der Lese-/Wunschliste erst mal nach hinten rutschen. Man wird mit Besprechungen überflutet und braucht dann erst mal etwas Abstand. Deswegen steht Benedict Wells auch noch ungelesen im Regal. Bei „The Girls“ werde ich wohl auch eine Taschenbuchausgabe abwarten.
      Dir auch ein schönes Restwohchenende..
      Liebe Grüße
      Thomas

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