Top Ten Thursday

Meine bisherigen Bücherhighlights aus 2017 – 10 Lesetipps

Und schon ist die erste Jahreshälfte 2017 vorbei. Zeit einen ersten kurzen Blick zurück auf die gelesenen Bücher zu werfen. Es waren wieder viele interessante Titel dabei. Zu allen habe ich (bisher) keine Rezensionen geschrieben, daher stelle ich die Bücher hier anhand der Inhaltsbeschreibungen der jeweiligen Verlage und ein paar Worten meinerseits vor. Rezensionen verlinke ich entsprechend. Viel Spaß beim Stöbern, lasst mir gerne eure Empfehlungen oder Links zu eigenen Rückblicken da.

Toni Morrison: Gott, hilf dem Kind

„Lula Ann ist ein so tiefschwarzes Baby, dass ihre Mutter Sweetness bei der Geburt fast zu Tode erschrickt und der Vater die junge Familie auf der Stelle verlässt, weil er nicht glauben kann, dass dieses Kind von ihm ist. Sweetness erzieht Lula Ann zu Gehorsam und Unterwürfigkeit, nur nicht auffallen, aus Angst vor rassistischen Angriffen.

Doch die heranwachsende Tochter sträubt sich gegen die verordnete Angepasstheit. Sie ändert ihren Namen, in Bride, kleidet sich in provokant strahlendes Weiß, macht Karriere bei einer Kosmetikfirma, verliebt sich in einen geheimnisvollen Mann und befreit sich auf ihre Weise von der Vergangenheit.  Zwei starke Frauen, zwei verschiedene Lebensentwürfe, in dem Versuch, sich zu schützen und gleichzeitig zu behaupten“. Link zur Seite des Rowohlt-Verlags

Dieses Buch war ein spontaner Leseentschluss in der örtlichen Stadtbibliothek. Eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe, ist es doch eines meiner Lieblingsbücher in diesem Jahr. Und wie ich beim literarischen Quartett gelernt habe kann man Toni Morrisons Bücher der literarischen Gattung des „magischen Realismus“ zuordnen. Tatsächlich hat das Buch einige surreal-magische Momente zu bieten und erinnert mich damit in diesen Passagen auch an Haruki Murakami.

 

Patricia Highsmith: Leute, die an die Tür klopfen

„Arthur, 17, lebt mit seinem Bruder bei seinen Eltern unweit von Philadelphia. Er liebt Maggie, die von ihm ein Kind erwartet. Sie möchte das Kind abtreiben, da beide nicht wissen, wie sie das Kind ernähren sollen. Der Vater gehört einer Sekte an, und er und andere Sektenmitglieder verlangen von Arthur, dass er Maggie von ihrem Entschluss abbringt. Als Arthur sich weigert, wirft ihn der Vater aus dem Haus; als der Vater sich jedoch selbst verliebt und seinen Prinzipien nicht treu bleibt, kommt es zur Katastrophe.“ (Link zum Diogenes-Verlag)

2017 werde ich mich besonders mit den Werken von Patricia Highsmith beschäftigen. Einer der wenigen Romane, die ich noch nicht kenne war dieses Buch. Link zu meiner Rezension

 

 

Fatma Aydemir: Ellbogen

„Sie ist siebzehn. Sie ist in Berlin geboren. Sie heißt Hazal Akgündüz. Eigentlich könnte aus ihr eine gewöhnliche Erwachsene werden. Nur dass ihre aus der Türkei eingewanderten Eltern sich in Deutschland fremd fühlen. Und dass Hazal auf ihrer Suche nach Heimat fatale Fehler begeht. Erst ist es nur ein geklauter Lippenstift. Dann stumpfe Gewalt. Als die Polizei hinter ihr her ist, flieht Hazal nach Istanbul, wo sie noch nie zuvor war. Warmherzig und wild erzählt Fatma Aydemir von den vielen Menschen, die zwischen den Kulturen und Nationen leben, und von ihrer Suche nach einem Platz in der Welt. Man will Hazal helfen, man will mit ihr durch die Nacht rennen, man will wissen, wie es mit ihr und mit uns allen weitergeht.“ (Link zum Hanser-Verlag)

Zu meiner Rezension geht es hier entlang

 

 

Brian K. Vaughan: Paper Girls (Comic)

„Was inhaltlich klingt, als träfe eine 80er-Jahre-Teeniekomödie auf AKTE X ist in Wahrheit das wohl Heißeste und Abgefahrenste, was der US-Comicmarkt derzeit zu bieten hat: die PAPER GIRLS werden nun bald auch in Deutschland Zeitungen und Fäuste fliegen lassen. Bei den PAPER GIRLS handelt es sich um vier Mädchen, die in einem amerikanischen Vorort im Jahre 1988, ausgestattet mit Walkie-Talkies. Tageszeitungen an Haushalte ausliefern. Wie es sich für selbstbewusste Teenie-Mädels gehört, möchten sie eines dieser Walkie-Talkies natürlich wieder zurückerobern, als es ihnen ausgerechnet in der Nacht nach Halloween von einer mysteriösen Gestalt entwendet wird. Doch schon bald müssen sie feststellen, dass in ihrer Kleinstadt Dinge vor sich gehen, die ihre bis dahin bekannte Vorstellungskraft weit übersteigt.“ (Link zum Cross-Cult-Verlag)

Selbst mir als lediglich sporadischem Comic-Leser war der Name Brian K. Vaughan und seine preisgekrönte Comicreihe „Saga“ ein Begriff (nicht zuletzt auch durch Big Bang Theory). Auch Band 1 seiner neuen Reihe Paper Girls konnte sich bei den Eisner Awards wieder zwei Auszeichnungen sichern (Best New Series und Best Penciller/Inker). Mir hat die Story sehr gut gefallen, für alle 80er-Jahre-Retro-Fans und Liebhaber der Fernsehserie Stranger Things sehr zu empfehlen. Allerdings endet Band 1 mit einem üblen Cliffhanger, Band 2 muss also bald her.

 

Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis

„Eines normalen Tages erfährt Arthur Dent zufällig, dass die Zerstörung der Erde unmittelbar bevorsteht: Sie soll einer Hyperraumumgehungsstraße weichen. Zum Glück entpuppt sich sein bester Freund als Außerirdischer, der sie per Anhalter auf ein Raumschiff schleust und so rettet. Zumindest erst mal. Denn bevor sie die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest erfahren, müssen sie gemeinsam mit dem debilen Präsidenten der Galaxis und einem schwermütigen Roboter den unwahrscheinlichsten Planeten überleben, den es je gab.“ (Link zum Kein und Aber-Verlag)

Bis vor kurzem war ich vermutlich einer der letzten Leser, die dieses Kult-Buch noch nicht kennen. Eine herrlich satirisches Nonsens-Abenteuer, das unbedingt lesenswert ist. Alle, die mit dem Humor von Monty Python etwas anfangen können, werden die Bücher lieben. Und wer die Antwort auf die Frage aller Fragen wissen will muss ohnehin zu diesem Buch greifen, denn auch diese ist in dem Buch enthalten.

 

 

Eleanor Catton: Die Gestirne

„Neuseeland zur Zeit des Goldrausches 1866: Als der Schotte Walter Moody nach schwerer Überfahrt nachts in der Hafenstadt Hokitika anlandet, trifft er im Rauchzimmer des örtlichen Hotels auf eine Versammlung von zwölf Männern, die eine Serie ungelöster Verbrechen verhandeln: Ein reicher Mann ist verschwunden, eine opiumsüchtige Hure hat versucht, sich das Leben zu nehmen, und eine ungeheure Summe Geld wurde im Haus eines stadtbekannten Säufers gefunden. Moody wird bald hineingezogen in das Geheimnis, das schicksalhafte Netz, das so mysteriös ist wie der Nachthimmel selbst.“ (Link zum Btb-Verlag)

Über 1000 Seiten, die mich absolut fasziniert haben. Zu meiner ausführlichen Rezension geht es hier entlang.

 

 

Stephen King: Der Turm

„Mit „Der Turm“ liefert Stephen King das große Finale seines Romanzyklus „Der Dunkle Turm“, der schon jetzt als moderner Klassiker gilt und in einem Atemzug mit „Der Herr der Ringe“ genannt wird. Roland Deschain, der letzte Revolvermann, steht endlich vor dem Ziel seiner epischen Reise, dem Turm selbst, dem Zentrum aller Zeiten, der Mitte aller Welten.“ (Link zum Heyne-Verlag)

Rechtzeitig vor dem Filmstart im Herbst wollte ich dieses Epos beenden und nach der Lektüre bin ich mir immer noch nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Die Reise mit Roland und seinen Gefährten war intensiv, aufwühlend und stellenweise etwas langatmig, aber zu Recht wird es als Kings wichtigstes Werk bezeichnet. Ich bin gespannt, ob sich die Verfilmung nur an den Action-Szenen (die in den Büchern gar nicht so zahlreich sind) orientiert oder ob auch die zahlreichen Anspielungen auf Kings andere Werke und die Literatur im Allgemeinen thematisiert werden. Das Ende wird einige Leser nicht zufriedenstellen, aber letztlich wäre wohl auch kein anderes denkbar gewesen. Eine ausführliche Vorstellung der gesamten Reihe ist geplant, mal schauen, ob ich noch dazu komme.

 

Marlon James: Eine kurze Geschichte von sieben Morden

„Jamaika, 1976: Sieben bewaffnete Männer dringen in das Haus des Reggae-Musikers Bob Marley ein und eröffnen das Feuer. Marleys Manager wirft sich schützend über ihn und erleidet dabei lebensgefährliche Verletzungen. Marleys Frau Rita wird ebenfalls schwer verwundet, er selbst bleibt mit leichteren Verletzungen an Armen und Brust zurück. Wer waren die Täter? Was waren ihre Motive? Ausgehend von dem Attentat und den Spekulationen, die sich darum ranken, entwirft Marlon James ein vielseitiges Stimmungsbild Jamaikas in den 70er und 80er Jahren voll Gewalt, politischer Willkür, Drogen und Intrigen, ausgestaltet bis ins kleinste Detail.“ (Link zum Heyne-Verlag)

Ein monumentales Epos, dass man sich ein Stück weit erarbeiten muss, dann wird man aber auch mit einem Leseerlebnis belohnt, wie man es nicht alle Tage geboten bekommt. Zu meiner ausführlichen Rezension geht es hier entlang.

 

H.G. Wells: Die Zeitmaschine

„Ende des 19. Jahrhunderts unternimmt der »Zeitreisende« – ein nicht namentlich genannter Erfinder – einen Ausflug in das Jahr 802.701, wo er zwei verschiedene Menschenrassen antrifft: die scheinbar sorgenfrei und glücklich an der Erdoberfläche lebenden Eloi und die unterirdischen Morlocks. Erst mit der Zeit findet er heraus, dass zwischen den Eloi und den Morlocks ein Anhängigkeitsverhältnis besteht, das seine schlimmsten Befürchtungen übertrifft!Nach einem Abstecher in die ferne Zukunft, wo über der stillstehenden Erde ein riesiger roter Feuerball lodert, kehrt er in die Gegenwart zurück. Da ihm jedoch niemand Glauben schenken will, begibt er sich erneut auf die Reise …Diese Ausgabe enthält neben einem Nachwort des Wells-Experten Elmar Schenkel die gestrichenen Passagen ›Die Rückkehr des Zeitreisenden«; drei Vorworte der Ausgaben der Jahre 1924, 1931 und 1934; den Vorläufer: ›Die Chrononauten‹ aus dem Jahr 1888 sowie die Essays aus dem Jahr 1893 ›Der Mann aus dem Jahr 1.000.000. Eine wissenschaftliche Vorausschau‹ und›Das Aussterben des Menschen. Einige spekulative Gedanken‹ von 1894.“ (Link zum Fischer-Verlag)

Ein Klassiker der Science-Fiction-Literatur, der schon lange auf meiner Leseliste stand und mich nicht enttäuscht hat. Ein kurzes, aber intensives Lesevergnügen, von Wells‘ pessimistischer Weltsicht war ich dann doch etwas überrascht – mit T.C. Boyle hätte er sich wohl gut verstanden.

 

T.C. Boyle: Die Terranauten:

„In einem geschlossenen Ökosystem unternehmen Wissenschaftler in den neunziger Jahren in den USA den Versuch, das Leben nachzubilden. Zwei Jahre lang darf keiner der acht Bewohner die Glaskuppel von „Ecosphere 2“ verlassen. Egal, was passiert. Touristen drängen sich um das Megaterrarium, Fernsehteams filmen, als sei es eine Reality-Show. Eitelkeit, Missgunst, Rivalität – auch in der schönen neuen Welt bleibt der Mensch schließlich doch, was er ist. Und es kommt, wie es kommen muss: Der smarte Ramsay verliebt sich in die hübsche Dawn – und sie wird schwanger. Kann sie das Kind austragen? T.C. Boyles prophetisches und irre komisches Buch, basierend auf einer wahren Geschichte, berührt die großen Fragen der Menschheit.“ (Link zum Hanser-Verlag)

Auch wenn der bitterböse Sarkasmus von T.C. Boyle in diesem Buch nicht so stark zum Tragen kommt – ein toller Roman des amerikanischen Autors. Meine Besprechung sowie meinen Bericht zur Lesung in Köln findet ihr hier.

 

 

Previous Post Next Post

You Might Also Like

6 Comments

  • Reply InaVainohullu 29. Juni 2017 at 08:14

    Guten Morgen Tommi,

    Eine sehr interessante Liste, von der ich mir einige Bücher erstmal genauer ansehen muss, besonders weil ich ja eigentlich in einem völlig anderen Genre unterwegs bin als du 🙂

    Die Terranauten stehen allerdings tatsächlich schon auf meiner Wunschliste und Paper Girls sieht superinteressant aus. Ich gehe mal stöbern.

    Liebe Grüße Ina

    • Reply Thomas 3. Juli 2017 at 19:12

      Hallo Ina,
      danke für deinen Besuch, ich hoffe ich konnte etwas Inspiration für neue Bücher bieten 😉 Mein Genre ist ja eher, dass ich kein bestimmtes Genre verfolge und möglichst viel querbeet lese. Daher bin ich offen für (fast) alles. T.C. Boyle habe ich auch erst vor kurzem für mich entdeckt, mir gefällt seine satirische Ader einfach unheimlich gut. Paper Girls gehört zu meinen Comic-Neuentdeckungen, ein Genre, in das ich mich vermutlich auch noch viel mehr vertiefen könnte, wenn nicht Zeit und Geld natürliche Grenezen setzen würden 😉
      Liebe Grüße
      Thomas

  • Reply Marc 29. Juni 2017 at 08:53

    Hallo Thomas,

    eine schöne Liste und es freut mich, dass du Kings Turm, trotz aller Schwierigkeiten erwähnst. Ich würde mich freuen, falls du Zeit und Lust hast, wenn du für das Projekt Dark Tower auf meiner Seite einen Erfahrungsbericht schreiben würdest (keine Besprechung). Auf die Verfilmung bin ich mehr als gespannt. Da ein Trailer immer volle Fahrt voraus auf Actionmomente setzt ist verständlich und würde da den kompletten Film abwarten. Ich bin gespannt, was sie daraus gemacht haben, da es als Fortsetzung konzipiert ist.

    Marlon James „kurze“ Geschichte habe ich auch schon da liegen und bin gespannt darauf.

    Liebe Grüße
    Marc

    • Reply Thomas 3. Juli 2017 at 19:16

      Hallo Marc,
      zum dunklen Turm werde ich definitiv einen Artikel schreiben, allerdings liegt mir diese Reihe sehr am Herzen (ich verfolge sie seit der Erstausgabe und habe erst später mehrfach unterbrochen), daher möchte ich mir dafür ausreichend Zeit nehmen. Ich hoffe, dass ich in den Sommerferien dazu komme. Auf die Verfilmung bin ich sehr gespannt, bei King-Verfilmungen gibt es ja gigantische Qualitätsunterschiede, allerdings sehen die ersten Bilder gut aus.
      Liebe Grüße
      Thomas

  • Reply Vanessa M. 30. Juni 2017 at 11:19

    Hallo Thomas,

    eine tolle Auswahl. Per Anhalter durch die Galaxis ist ein Klassiker, den man immer wieder lesen kann. Und auch die Dunkle Turm-Reihe von Stephen King ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben.
    Ellbogen liegt immer noch auf meine SuB. Ich glaube, so langsam muss ich den Roman endlich mal lesen, bei den vielen begeisterten Stimmen dazu 🙂
    Und der Boyle ist auch eines meiner Lesehighlights aus dem ersten Halbjahr.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüße, Vanessa

    • Reply Thomas 3. Juli 2017 at 19:18

      Hallo Vanessa,
      da scheinen wir ja einen ganz ähnlichen Lesegeschmack zu haben, ich glaube, ich sollte öfter mal auf deiner Seite vorbei schauen 😉
      Lieben Dank für Deinen Besuch und dir noch eine gute Woche 😉
      Viele Grüße
      Thomas

    Leave a Reply