Aktionen, Top Ten Thursday

TTT #12 10 Bücher, die ich gerne als nächstes lesen möchte

CollageTBR01CollageTBR02

Vor zwei Wochen habe ich euch meine 10 Jahreshighlights präsentiert, heute folgen 10 Romane, die ich gerne in nächster Zeit lesen möchte. Falls ihr selber einmal bei der Aktion mitmachen wollt, findet ihr alle Infos auf der Seite von Steffis Bücherbloggeria. Wie ich mich kenne, werden noch einige andere Titel dazwischen kommen, außerdem würde ich gerne ein bis zwei Titel von der Longlist zum Deutschen Buchpreis lesen, welche am 23.08.2016 bekanntgegeben wird. Diese Titel werden mich daher vermutlich durch den Rest des Jahres begleiten. Die Inhaltsbeschreibungen stammen von den jeweiligen Verlagsseiten.

1. Anthony Doerr: Alles Licht, das wir nicht sehen

Pulitzer-Preis für Literatur 2015

Doerr Alles LichtSaint-Malo 1944: Marie-Laure, ein junges, blindes Mädchen, ist mit ihrem Vater, der am „Muséum National d’Histoire Naturelle“ arbeitet, aus dem besetzten Paris zu ihrem kauzigen Onkel in die Stadt am Meer geflohen. Einst hatte er ihr ein Modell der Pariser Nachbarschaft gebastelt, damit sie sich besser zurechtfinden kann. Nun ist in einem Modell Saint-Malos, der vielleicht kostbarste Schatz aus dem Museum versteckt, den auch die Nazis jagen.

Werner Hausner, ein schmächtiger Waisenjunge aus dem Ruhrgebiet, wird wegen seiner technischen Begabung gefördert, auf eine Napola geschickt und dann in eine Wehrmachtseinheit gesteckt, die mit Peilgeräten Feindsender aufspürt, über die sich der Widerstand organisiert. Während Marie-Laures Vater von den Deutschen verschleppt und verhört wird, dringt Werners Einheit nach Saint-Malo vor, auf der Suche nach dem Sender, über den Etienne, Marie-Laures Onkel, die Résistance mit Daten versorgt.

Kunstvoll und spannend, mit einer wunderschönen Sprache und einem detaillierten Wissen um die Kriegsereignisse, den Einsatz des Radios, Widerstandscodes, Jules Verne und vieles andere erzählt Anthony Doerr mit einer Reihe unvergesslicher Figuren eine Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg, und vor allem die Geschichte von Marie-Laure und Werner, zwei Jugendlichen, deren Lebenswege sich für einen folgenreichen Augenblick kreuzen.

Anthony Doerr: Alles Licht, das wir nicht sehen, Originaltitel: All the light we cannot see, aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence, Verlag C.H. Beck, 519 Seiten, gebunden, ISBN 9783406680632, EUR 19,95 (auch als Taschenbuch erhältlich) Link zur Verlagsseite

2. Juli Zeh: Unterleuten

Unterleuten von Juli ZehManchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf „Unterleuten“ irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtlinge aus Berlin gerne kaufen, um sich den Traum von einem unschuldigen und unverdorbenen Leben außerhalb der Hauptstadthektik zu erfüllen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit großstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist

Mit „Unterleuten“ hat Juli Zeh einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?

Juli Zeh: Unterleuten, Roman, Luchterhand Literaturverlag, Erschienen 08.03.2016, 640 Seiten, gebunden, ISBN 9783630874876, EUR 24,99, Link zur Verlagsseite

3. Irène Némirovsky: Suite francaise

Suite francaise von Irene NemirovskySommer 1940: Die deutsche Armee steht vor Paris. Voller Panik packen die Menschen ihre letzten Habseligkeiten zusammen und fliehen. Angesichts der existentiellen Bedrohung zeigen sie ihren wahren Charakter

Der wiederentdeckte Roman „Suite française“ von Irène Némirovsky wurde 2005 zur literarischen Sensation. Über 60 Jahre lag das Vermächtnis der französischen Starautorin der 30er Jahre unerkannt in einem Koffer – bis der Zufall dieses eindrucksvolle Sittengemälde aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs ans Licht brachte.

Irène Némirovsky: Suite française, Roman, aus dem Französischen übersetzt von Eva Moldenhauer, btb Verlag, Taschenbuch, 512 Seiten, ISBN 9783442736447, EUR 10,99, Link zur Verlagsseite

 

 

 

4. Jane Gardem: Ein untadeliger Mann

Gardam_24924_mit_BS_MR1.inddDas bewegende Leben eines Mannes im British Empire – Jane Gardam erzählt es mit hinreißender Ironie und Warmherzigkeit.

Alles an Edward Feathers ist ohne Fehl und Tadel – seine Garderobe, seine Manieren und sein Ruf als Anwalt mit glänzender Karriere in Hongkong. Nun ist er alt und muss mit dem Tod seiner Frau Betty zurechtkommen, so wie er immer mit allem zurechtgekommen ist. Seine perfekte Haltung täuscht alle und manchmal sogar ihn selbst. Doch mit Bettys Tod bricht etwas in ihm auf, und behutsam beginnt Feathers, vergangene Ereignisse ans Licht zu holen. An einem kalten englischen Wintermorgen setzt er sich ans Steuer seines Wagens und fährt los, das eigene Leben zu erkunden. Mit Jane Gardams meisterhaftem Roman über ein Leben im British Empire ist eine große Autorin zu entdecken.

Jane Gardem: Ein untadeliger Mann, Originaltitel: Old Filth, aus dem Englischen übersetzt von Isabel Bogdan, Hanser Verlag, gebunden, 352 Seiten, ISBN 9783446249240, EUR 22,90, Link zur Verlagsseite

 

 

 

5. Patricia Highsmith: Leute, die an die Tür klopfen

HIghsmith LeuteAls seine Gebete erhört werden und sein jüngerer Sohn eine schwere Krankheit übersteht, wird Versicherungsagent Alderman plötzlich ›erleuchtet‹ und tritt einer christlichen Sekte bei. Er beginnt, die Familie mit Moralpredigten, Kirchenbesuchen und Gebeten zu quälen. Als die Freundin seines siebzehnjährigen Sohnes Arthur schwanger wird, kommt es zur Konfrontation.

Arthur, 17, lebt mit seinem Bruder bei seinen Eltern unweit von Philadelphia. Er liebt Maggie, die von ihm ein Kind erwartet. Sie möchte das Kind abtreiben, da beide nicht wissen, wie sie das Kind ernähren sollen. Der Vater gehört einer Sekte an, und er und andere Sektenmitglieder verlangen von Arthur, dass er Maggie von ihrem Entschluss abbringt. Als Arthur sich weigert, wirft ihn der Vater aus dem Haus; als der Vater sich jedoch selbst verliebt und seinen Prinzipien nicht treu bleibt, kommt es zur Katastrophe.

Patricia Highsmith: Leute, die an die Tür klopfen, Originaltitel: People who knock on the door, aus dem Englischen von Manfred Allié, Diogenes Verlag, gebunden, 528 Seiten (auch als Taschenbuch erhältlich), ISBN 9783257064193, EUR 22,90, Link zur Verlagsseite

 

 

6. Chimamanda Ngozi Adichie: Americanah

Adichie AmericanahDie große Liebe von Ifemelu und Obinze beginnt im Nigeria der neunziger Jahre. Dann trennen sich ihre Wege: Während die selbstbewusste Ifemelu in Princeton studiert, strandet Obinze als illegaler Einwanderer in London. Nach Jahren kehrt Ifemelu als bekannte Bloggerin von Heimweh getrieben in die brodelnde Metropole Lagos zurück, wo Obinze mittlerweile mit seiner Frau und Tochter lebt. Sie treffen sich wieder und stehen plötzlich vor einer Entscheidung, die ihr Leben auf den Kopf stellt.

Adichie schreibt bewundernswert einfach, grenzenlos empathisch und mit einem scharfen Blick auf die Gesellschaft. Ihr gelingt ein eindringlicher Roman, der Menschlichkeit und Identität eine neue Bedeutung gibt.

Chimamanda Ngozi Adichie: Americanah, aus dem Englischen übersetzt von Anette Grube, Fischer Taschenbibliothek (kleinformatiges Hardcover),  864 Seiten, ISBN 9783596521067, EUR 12,00 (auch als Hardcover- und Taschenbuchausgabe erhältlich), Link zur Verlagsseite

 

 

 

7. Robert Harris: Imperium

Pompeji war ein internationaler Triumph. Robert Harris versteht es wie kein Zweiter, die Antike mit Leben zu füllen und die Gegenwart in einem Roman zu beschreiben, der vor zweitausend Jahren spielt. Im Mittelpunkt der Trilogie steht ein gerissener, mit allen Wassern gewaschener Anwalt und geborener Machtpolitiker. Er hat nur ein Ziel: Er will nach ganz oben. Seine gefährlichste Waffe ist das Wort. Sein Name: Marcus Tullius Cicero.

 

Robert Harris: Imperium, Roman, übersetzt aus dem Englischen von Wolfgang Müller, Heyne Verlag, 496 Seiten, Taschenbuch, ISBN 9783453419353, EUR 9,99, Link zur Verlagsseite

 

 

 

8. Klaus Modick: Konzert ohne Dichter

Modick Konzert ohne DichterDie Chronique scandaleuse Worpswedes: Rilke und Vogeler, ihr Werk und die Frauen – und ein epochales Gemälde

In seinem neuen Roman erzählt Klaus Modick die Entstehungsgeschichte des berühmtesten Worpsweder Gemäldes, von einer schwierigen Künstlerfreundschaft – und von der Liebe. Heinrich Vogeler ist auf der Höhe seines Erfolgs. Im Juni 1905 wird ihm die Goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen – für sein Gesamtwerk, besonders aber für das nach fünfjähriger Arbeit fertiggestellte Bild »Das Konzert oder Sommerabend auf dem Barkenhoff«. Während es in der Öffentlichkeit als Meisterwerk gefeiert wird, ist es für Vogeler das Resultat eines dreifachen Scheiterns: In seiner Ehe kriselt es, sein künstlerisches Selbstbewusstsein wankt, und eine fragile Freundschaft zerbricht. Rainer Maria Rilke, der literarische Stern am Himmel der Worpsweder Künstlerkolonie, und sein Seelenverwandter« Vogeler haben sich entfremdet – und das Bild bringt das zum Ausdruck: Rilkes Platz zwischen den Frauen, die er liebt, bleibt demonstrativ leer. Was die beiden zueinanderführte und später trennte, welchen Anteil die Frauen daran hatten, die Kunst, das Geld und die Politik, davon erzählt Klaus Modick auf kunstvolle Weise: Auf der Reise zur Preisverleihung erinnert Vogeler sich an die Gründung der Künstlerkolonie, die Magie der ersten Begegnung mit Rilke in Florenz, die Euphorie des gemeinsamen Aufbruchs – und an Paula Modersohn-Becker und Clara Rilke-Westhoff, die Frauen, denen Rilke in einer skandalösen Dreiecksbeziehung verbunden war. Ein großartiger Künstlerroman, einfühlsam, kenntnisreich, atmosphärisch und klug.

 

Klaus Modick: Konzert ohne Dichter, Roman, Verlag Kiepenheuer & Witsch, 240 Seiten, gebunden, ISBN 9783462047417, EUR 17,99, Link zur Verlagsseite

9. John Irving: Das Hotel New Hampshire 

Irving Hotel New Hampshire

Eine gefühlvolle Familiengeschichte, in der motorradfahrende und feministische Bären, weiße Vergewaltiger und schwarze Rächer, ein Wiener Hotel voller Huren und Anarchisten, ein Familienhund mit Flatulenz im Endstadium, Arthur Schnitzler, Moby Dick, der große Gatsby, Gewichtheber, Geschwisterliebe und Freud vorkommen – nicht der Freud, sondern Freud der Bärenführer.

John Irving: Das Hotel New Hampshire, Roman, aus dem Amerikanischen übersetzt von Hans Hermann, Diogenes-Verlag, 608 Seiten, Taschenbuch, ISBN 9783257211948, Link zur Verlagsseite

 

 

 

 

10. Stephen King: Wolfsmond

Wolfsmond von Stephen King

Lange mussten die Fans ausharren, doch das Warten hat sich gelohnt. Wolfsmond, der fünfte Band des monumentalen Romanwerks „Der Dunkle Turm“ hält alles, was man von einem großen Opus erwarten kann – Fantasy, Horror, Science-Fiction, Western, Thriller, Abenteuergeschichte und Liebesroman verschmelzen zu einem packenden Lesevergnügen, das Lust auf die beiden abschließenden Werke des Zyklus macht.

Stephen King: Wolfsmond, Roman, Originaltitel: The Dark Tower 5: Wolves of  the Calla, aus dem Amerikanischen übersetzt von Wulf Bergner, 960 Seiten, Heyne Verlag, Taschenbuch, ISBN 9783453530232, EUR 11,99, Link zur Verlagsseite

 

 

 

 

Ich bin gespannt, welche anderen Titel mir noch dazwischenkommen, für genug Lesenachschub ist jedenfalls gesorgt. Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr auch eine Tbr (to be read)-Liste oder entscheidet ihr immer spontan? Lasst mir gerne eure Kommentare da.

Previous Post Next Post

You Might Also Like

6 Comments

  • Reply Tintenhain 14. Juli 2016 at 14:29

    Bei mir sind solche Liste auch nur Orientierungspunkte. Ich hätte auch „Alles Licht, das wir nicht sehen“ oder „Unterleuten“ drauf setzen können. Die will ich auc bald lesen und bei ersterem läuft bald die Leihfrist ab.
    „Ein untadeliger Mann“ möchte ich auch noch lesen. „Suite francaise“ mochte ich sehr gern. Schade, dass die Autorin das Werk nie vollenden konnte. Ich hätte zu gern erfahren, wie es weiter geht. Sehr beeindruckend!

    LG
    Mona

    • Reply Thomas 16. Juli 2016 at 11:14

      Hallo Mona,
      dann bin ich gespannt auf Suite francaise, hört sich ja gut an.
      Liebe Grüße
      Thomas

  • Reply LeseBlick 14. Juli 2016 at 19:05

    Hallo Tommi 🙂
    Schön, dass es mich auch mal zu dir verschlägt!
    Und ich bin begeistert, dass ich bei dir ein Buch entdecke (naja eigentlich zwei), die sich auf meinem SuB befinden.

    Das „Wolfsmond“ irgendwann an die Reihe kommt, ist klar. Aber ich habe auch „Suite francaise“ zu Hause, leider ungelesen, wie das meist so ist.

    Ich wünsche dir viel Spaß mit deinen 10 Büchern 🙂
    Andrea

    • Reply Thomas 16. Juli 2016 at 11:15

      Hallo Andrea,
      danke für den Besuch. Durch die vielen Ankündigungen zur Turm-Verfilmung steigt gerade wieder meine Motivation hiermit weiterzulesen. Ich bin gespannt.
      LG
      Thomas

  • Reply Friederike 15. Juli 2016 at 11:46

    Danke für den Highsmith-Tipp!

    • Reply Thomas 16. Juli 2016 at 11:17

      Hallo Friederike,
      eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen, da muss ich versuchen mir die letzten noch nicht gelesenen Bücher von ihr gut einzuteilen.
      LG
      Thomas

    Leave a Reply