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Vorschau auf die neuen Bücher im Herbst 2017 – Teil 2

Weiter geht es mit Teil 2 meiner Herbstvorschau mit weiteren 15 Büchern, auf die ich mich freue: Teil 1 findet ihr unter diesem Link:

Lize Spit: Und es schmilzt

Klappentext:Ein Buch, das alles gibt und alles verlangt. Mit geschlossenen Augen hätte Eva damals den Weg zu Pims Bauernhof radeln können. Sie könnte es heute noch, obwohl sie viele Jahre nicht in Bovenmeer gewesen ist. Hier wurde sie zwischen Rapsfeldern und Pferdekoppeln erwachsen. Hier liegt auch die Wurzel all ihrer aufgestauten Traurigkeit. Dreizehn Jahre nach dem Sommer, an den sie nie wieder zu denken wagte, kehrt Eva zurück in ihr Dorf – mit einem großen Eisblock im Kofferraum. Erscheint am 24.08.2017, Verlag S. Fischer, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Das mit dem Preis des niederländischen Buchhandels für den besten Roman ausgezeichnete Buch erscheint bald auch in deutscher Übersetzung. Erste Stimmen von Bloggern klingen sehr begeistert, allerdings wirkt der Klappentext wenig aufschlussreich. Ich werde zunächst die Meinungen anderer Rezensenten abwarten.

 

Andreas Pflüger: Niemals

Klappentext: „Jenny Aaron ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten. Und sie ist blind. Man drängt sie zur Rückkehr in die geheime Sondereinheit, in der sie früher war. Es wäre wieder ein Leben aus purem Adrenalin. Doch will sie das? Da erfährt sie, dass ihr Todfeind ihr ein gigantisches Vermögen hinterlassen hat. Aaron muss nach Marrakesch. Dort wird sie mit ihrer größten Angst konfrontiert. Und die Hölle bricht los … Jenny Aaron will sich in der Einsamkeit Schwedens darüber klarwerden, wohin ihr Weg sie führen soll. Das Angebot, zu dem Berliner Spezialkommando zurückzukommen, dem sie als Sehende sechs Jahre lang angehörte, beschäftigt sie Tag und Nacht. Nie wollte sie etwas anderes. Doch Aaron zögert. Sie weiß, dass sie nicht mehr die Frau ist, die sie einmal war.
Als ihre Vergangenheit sie einholt, muss sie sämtliche Zweifel hinter sich lassen. In Marrakesch wartet der gefährlichste Mann der Welt auf sie. Jemand, von dem viele glauben, dass er nur ein Mythos sei. Aaron erfährt, was er ihr angetan hat. Um ihn zu töten, ist sie bereit, alles zu opfern, was ihr je etwas bedeutete.“ Erscheint am 09.10.2017, Suhrkamp Verlag, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: „Endgültig“, der erste Krimi um die blinde Ermittlerin Jenny Aaron, gehörte letztes Jahr zu meinen Krimi-Highlights. An den etwas stakkatohaften Stil muss man sich etwas gewöhnen. Dann kommt man aber in den Genuss eines spannenden Krimis mit einer außergewöhnlichen Ermittlerin. Fans des ersten Teils warten schon ungeduldig auf die Fortsetzung.

Muriel Spark: Memento Mori

Klappentext: „»Vordergründig erzählt die Geschichte, wie eine Reihe alter Männer und Frauen aus der Londoner High Society einen Mörder suchen. Darunter befinden sich Dame Lettie, eine blaublütige Gefängnisreformerin, Godfrey, ihr launischer, leicht perverser Bruder, dessen Frau Charmian, eine einst gefeierte Romanautorin, Alec Warner, ein besessener Amateurgerontologe sowie ein uralter Detektiv. Es handelt sich um einen Mörder, der ihnen erst die Jugend stiehlt und dann das Leben und dem niemand Einhalt gebieten kann. Fast alle glauben, sie seien an Leib und Seele gesund, seien der Nabel der Welt, seien gut und redlich und müssten noch nicht sterben. Fast alle täuschen sich.« A.L. Kennedy in ihrem Nachwort

Klingt wie ein Kriminalgeschichte. Memento mori ist aber auch ein Roman … nicht über den Tod, sondern darüber, wie man in der Zeit davor möglichst stilvoll möglichst viel herausholt. Ein moderner Klassiker in frischer neuer Übersetzung, die Sparks Modernität erst richtig erfahrbar macht.“ Erscheint am 13.12.2017, Diogenes Verlag, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Noch eine Autorin aus der vielseitigen Backlist des Diogenes-Verlags, die in der neuen Übersetzung hoffentlich viele neue Leser finden wird. Weitere Titel der Autorin sollen künftig ebenfalls neu aufgelegt werden. Ich freue mich auf eine Autorin, die ich noch entdecken darf.

Joachim Meyerhoff: Die Zweisamkeit der Einzelgänger

Klappentext: „Eine blitzgescheite Studentin, eine zu Exzessen neigende Tänzerin und eine füllige Bäckersfrau stürzen den Erzähler in schwere Turbulenzen. Die Gleichzeitigkeit der Ereignisse ist physisch und logistisch kaum zu meistern, doch trotz aller moralischer Skrupel geht es ihm so gut wie lange nicht. Am Anfang stand eine Kindheit auf dem Anstaltsgelände einer riesigen Psychiatrie mit speziellen Freundschaften zu einigen Insassen und der großen Frage, wer eigentlich die Normalen sind. Danach verschlug es den Helden für ein Austauschjahr nach Laramie in Wyoming. Fremd und bizarr brach die Welt in den Rocky Mountains über ihn herein. Kaum zurück bekam er einen Platz auf der hochangesehenen, aber völlig verstörenden Otto-Falckenberg-Schule, und nur die Großeltern, bei denen er Unterschlupf gefunden hatte, konnten ihn durch allerlei Getränke und ihren großbürgerlichen Lebensstil vor größerem Unglück bewahren.

Nun ist der fragile und stabil erfolglose Jungschauspieler in der Provinz gelandet und begegnet dort Hanna, einer ehrgeizigen und überintelligenten Studentin. Es ist die erste große Liebe seines Lebens. Wenige Wochen später tritt Franka in Erscheinung, eine Tänzerin mit unwiderstehlichem Hang, die Nächte durchzufeiern und sich massieren zu lassen. Das kann er wie kein Zweiter, da es der eigentliche Schwerpunkt der Schauspielschule war. Und dann ist da auch noch Ilse, eine Bäckersfrau, in deren Backstube er sich so glücklich fühlt wie sonst nirgends. Die Frage ist: Kann das gut gehen? Die Antwort ist: nein.“ Erscheint am 09.11.2017, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Der vorhergehende Band 3 der autobiographischen Romanreihe „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke…“ des Schauspielers und Autors Joachim Meyerhoff gehörte letztes Jahr zu meinen Lieblingsbüchern. Die Mischung von skurril-komischen und nachdenklichen Momenten machen den ganz besonderen Sound von Joachim Meyerhoff aus. Ich bin gespannt, ob Band 4 mit dem vorhergehenden mithalten kann.

Sébastien Perez / Bejamin Lacombe: Frida

Aus der Herbstvorschau des Verlages Jacoby & Stuart: “ Ich habe Frida Kahlo erst durch meine kunstgeschichtlichen Studien besser verstanden. Den Kontext ihres Schaffens nicht zu kennen, heißt, nicht zu verstehen, wie intelligent ihre Arbeiten sind. Bei den Überlegungen, die Sébastien Perez und ich zum Buch angestellt haben, kristallisierten sich neun Themen heraus, die das Rückgrat ihres Werkes, ihres Lebens und  – dieses Buches sind: Der Unfall, Die Medizin, Die Erde, Die Tiere, Die Liebe, Der Tod, Die Mutterschaft, Die zerbrochene Säule, und Die Nachwelt. Durch Ausstanzungen und Bildzitate versuche ich bis ins Innserste ihres Schaffens einzudringen. Mancher mag sich fragen, ob es sinnvoll ist, Werke so ‚wörtlich‘ zu zitieren, doch es war unmöglich, ein einziges Element zu ändern, ohne die Aussage des Bildes dieser ausßergewöhnlichen Frau. F R I D A – diese fünf Buchstaben stehen für ein einzigartiges Universum und einen Mythos. (Benjamin Lacombe über seine Künstlerbiografie im Juni 2016)“ Erscheint im August 2017, Verlag Jacoby & Stuart, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Mit diesem außergewöhnlichen Prachtband ehrt der Verlag Jacoby und Stuart die außergewöhnliche Künstlerin Frida Kahlo und welcher Illustrator wäre besser geeignet als Benjamin Lacombe mit seinen morbid-naiven Kunstwerken? Buchkunst zu einer ganz speziellen Künstlerin – das kommt auf den Weihnachtswunschzettel.

Volker Kutscher / Kat Menschik: Moabit

Klappentext: „Spannend, ungewöhnlich und überraschend: Ein neues Puzzlestück im Gereon-Rath-Universum und die perfekte Einstiegsdroge für all jene, die die Kutscher-Krimis noch vor sich haben – in Kat Menschiks Buchreihe! Wen fasziniert sie nicht? Charly Ritter, die große Liebe von Kriminalkommissar Gereon Rath, die ihren eigenen Kopf hat, so charmant wie neugierig ist und ein Geheimnis in sich zu tragen scheint. In Moabit lernen wir Charly kennen, als sie noch Lotte heißt und bei ihren Eltern wohnt, in einer Beamtenwohnung am Zellengefängnis Moabit. Gerade hat sie das Abitur im Kleistlyzeum geschafft, und dies, obwohl sie aus einfachen Verhältnissen stammt. Ihre frisch errungene Freiheit genießt Lotte vor allem nachts, bei heimlichen Eskapaden mit ihrer Freundin Greta durch die Tanzlokale Berlins. Tagsüber lernt sie Schreibmaschine und Stenografie, denn eins ist klar: Ihr Studium wird sie sich selbst finanzieren müssen. Charlottes Vater ist Gefängniswärter – ein einfacher, ehrlicher Mann. Doch seine Ansprüche an seinen Augenstern Lotte in puncto Bildung, Ehre und Anstand sind hoch. Und Lotte ist ein Vaterkind. Kein Wunder, dass es nicht spurlos an ihr vorübergeht, als ihr Vater eines Tages in ein brutales Attentat im Moabiter Gefängnis verwickelt wird. Ein Vorfall, der Charlottes weiteres Leben prägt und der aus Lotte letzten Endes Charly macht. Kat Menschik entwirft dazu so kongenial das verruchte Berlin der 20er-Jahre in seiner düster-rauen Schönheit, dass man selbst noch den Geruch und die Geräusche von damals wahrzunehmen meint.“ Erscheint am 05.10.2017, Verlag Galiani Berlin, Link zur Verlagsseite 

Meine Meinung: Die ersten drei Bände der wunderschön illustrierten Reihe von Kat Menschik haben sich ja mit Klassikern beschäftigt. Mit Band 4 gestaltet sie ein Buch eines aktuellen Autors. Volker Kutscher gibt uns mit seiner Reihe um den Berliner Kommissar Gereon Rath einen Einblick in das Leben Berlins in der 1920er/30er-Jahren und wirft im Rahmen einer Krimihandlung auch einen Blick auf die politischen Entwicklungen im Deutschland der damaligen Zeit, die die Machtergreifung Hitlers möglich gemacht haben. In „Moabit“ wird die Hintergrundgeschichte der wichtigsten Nebenfigur der Gereon-Rath-Krimis erzählt und kaum eine Illusratorin dürfte für die Buchgestaltung besser geeignet sein als die Berlinerin Kat Menschik. Im Workshop der Litblogconvention (siehe separater Bericht) durften die Teilnehmer Vorschläge zu verwendeten Farben und Materialien für die Buchgestaltung machen. Ich bin gespannt, ob von diesen Vorschlägen etwas im fertigen Produkt zu finden ist.

Robert Menasse: Die Hauptstadt

Klappentext: „Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europaischen Kommission, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an – die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte, das fur Unruhe in den EU-Institutionen sorgt. David de Vriend dämmert in einem Altenheim gegenüber dem Brüsseler Friedhof seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen; »zu den Akten legen« wäre zu viel gesagt, denn die sind unauffindbar. Und Alois Erhart, Emeritus der Volkswirtschaft, soll in einem Think-Tank der Kommission vor den Denkbeauftragten aller Länder Worte sprechen, die seine letzten sein könnten.

In seinem neuen Roman spannt Robert Menasse einen weiten Bogen zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und großen Gefühlen. Und was macht Brüssel? Es sucht einen Namen – für das Schwein, das durch die Straßen läuft. Und David de Vriend bekommt ein Begräbnis, das stillschweigend zum Begräbnis einer ganzen Epoche wird: der Epoche der Scham.“ Erscheint am 11.09.2017, Suhrkamp Verlag, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Die Berliner beziehungsweise Brüsseler Politik ist nach meinem Empfingen selten ein Thema in der deutschsprachigen Literatur. Das neue Buch von Robert Menasse ändert das und ich bin gespannt, wie es bei den Lesern ankommt. Der Titel könnte auch ein Kandidat für die Longlist des Deutschen Buchpreis sein.

Sven Regener: Wiener Strassse

Klappentext: „Wiener Straße beginnt im November 1980 an dem Tag, an dem Frank Lehmann mit der rebellischen Berufsnichte Chrissie sowie den beiden Extremkünstlern Karl Schmidt und H. R. Ledigt in eine Wohnung über dem Café Einfall verpflanzt wird, um Erwin Kächeles Familienplanung nicht länger im Weg zu stehen. Österreichische Aktionskünstler, ein Fernsehteam, ein ehemaliger Intimfriseurladen, eine Kettensäge, ein Kontaktbereichsbeamter, eine Kreuzberger Kunstausstellung, der Kampf um die Einkommensoptionen Putzjob und Kuchenverkauf, der Besuch einer Mutter und ein Schwangerschaftssimulator setzen eine Kette von Ereignissen in Gang, die alle ins Verderben reißen. Außer einen!

Kreuzberg, Anfang der 80er Jahre – das war ein kreativer Urknall, eine surreale Welt aus Künstlern, Hausbesetzern, Freaks, Punks und Alles-frisch-Berlinern. Jeder reibt sich an jedem. Jeder kann ein Held sein. Alles kann das nächste große Ding werden. Kunst ist das Gebot der Stunde und Kunst kann alles sein. Ein Schmelztiegel der selbsterklärten Widerspenstigen, die es auch gerne mal gemütlich haben, ein deutsches Kakanien in Feindesland.“ Erscheint am 07.09.2017, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Wieder gibt es eine Zeitreise mit Herrn Lehman in das Berlin der achtziger Jahre. Die Beschreibung hört sich sehr gut an. Wer die Bücher noch nicht kennt: Band 1 „Herr Lehmann“ ist ein äußerst lesenswerter Roman, mit reichlich satirisch-komischen Momenten, noch gesteigert in Band 2 „Neue Vahr Süd“.

Arundhati Roy: Das Ministerium des äußersten Glücks

Klappentext: „Arundhati Roy, die Autorin des Weltbestsellers »Der Gott der kleinen Dinge«, kehrt zurück! Ihr lange herbeigesehnter Roman »Das Ministerium des äußersten Glücks« führt uns an den unwahrscheinlichsten Ort, um das Glück zu finden. Eine Reihe ausgestoßener Helden ist hier mit ihrem Schicksal konfrontiert, aber sie finden eine Gemeinschaft, sie bilden eine Familie der besonderen Art.

Auf einem Friedhof in der Altstadt von Delhi wird ein handgeknüpfter Teppich ausgerollt. Auf einem Bürgersteig taucht unverhofft ein Baby auf. In einem verschneiten Tal schreibt ein Vater einen Brief an seine 5-jährige Tochter über die vielen Menschen, die zu ihrer Beerdigung kamen. In einem Zimmer im ersten Stock liest eine einsame Frau die Notizbücher ihres Geliebten. Im Jannat Guest House umarmen sich im Schlaf fest zwei Menschen, als hätten sie sich eben erst getroffen – dabei kennen sie einander schon ein Leben lang.

Voller Inspiration, Gefühl und Überraschungen beweist der Roman auf jeder Seite Arundhati Roys Kunst. Erzählt mit einem Flüstern, einem Schrei, mit Freudentränen und manchmal mit einem bitteren Lachen ist dieser Roman zugleich Liebeserklärung wie Provokation: eine Hymne auf das Leben.“ Erscheint am 10.08.2017, Verlag S. Fischer, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Obwohl ich „Der Gott der kleinen Dinge“ bisher nicht gelesen habe, interessiert mich dieses Buch sehr. Erste Kritikerstimmen sind begeistert. Das Buch wurde kürzlich auch für den englischen Man Booker Prize nominiert.

Iris Radisch: Warum die Franzosen so gute Bücher schreiben

Klappentext: „Jean-Paul Sartre hat einst eine ganze Generation in Europa politisch geprägt. Michel Houellebecq beschreibt inzwischen Frankreich als Land in der Krise. Die französische Literatur der Nachkriegszeit war stets Programm, mal existenzialistisch, mal politisch, immer verführerisch.
Iris Radisch begibt sich auf einen Streifzug durch die neuere französische Literatur und stellt die wichtigsten Autoren vor. die «Zeit»-Journalistin und Verfasserin eines Bestsellers über Camus lässt sich von ihren eigenen Treffen mit den Autoren leiten und liefert einen einfühlsamen Überblick über die Welt von Sartre und Duras bis zu Patrick Modiano, Yasmina Reza und Houellebecq. Das Buch ist ein persönlicher Kanon der bedeutendsten Schriftsteller Frankreichs – und richtet sich an alle, für die das Land schon immer der kulturelle und literarische Sehnsuchtsort war.
In einem Jahr, in dem in Frankreich gewählt wurde und das Land vor einer ungewissen Zukunft steht, ist das Buch gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zur Debatte über den intellektuellen Zustand unseres Nachbarlandes.“ Erscheint am 22.09.2017, Rowohlt Verlag, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Der Literatur wird traditionell in Frankreich ein höher Stellenwert als in Deutschland eingeräumt. Wenn eine Expertin wie Iris Radisch uns die wichtigsten französichen Schriftsteller vorstellt könnte das spannend werden. Passenderweise ist Frankreich der Ehrengast auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse.

James Joyce: Ulysses (Neuausgabe)

Klappentext: „Seit 113 Jahren macht Leopold Bloom, ein Sohn von Einwanderern, für einen Tag und eine Nacht des Jahres 1904 die Straßen des kleinen Dublin unsicher – und damit, James Joyce sei Dank, die große Weltliteratur. So viel sprachmächtig in homerische Höhen getriebene Detailliertheit eines tiefenscharf gezeichneten europäischen Stadtporträts, so viel lustvoll erfinderische Komposition in einer solchen Vielfalt an Formen und Stimmen war nie.

Vor 95 Jahren erschien Ulysses in Paris, vor 90 Jahren Georg Goyerts erste, vor 42 Jahren Hans Wollschlägers hoch gelobte und viel geliebte zweite Übersetzung ins Deutsche. Aber erst 1984, neun Jahre danach, legte ein Team um den Anglisten Hans Walter Gabler den Originaltext  zum ersten Mal  verlässlich ediert, in der von James Joyce intendierten Gestalt vor.

Harald Beck und die Kuratorinnen der Zürcher James Joyce Stiftung haben auf dieser Grundlage die Übersetzung Hans Wollschlägers in mehrjähriger Arbeit revidiert – und damit dem Original unerhört nahegebracht. Der deutsche ist dem englischen Text auf den Leib gerückt und hat – an Frische, Direktheit und Joyce-Ton – gewonnen.“ Erscheint am 23.10.2017, Suhrkamp Verlag, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Eines der Mammutwerke der Weltliteratur, dass viele Leser „irgendwann mal“ lesen wollen. Vielleicht ist diese Neuausgabe jetzt ein willkommener Anlass dieses Projekt mal anzugehen. Die ältere Ausgabe steht jedenfalls seit Jahren bei mir ungelesen im Regal. Falls ihr das Buch schon kennt: lasst mir gerne eure Meinungen dazu da und was ihr von der Neuausgabe haltet. Jochen Kienbaum vom Blog lustauflesen rät in seinem lesenswerten Beitrag „Wer hat Angst vor ‚Ulysses‘? – Eine Beschwichtigung“ jedenfalls zu einem entspannten Umgang (nicht nur) mit diesem Klassiker.

Stefan Aust: Der Baader-Meinhof-Komplex (eweiterte Neuausgabe)

Klappentext: „Vollständig überarbeitete und erweiterte Neuausgabe.  Stefan Austs Buch, ein „Klassiker“ (FAZ) der jüngeren Geschichtsschreibung, ist keine Anklageschrift und nicht das Plädoyer eines Verteidigers, es ist auch kein Urteil, weder in juristischer noch in moralischer Hinsicht. Es soll ein Protokoll sein, eine Chronik der Ereignisse vom Juni 1967, als der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen wurde, bis zum „Deutschen Herbst“ 1977, der Entführung und späteren Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, der Entführung und Befreiung der Passagiere und Besatzungsmitglieder der Lufthansa-Maschine „Landshut“ und den Selbstmorden im Hochsicherheitstrakt von Stammheim. Detaillierter und brisanter denn je: Eine Fülle neuer Fakten, die zu einem großen Teil erst durch Austs akribische Recherchen ans Tageslicht kommen, macht diese Neuausgabe möglich und notwendig. Neben neuem Fotomaterial wertet der Autor eine Vielzahl neu aufgefundener und erst heute freigegebener Ermittlungsakten sowie private Aufzeichnungen und Aussagen von Zeitzeugen aus.“ Erscheint am 05.10.2017, Verlag Hoffmann und Campe, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Das Standardwerk zur RAF hat jetzt schon eine (oder bereits mehrere?) Neuausgaben hinter sich. Die von mir vor Jahren gelesene Ausgabe ist schon ziemlich veraltet. Vielleicht werde ich mir diese Neuausgabe jetzt zulegen.

Eric Ambler: Topkapi

Klappentext: „Indem er einen vermeintlichen Touristen am Athener Flughafen übers Ohr zu hauen versucht, stolpert der übergewichtige, schwitzige Kleinganove Arthur Abdel Simpson zwischen die Fronten von Gangstern, Polizei und Geheimdienst. Nichts Geringeres als ein Raub im Istanbuler Palastmuseum Topkapi ist geplant, wo der legendäre, mit Smaragden besetzte Topkapi-Dolch in der schwer bewachten Schatzkammer liegt. Bis der beispiellose Coup in vollem Ausmaß erkennbar wird, kann man dem angegrauten Schlitzohr Simpson nicht viel vorwerfen. Außer vielleicht, dass er seine eigene hochheilige Regel, niemals zu gierig werden, bricht – mit weitreichenden Folgen.“ Erscheint am 12.09.2017, Verlag Hoffmann & Campe, Link zur Verlagsseite 

Meine Meinung: Noch eine Neuausgabe eine Krimi-Klassikers. Wenn ich die Verlagsvorschau richtig deute, handelt es sich um eine Neuübersetzung. Eine gute Gelegenheit, sich diesen Klassiker einmal näher anzusehen.

 

Elena Favilli, Francesca Cavallo: Good Night Stories For Rebel Girls

Klappentext: „100 Geschichten über 100 beeindruckende Frauen, die die Welt bewegen – eine spannende Lektüre, illustriert von über 60 Künstlerinnen aus aller Welt. Sie sind ins All und über den Atlantik geflogen, haben den Erdball schon mit 16 umsegelt und die höchsten Gipfel in Röcken bestiegen. In allen Ländern und zu allen Zeiten gab es Frauen, die mutige Vorreiter waren, neugierige Entdeckerinnen, kluge Forscherinnen und kreative Genies. Herrscherinnen, die unter widrigsten Umständen ihre Länder regierten, Aktivistinnen, die gegen Ungerechtigkeit protestierten, Wissenschaftlerinnen, die unbekannte Pflanzen und gefährliche Tiere erforschten. Dieses Buch versammelt 100 inspirierende Geschichten über beeindruckende Frauen, die jedem Mädchen Mut machen, an seine Träume zu glauben. Eine spannende Lektüre, illustriert von über 60 Künstlerinnen aus aller Welt.“ Erscheint am 25.09.2017, Hanser Verlag, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Zugegeben: ich gehöre eigentlich nicht zur Zielgruppe für dieses Buch, aber wer einmal einen Blick in das Buch und auf die herrlichen Illusrationen geworfen hat, wird mir zustimmen, dass es sich hier um eine bibliophile Kostbarkeit für alle Buchliebhaber handelt – Wunderschön!

Ayelet Gundar-Goshen: Lügnerin

Klappentext: „Noy verkauft im Sommer in einem Tel Aviver Einkaufszentrum Eis. Dutzende von Kunden kommen Tag für Tag zu der Eisdiele, doch niemand würdigt Noy auch nur eines zweiten Blickes. Sie ist kein Mädchen, auf dem das Auge länger verweilt als notwendig. Als Noy jedoch eines Tages von einem verbitterten Ex-Promi beleidigt wird und sie in Tränen ausbricht, ändert sich alles. Die Passanten meinen, sie würde sexuell belästigt, und berauscht von der plötzlichen Aufmerksamkeit, widerspricht Noy nicht. Auch als die Medien über den Fall berichten und die Wellen immer höher schlagen, bleibt sie bei ihrer Version und genießt nicht nur die unverhoffte Unterstützung der Gemeinde, sondern blüht geradezu auf. Ayelet Gundar-Goshens dritter Roman ist ihr unterhaltsamster und abgründigster: ein Fest für jeden, der den Wert einer guten Lüge kennt.“ Erscheint am 04.10.2017, Verlag Kein & Aber, Link zur Verlagsseite

Meine Meinung: Der Roman „Löwen wecken“ der Autorin wurde auf einigen Blogs sehr begeistert besprochen. Auch der neue Roman hört sich nach einer spannenden Geschichte an.

 

Das war der zweite Teil meiner Herbstvorschau. Unzählige weitere Titel gibt es diesen Herbst noch zu entdecken. Beispielsweise gibt es einen neuen Roman von Orhan Pamuk („Die rothaarige Frau“) und ein neues Werk von Han Kang („Menschenwerk“), die letztes Jahr mit „Die Vegetarierin“ einen tollen Roman vorgelegt hat. Es wird spannend sein, wie das autobiographische Buch „Das deutsche Krokodil“ von Ijoma Mangold beim Publikum und den Kritikerkollegen ankommt. Und mit der Veröffentlichung von „Nichts als die Nacht“ ist jetzt auch das Gesamtwerk von John Williams auf deutsch verfügbar. Außerdem interessant: Der erste Roman von Matthew Weiner (Produzent und Autor der Fernsehserie Mad Men): „Alles über Heather“. Außerdem wird auch der Deutsche Buchpreis in diesem Jahr bestimmt wieder für die eine oder andere Überraschung gut sein – am 15.08. wissen wir mehr, wenn die Longlist veröffentlich wird.

(Nicht nur) der Buchhandel freut sich im Hebst auf zwei Bestseller-Garanten: Sowohl Dan Brown als auch Ken Follet veröffentlichen im Herbst neue Bücher und sorgen hoffentlich für glückliche Leser und gute Umsätze in den Buchhandlungen. Insbesondere der Erfolg von Ken Follet wird interessant sein, da der herausgebende Verlag bei diesem Buch versucht, die seit Jahren bestehenden Preise im Hardcover-Bereich etwas nach oben zu verschieben.

Der Herbst wird auf jeden Fall nicht langweilig. Gemütliche Leseabende auf der Couch sind also vorprogrammierrt. Lasst mir gerne eure Empfehlungen und Meinungen in den Kommentaren da.

 

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