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Montagsfrage: Das hässlichste Buchcover

Bei der Aktion von Buchfresserchen
bin ich diese Woche gerne wieder dabei. Alle Infos zur Aktion findet ihr hier: Die Frage lautet diese Woche:

Es wird immer nach den schönsten Buchcovern gefragt, aber welches ist für dich das mit Abstand hässlichste?

Da tut sich leider ein ganz dunkles Kapitel meines Leserlebens, aber auch der deutschen Übersetzungs- und Veröffentlichungspraxis auf, denn nach kurzem Überlegen war es tatsächlich eines meiner (und vieler anderer Leser) absoluten Lieblingsbücher.  Ich spreche hiervon:

 

Die zu meiner Jugendzeit einzige erhältliche Paperback-Ausgabe von Tolkiens „Herr der Ringe“ gehört mit Abstand zu den hässlichsten Buchcovern in meinem Regal. Leider handelte es sich um eine der wenigen Ausgaben, die die Übersetzung von Margaret Carroux enthält, welche den Flair der alten Geschichte wunderbar einfängt und an der Tolkien noch selber mitgewirkt hat.
Seit einigen Jahren wird von Klett-Cotta hauptsächlich die neue Übersetzung von Wolfgang Krege vertrieben. Dieser hat die Sprache „modernisiert“ und angeblich unserer heutigen Zeit angepasst. Für die meisten Leser geht damit ein großer Teil des Tolkien-Zaubers verloren. Interessenten können im Internet gerne nach Textvergleichen recherchieren und sich davon überzeugen.
Warum Klett-Cotta, trotz massiver Proteste zahlreicher Tolkien-Fans, so an dieser Übersetzung hängt bleibt mir ein Rätsel. Selbst für die extrem aufwändige Produktion der 900,00 Euro teuren Leder-Sonderausgabe wird die von Tolkien-Fans nur müde belächelte Krege-Übersetzung verwandt.

Vor einigen Jahren gab es eine einbändige ledergebundene Dünndruck-Ausgabe der Carroux-Übersetzung zu kaufen, die ich mir blöderweise damals (Neupreis war ca. 98,00 Euro) nicht zugelegt habe. Heute ist diese nur noch zu Liebhaberpreisen zu bekommen.
Meines Wissens gibt es die Carroux-Übersetzung derzeit offiziell nur noch in der einbändigen Hardcoverausgabe mit roten Cover, welche aber aufgrund ihres Umfangs und Gewichts praktisch nicht lesbar ist.

So, jetzt bin ich noch auf Eure Gruselcover gespannt.

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2 Comments

  • Reply Evy 29. Januar 2016 at 12:05

    Oh, noch jemand, der das grüne Tolkin-Cover genannt hat. Ich kenne leider nur die Filme 🙂 Danke für die Infos zur Übersetzung – das war spannend zu lesen!

    • Reply Thomas 29. Januar 2016 at 22:12

      Hallo Evy,
      gern geschehen ;-))

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