Monatsrückblick

Monatsrückblick Februar 2017

Was war los im Februar 2017? Hier mein Rückblick auf gelesene Bücher sowie interessante Fundstücke aus dem Netz und den Literaturblogs.

Meine gelesenen Bücher im Februar:

Marjorie Liu / Sana Takeda: Monstress – Band 1: Das Erwachen
Georges Simenon: Maigret hat Angst
T.C. Boyle: Die Terranauten
Torsten Woywod: In 60 Buchhandlungen durch Europa

Mein Ausflug in den Comic-Bereich hat mich im Februar zu Monstress geführt. Eine epische Fantasy-Geschichte in der ein junges Mädchen zwischen die Fronten in einem Krieg zwischen magischen Kreaturen und einem mächtigen Orden von Zauberinnen gerät. Die Titelheldin Maika trägt ein dunkles Geheimnis mit sich, dass ihre Welt verändern könnte. Wunderschön gezeichnet mit vielen Jugendstil- und Steampunk-Elementen und Anleihen bei H.P. Lovecraft. Der Hintergrund der Geschichte ist erst ein bisschen verwirrend, insgesamt aber ein empfehlenswerter Comic. Leseprobe und Infos gibt es auf der Seite des Cross-Cult-Verlages.

Auch die Simenon-Lektüre ging im Februar mit Maigret hat Angst weiter. Eigentlich wollte Maigret auf dem Rückweg von einem Kriminalisten-Kongress nur einen alten Studienfreund besuchen, doch in dem kleinen Ort sind kürzlich einige Morde geschehen und für die Bevölkerung steht fest: Die Schuldigen müssen unter den aristokratischen Familien der Stadt zu finden sein.

Mein Highlight im Februar war Die Terranauten von T.C. Boyle. Auch wenn die Satire in diesem Buch etwas kurz kam und der Roman vielleicht etwas zu lang geraten ist – ich habe mich prächtig unterhalten gefühlt. Meine Besprechung zum Roman und zur Lesung am 20.02.2017 in Köln findet ihr hier.

Ganz besonders habe ich mich im Februar auf die Lesung von Torsten Woywod gefreut, der sein Buch In 60 Buchhandlungen durch Europa in Düsseldorf vorstellte. Ein kurzweiliger Reisebericht, der aus der spontanten Idee entstanden ist innerhalb weniger Wochen eine Reise zu den schönsten Buchhandlungen in Europa zu unternehmen. Rezension und Lesungsbericht folgt kurzfristig hier auf dem Blog.

T.C. Boyle signiert fleißig Bücher nach der Lesung in Köln

 

Buchhändler Torsten Woywod (rechts) konnte neben dem Lesungsteil auch viele schöne Fotos von tollen Buchhandlungen präsentieren.

Aktuelle Lektüre

Von meiner Lieblingsschriftstellerin, Patricia Highsmith, habe ich mir noch einige Bücher aufbewahrt. Aktuell lese ich eines ihrer späteren Werke Leute, die an die Tür klopfen.  Hier mal der Klappentext von der Seite des diogenes-Verlages: „Als seine Gebete erhört werden und sein jüngerer Sohn eine schwere Krankheit übersteht, wird Versicherungsagent Alderman plötzlich ›erleuchtet‹ und tritt einer christlichen Sekte bei. Er beginnt, die Familie mit Moralpredigten, Kirchenbesuchen und Gebeten zu quälen. Als die Freundin seines siebzehnjährigen Sohnes Arthur schwanger wird, kommt es zur Konfrontation.“ Die religiösen Sekten in Amerika werden anhand der Familie Aldermann kritisch dargestellt, nach derzeit gelesenen 200 Seiten warte ich aber noch auf die Spannungselemente. Mal schauen, wie sich das entwickelt.

Funstücke aus dem Netz

Die Leipziger Buchmesse steht vor der Tür, bei vielen Buchbegeisterten herrscht große Vorfreude. Tricks und Tipps zum Überleben auf der Messe gibt es im Netz reichlich, einen sehr wichtigen Beitrag findet ihr auf dem Blog der Bücherkrähe Messeknigge oder: Wie verhalte ich mich nicht wie ein Arschloch . Sollte am Eingang der Messe eigentlich an alle verteilt werden.

Ich bewundere ja immer die Blogger, die scheinbar mühelos so viele und interessante Blogbeiträge produzieren. Alexandra vom Blog LexasLeben hat im Februar tatsächlich jeden Tag einen Beitrag veröffentlicht, darunter einige für mich sehr interessante wie  beispielsweise Wie du als Blogger Facebook-Gruppen nutzt, ohne andere zu nerven oder 10 WordPress-Plugins, die ich nicht missen möchte. Aber auch die anderen Beiträge sind sehr lesenswert.

Letzten Monat lief im Kino die Verfilmung des zweiten Teils der Shades-of-Grey-Reihe an, Lydia Benecke, Kriminalpsychologin und seit Jahren aktiv in der BDSM-Szene unterwegs stellt in ihrem Beitrag klar um was es in den Büchern / Filmen geht: Shades of Grey ist sexuelle Gewalt.

Patrizia vom Blog Maaraavillosa stellt neben Büchern auch immer wieder interessante Beiträge rund ums Bloggen und die damit zusammenhängende Technik ein. Ihr Artikel Neues Kamera-Equipment – Again! lässt mich auch darüber nachdenken, ob die Anschaffung einer digitalen Systemkamera sinnvoll ist. Da diese ohne optischen Sucher, bei gleicher Fotoqualität, auskommen, sind sie wesentlich leichter und kompakter als die digitalen Spiegelreflex-Kameras und damit für Messe- und Lesungseinsätze besser geeignet.

In letzter Zeit fallen mir auf den Buchblogs immer wieder sehr interessante Buchvorstellungen von Graphic Novels auf. Auch im Februar bin ich bei Janine vom Blog Kapri-ziös wieder auf eine Entdeckung gestoßen: Die Leichtigkeit von Catherine Meurisse oder ein Leben nach Charlie Hebdo. Nur durch einen Zufall kommt die Zeichnerin an dem Tag der grausamen Anschläge auf die Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo zu spät zur Arbeit. In ihrem Buch beschreibt sie, wie sie mit der Trauer um ihre ermordeten Kollegen umgeht.

Auch die Buchmesse in Leipzig hat einen eigenen Literaturpreis. Mara Giese vom Blog buzzaldrins stellt alle nominierten Bücher in ihrem Artikel Preis der Leipziger Buchmesse 2017 vor.

Ein interessantes Interview zu den dunklen Seiten des ebook-Marktes hat Tilman Winterling vom Blog 54books geführt:  Gespräch mit Thomas Pyczak über ebook-Piraterie.

Bei lovelybooks stand der Februar ganz im Zeichen der Literaturblogger, jeden Tag stellte ein Blogger seine ganz persönliche Liste mit Lieblingsbüchern zu einem bestimmten Thema vor. Auf der Seite Buchblogger empfehlen dürften sich für fast jeden Geschmack interessante Tipps finden lassen.

Einen kleinen Vorgeschmack zu den Blogger-Sessions 2017 auf der Leipziger Buchmesse kann man in dem Beitrag vom literaturcafe finden: buchmesse:blogger sessions 17 in Leipzig: Warum es keine Buchblogger gibt

Auch auf die regelmäßigen Beiträge vom Kaffeehaussitzer Uwe Kalkowski Fundstücke aus den Literaturblogs ,  die Krimikritiken von Autor Martin Krist auf dem Blog von Philly Kriminell Gelesenes und die Statements von Kritiker Thomas Wörtche zu aktuellen Krimi-Neuerscheinungen Leichenberg Februar 2017 , möchte ich gerne hinweisen.

Und noch ein Tipp für alle, die gerne in den Bücherblogs stöbern: Auf Kejas Buchblog gibt es die neue Aktion #zurückgeschaut auf der die beiden Bloggerinnen ihren Monatsrückblick vorstellen und alle teilnehmenden Blogger der Aktion verlinken.

Und sonst so

Das Coverbild des Spiegel 6/2017 sorgte dank drastischer Trump-Darstellung für eine kontroverse Diskussion, für mich ein Grund mal wieder zu diesem Magazin zu greifen. Neben der interessanten Titelstory gab es unter anderem aber auch ein lesenswertes Interview mit T.C. Boyle sowie einen Aritkel über Germanistik-Studenten und der Bedeutung die diesem Studium heutzutage noch zukommt. Der kritische Text blieb glücklicherweise nicht unwidersprochen, die NZZ reagierte mit Germanistik: Hier wird an der Zukunft gearbeitet und  die Zeit mit Germanistik: Schluss mit dem Totentanz-Geraune.

Zwei interessante Vorankündigungen zu künftig erscheinenden Büchern sind mir aufgefallen: Salman Rushdie hat sich das politische Amerika vorgenommen. In seinem im Herbst erscheinenden Roman geht er auf die letzten Jahre der Präsidentschaft Barack Obamas ein und wirft einen kritischen Blick auf die Entstehung der konservativen Tea-Party-Bewegung. Da werden vermutlich auch die Memoiren von Barack und Michelle Obama ein Verkaufsschlager werden. Die Verlagsgruppe Penguin Random House hat sich die Rechte an den noch erscheinenden Büchern für die Summe von 65 Millionen Dollar gesichert.

Das für Kuriositäten in diesen Tagen bekannte Amerika überrascht auch mit kuriosen Meldungen aus dem Buchmarkt. Der dystopische Klassiker 1984 von George Orwell erlebt in Zeiten von Fake-News ein unerwartetes Revival, was dazu geführt hat, dass das Buch in Amerika zeitweise ausverkauft war und mittlerweile wieder in den Bestsellerlisten zu finden ist.

Die Leipziger Buchmesse hat ihr komplettes Programm für 2017  veröffentlicht. Da ich dieses Jahr glücklicherweise das erste Mal offiziell als Blogger akkreditiert wurde stöbere ich gerade durch die 3.200 Veranstaltungen, die im Rahmen der Messe angeboten werden.

Gehört

Hörbücher höre ich eigentlich so gut wie nie. Aber Musik dafür umso mehr. Zwei Alben liefen aus aktuellem Anlass häufiger:
Im Februar sorgten die Grammy-Verleihungen für viel Wirbel in der Musikwelt. Adele hat mit ihrem Album 25 einige Trophäen mit nach Hause nehmen können. In ihrer Dankesrede beweist sie große Klasse, indem sie betont, dass der Preis für das beste Album eigentlich Beyoncé zugestanden hätte. Mit dem Tod von Al Jarreau verabschiedet sich die Musikwelt von einem der ganz Großen, sein Live-Album Tenderness gefällt mir immer noch sehr gut.

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