Rezension

Rezension Georges Simenon: Das blaue Zimmer

Klappentext:
„Tony und Andrée liegen in dem blauen Hotelzimmer, in dem sie sich einmal in
der Woche heimlich treffen. Beide sind verheiratet, aber nicht miteinander.
Inzwischen ist aus dem rein sinnlichen Erlebnis eine Form von Liebe geworden,
die ihr bisheriges Leben zu gefährden droht. Aus der sinnenfrohen Romanze wird
ein beklemmendes Liebesdrama.“


In seiner bewußt knappen, präzisen Sprache beschreibt Simenon die
Liebesaffäre zwischen Tony und Andrée und auch wenn der Beginn des Romans
sinnlich-romantisch wirkt, beginnt man zu ahnen, dass bald etwas dramatisches
passieren wird.

Durch Zufall habe ich kürzlich im Internet den Trailer zu der Verfilmung des
Buches aus 2014 gesehen und mich erinnert, dass das Buch schon seit Jahren
irgendwo in meinem Bücherregal steht. Da ich schon lange mal einen
„Non-Maigret“ von Simenon lesen wollte und auch noch einige davon auf meinem
SUB liegen habe, habe ich mich für „Das blaue Zimmer“ entschieden und es nicht
bereut.

Der Roman stellt für mich in zweierlei Hinsicht eine Besonderheit dar:
Erstens die ungewöhnlichen Perspektivwechsel. Zu Anfang des Romans ist die
Handlung in der Gegenwart beschrieben, die „Vorgeschichte“ wird anhand von
Rückblenden erzählt. Später erfährt man, dass auch der Anfang nur eine
Rückblende war.

Zum Zweiten ahnt man zwar schon von Anfang an, dass es sich um einen
„Kriminalfall“ handelt, die eigentliche Tat wird aber erst kurz vor Ende des
Romans erzählt.

Aus meiner Sicht ein absolut empfehlenswerter Roman von einem Autor, der
hoffentlich von vielen (wieder-)entdeckt wird.

Gut, dass Simenon so ein fleißiger Schriftsteller war. Neben 75
Maigret-Romanen hat er auch über 100 weitere Romane und 150 Erzählungen
geschrieben. Für genug Nachschub ist also gesorgt.

Titel: Das blaue Zimmer
Autoren/Herausgeber: Georges Simenon
Übersetzer: Angela Glas
Verlag: Diogenes
Ausgabe: 1., Revised

ISBN/EAN: 9783257603170
Originaltitel: La chambre bleue

Seitenzahl: 176
Produktform: E-Book
Sprache: Deutsch
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